Warum sind Sie Wissenschaftler geworden?

Der Kick etwas Neues zu entdecken ist eine Sucht.

Was fasziniert Sie an ihrer Forschungsarbeit am meisten?

Mich fasziniert es, die physikalischen Prozesse in gewaltigen Objekten im Kosmos, von den Überresten von Sternenexplosionen bis zu den Umgebungen schwarzer Löcher, und deren Einfluss auf die Entwicklung unseres Universums besser zu verstehen.

Was ist Ihr größtes Ziel in der Wissenschaft?

Dass mein Institut, DESY in Zeuthen, sich weiter zu einem internationalen Zentrum für Astroteilchenphysik entwickelt, an dem viele Entdeckungen gemacht werden.

Wenn Sie einen Wunsch bezüglich Ihrer Forschung frei hätten, was wäre es?

Ich wünsche mir, dass ich die Antwort auf einige unserer Fragen noch miterlebe - wohlwissend, dass diese Antworten neue Fragen aufwerfen werden. Doch mein größter Wunsch in der Wissenschaft ist aktuell ein ganz grundlegender: Ich wünsche mir, dass Menschen aus aller Welt auch in Zukunft gemeinsam forschen können.

Wer ist aus ihrer Sicht der bedeutendste Wissenschaftler aller Zeiten?

Isaac Newton. Von der Philosophiæ Naturalis Principia Mathematica bin ich zutiefst beeindruckt - für mich tatsächlich das wichtigste Buch, das in der Physik je erschienen ist.

Worüber haben sie sich zuletzt so richtig geärgert?

Dass wir in einer Zeit leben, in der „postfaktisch“ das Wort des Jahres werden konnte.

Christian Stegmann, geboren 1965 ist Astrophysiker am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY. Er forscht am H.E.S.S.-Experiment (High Energy Spectroscopic System), einem System von Cherenkov-Detekoren in Namibia, mit dem die Wissenschaftler Schauer von ultrahochenergetischen Gammateilchen aus dem Weltall untersuchen. Seit dem 1. Oktober 2011 vertritt er das DESY-Direktorium in Zeuthen.

"Puzzler mit Weitblick" - Christian Stegmann im Portrait

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