Helmholtz-Wintergespräche 2020

Jährlich treffen sich Vertreter deutscher und russischer Politik, Wissenschaft und Bildung zu den „Helmholtz-Wintergesprächen“ in Moskau. Zu wechselnden Forschungsthemen diskutieren die Teilnehmer über gemeinsame Herausforderungen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland. In diesem Jahr fand die Veranstaltung am 6. Februar unter der Überschrift „Klima- und Arktisforschung sowie Nachhaltigkeit“ statt. 

Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung, die keinen Halt vor den nationalen Grenzen macht. Auch in der Forschung ist die internationale Kooperation unerlässlich. Ein aktuelles Beispiel ist die größte internationale Arktisexpedition MOSAiC, die in September 2019 startete. Nur mit Unterstützung aus Russland, Skandinavien, den USA und vielen anderen Ländern ist diese Expedition möglich geworden.
Die Zusammenarbeit der Helmholtz-Zentren mit den russischen Partnern in der Arktisforschung hat eine lange Tradition.

Seit über 20 Jahren gibt es gemeinsame Forschungsprojekte in der russischen Arktis im Lena-Delta-Gebiet. Ein weiteres Beispiel ist das im Jahr 1999 in St. Petersburg gegründete deutsch-russische Otto-Schmidt-Labor, das zahlreiche Aktivitäten in der terrestrischen und marinen Arktisforschung des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel und ihren russischen Partnern bündelt. Der neu ernannte Minister für Wissenschaft und Hochschulbildung der Russischen Föderation, Valery Falkov, betonte in seiner Rede die große Bedeutung der Zusammenarbeit mit Deutschland für sein Ministerium. Viele Herausforderungen, mit denen Wissenschaft heute konfrontiert sei, ließen sich nur im Zuge der internationalen Zusammenarbeit lösen. Der Beitrag der Helmholtz-Gemeinschaft verdiene eine besondere Wertschätzung. 

Georg Teutsch, Direktor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung – UFZ und Koordinator der Helmholtz-Klimainitiative, stellte die Initiative vor. Helmholtz leiste seit Jahren wichtige Beiträge in der Klimaforschung. Durch die Initiative sei ein systemischer und interdisziplinärer Ansatz möglich. Im anschließenden Science-Talk erläuterte Antje Boetius, Direktorin des AWI die Bedeutung der MOSAiC-Expedition für die Klimaforschung. Die gesammelten Daten würden den Wissenschaftlern helfen, die Zusammenhänge in der Arktis besser verstehen. Die Region sei ein Objekt und gleichzeitig ein aktives Subjekt des Klimawandels. Das Verständnis der Prozesse in der Arktis sei entscheidend für die Entwicklung besserer Klimamodelle.  

In dem anschließenden forschungspolitischen Dialog, lobte Wolf-Dieter Lukas, Staatssekretär im BMBF, das hohe Niveau der deutsch-russischen Kooperation in der Wissenschaft und betonte, dass die deutsch-russische Roadmap weiter ausgebaut werden solle. Auch Andrey Fursenko, Berater des Präsidenten der Russischen Föderation hob die Bedeutung der Kooperation hervor. Mit keinem anderen Land arbeite Russland im Bereich Wissenschaft und Forschung so intensiv und effektiv zusammen wie mit Deutschland. Alle Teilnehmer waren einig, dass das auf beiden Seiten vorhandene Interesse an gemeinsamen Forschungsprojekten für die Kooperation entscheidend ist, und dass die Politik alles daransetzen muss, die Wissenschaftler aus beiden Ländern dabei zu unterstützen.

Im Rahmen der Veranstaltung fand auch die Unterzeichnung dreier Absichtserklärungen zwischen AWI und der Ammosov Universität Yakutsk, AWI und Schirschov Institut für Ozeanologie sowie AWI und Obukhov Institut für atmosphärische Physik statt.

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