Warum sind Sie Wissenschaftler geworden?

Ich habe diesen Weg eingeschlagen, weil ich neugierig und sozial engagiert bin. Ich bin davon überzeugt, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zur Lösung zentraler Probleme des menschlichen Zusammenlebens beitragen können. 

Was fasziniert Sie an ihrer Forschungsarbeit am meisten?

Mich fasziniert die Möglichkeit, Neues zu entdecken und immer weiter zu lernen, indem ich die eigenen Disziplingrenzen überschreiten kann. Und mich fasziniert die Chance, Nachwuchswissenschaftler für meine Forschungsthemen begeistern zu können.

Was ist Ihr größtes Ziel in der Wissenschaft?

Ich möchte mit meinen Forschungsergebnissen Entscheidungsträger in der Praxis überzeugen, neue Wege zu gehen.

Wenn Sie einen Wunsch bezüglich Ihrer Forschung frei hätten, was wäre es?

Bitte weniger administrative Verpflichtungen, um mich mehr der Forschung widmen zu können.

Wer ist aus ihrer Sicht der bedeutendste Wissenschaftler aller Zeiten?

Es gibt eine Reihe herausragender Wissenschaftlerpersönlichkeiten. Nobel-Preisträger stehen dafür stellvertretend. Jedoch ist die Anzahl der Frauen darunter begrenzt. Marie Curie ist besonders herauszustellen, denn ihr wurde gleich zweimal der Nobel-Preis - für Physik (1903) und für Chemie (1911) - zuerkannt.

Worüber haben sie sich zuletzt so richtig geärgert?

Ich habe mich jüngst darüber geärgert, dass wir trotz großer Anstrengung eine gut etablierte und erfolgreiche internationale Forschungskooperation aufgrund mangelnder Ressourcen nicht wie geplant weiterführen können.

Sigrun Kabisch ist Leiterin des Departments Stadt- und Umweltsoziologie am Helmholtzzentrum für Umweltforschung in Leipzig. Sie studierte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und promovierte dort 1982. Seit 1978 war sie als Assistentin der Soziologin Alice Kahl an der Intervallstudie über die Großsiedlung Leipzig-Grünau beteiligt. Gegenstand ihrer Promotion waren die ersten beiden Erhebungen der Intervallstudie Leipzig-Grünau, die sie seit 2003 leitet. Damit geht Professor Kabisch seit über 30 Jahren den Fragen um die Wohnqualität in Plattenbausiedlungen nach. Keine andere Studie erstreckt sich kontinuierlich über einen so langen Zeitraum, wie die Leipziger Intervallstudie - sie gilt als Unikat der deutschen sozialwissenschaftlichen Stadtforschung.

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