Trockenheit

Wie Bäume Wasser sparen

Birken werfen ihre Blätter bei Dürre besonders schnall ab. Bild: pixabay / CCO

Wir erfrischen uns im Badesee, lassen schon vormittags die Rollläden wieder runter und kippen literweise Wasser in uns hinein. Doch was machen Bäume, um einen heißen und trockenen Sommer unbeschadet zu überstehen?

Beim Blick in die Natur mutet es in einigen Regionen schon herbstlich an. Die ersten Bäume werfen ihr Laub ab, um Wasser zu sparen. So verdunstet weniger kostbares Wasser über die Blattoberflächen. Ein Meister dieser Wasserspar-Technik sind Birken. Sie haben ohnehin weniger Durchhaltevermögen und werfen daher schneller als andere Gehölze gleich sämtliche Blätter ab. Offenbar können Birken die Spaltöffnungen in der Blattoberfläche nicht gut verschließen, sodass sie mehr transpirieren. Sobald alle Blätter ab sind, verringert sich die Verdunstung um 95 Prozent. Aber genau so schnell können Birken wieder ergrünen. Häufig treiben sie selbst nach einem kleinen Regenschauer wieder aus. Anders als beim Blätterfall im Herbst verlieren Bäume jetzt mit den Blättern auch viele Nährstoffe. Der Stoffwechsel kommt zum Erliegen und die Bäume zehren von den Reserven im Stamm. Der Trockenstress führt auch dazu, dass die Bäume anfälliger für Schädlinge werden.

Weiden, Pappeln und Eichen stoßen bei Trockenstress gleich ganze Zweige samt der grünen Blätter ab, um die Verdunstungsfläche zu reduzieren. Absprünge nennen Botaniker dieses Phänomen. Der Abwurf der Zweige wird wie der Blattabwurf gut vorbereitet: In einer bereits angelegten Trennungszone - also dort, wo später die Wundfläche entsteht -, bildet sich zunächst Korkgewebe. Erst dann lösen sich die Zellwände voneinander und der Zweig fällt ab. Dank der Korkschicht ist die Wunde bereits verheilt und es bleibt eine glatte Narbe. In der Regel müssen die "etwas unwichtigeren Zweige" zuerst dran glauben, wie Andreas Roloff, Direktor des Instituts für Forstbotanik und Forstzoologie an der TU Dresden, erläutert. "Das sind die untersten Seitenzweige eines Jahrestriebs. Sie haben ohnehin eine eher vorübergehende Funktion. Wichtiger sind die oberen Zweige, da sie am längsten sind." Absprünge passieren bei Weiden, Pappeln und Eichen auch aus anderen Gründen. Diese Bäume lieben das Licht. Deshalb werfen sie im Sommer ganz ohne Trockenstress manchmal Zweige ab, um stark beschatteten Blättern an anderen Zweigen mehr Licht zu gönnen.

Jungen Bäumen fällt die Anpassung an die Trockenheit allerdings deutlich schwerer. Ihre Wurzeln ragen nicht so tief ins Erdreich wie die älterer Bäume, so dass sie deutlich schneller in Wasser-Stress geraten. Viele der in diesem Jahr neu gepflanzten Bäume überleben die Dürre nicht, wie der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates Georg Schirmbeck in der Neuen Osnabrücker Zeitung berichtet. Förster gehen davon aus, dass bis zu 500 Millionen junger Pflanzen verloren gehen.

Dürremonitor Deutschland (UFZ)

03.08.2018 , Daniela Schmidt
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