Sechs Fragen an ... Jörg Vogel

Warum sind sie Wissenschaftler geworden?

Weil mir die unbändige Neugier und die unerbittliche Stringenz des wissenschaftlichen Arbeitens liegt. Als Wissenschaftler geht es einem nicht um „passt schon irgendwie“, sondern man will eben genau das verstehen, was man noch nicht versteht. Wissenschaft heißt Leidenschaft für reflektiertes Denken.

 Was fasziniert Sie an ihrer Forschungsarbeit am meisten?

Dass ich jeden Tag etwas Neues lerne, selbst wenn ich mit meiner noch so schlauen Annahme oder Hypothese völlig falsch gelegen habe.

Was ist Ihr größtes Ziel in der Wissenschaft?

Das verheißende Prinzip von RNA als „programmierbarem Medikament“ in therapeutische Anwendungen umzusetzen.

Wenn Sie einen Wunsch bezüglich Ihrer Forschung frei hätten, was wäre es?

Mehr Zeit!

Wer ist aus ihrer Sicht der bedeutendste Wissenschaftler aller Zeiten?

Das kann ich wirklich nicht sagen, es liegt vielleicht auch daran dass ich verkürzende Fragen wie „Wer ist der Wichtigste?“ oder „Wer ist der Größte?“ nicht besonders zeitgemäß finde. Hört sich für mich einfach nicht wie Wissenschaft im 21. Jahrhundert an. Es mag streng klingen aber ich erwarte von Wissenschaftlern dass sie sich an der Sache orientieren und Personenkult vermeiden. Aber gleichzeitig sehe ich natürlich ein, dass wir alle nur Menschen sind und als solche auch Vorbilder brauchen.

Worüber haben sie sich zuletzt so richtig geärgert?

Das sage ich lieber nicht.

Jörg Vogel studierte an der Humboldt-Universität in Berlin Biochemie, wo er auch zum Thema des RNA-Spleißens in Pflanzen promovierte. Nach Postdoc-Aufenthalten in Uppsala und Jerusalem wurde er 2004 Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologe in Berlin. Seit 2009 ist er Professor an der Universität in Würzburg und leitet dort das Institut für Molekulare Infektionsbiologie. Seit 2017 Gründingsdirektor des neuen Helmholtz-Institutes für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) in Würzburg.

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