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Erde und Umwelt

Klimadebatte

Was können wir glauben?

Was können wir glauben?
Fokus@Helmholtz-Podium, Bild: Helmholtz
Experten streiten sich über Ausmaß, Folgen und Ursachen des Klimawandels. Nicht-Experten fragen sich, was sie wem glauben können. In der Diskussionsreihe „Fokus@helmholtz“ diskutierten Wissenschaftler und Journalisten über die globale Erwärmung und ihre Folgen

Was sind denn nun die wissenschaftlichen Fakten? Welches Ausmaß hat der Klimawandel, und was bedeutet er für die Menschen? Warum gibt es so viele Klimagipfel, aber so wenig handfeste politische Ergebnisse? Fragen wie diese  diskutierten Wissenschaftler und Journalisten am 17. März in Berlin. Auf dem Podium saßen Hans von Storch, Klimaforscher vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung, Peter Heller vom „Science Sceptical Blog“, Andreas Hense, Professor für Klimadynamik von der Universität Bonn, Oliver Geden von der Stiftung Wissenschaft und Politik sowie Frank Driescher von der Wochenzeitung Die Zeit.

Den Auftakt machte Hans von Storch mit einem Impulsvortrag, in dem er den gegenwärtigen Wissensstand der Forschung zusammenfasste. „Die Erderwärmung ist ein Fakt und ohne die ebenfalls zu beobachtende Zunahme der Treibhausgase ist sie wissenschaftlich nicht zu erklären“, sagte der Mathematiker. An dieser Stelle, was die Faktenlage angeht, bestand denn auch in der folgenden Diskussion weitgehende Einigkeit  bis hin zur Frage nach den weiteren Einflussfaktoren wie den Aktivitäten der Sonne. Über Ausmaß und Folgen des beschriebenen Klimawandels hingegen gingen die Ansichten auf dem Podium auseinander – womit sich der Titel der Veranstaltung „Was können wir glauben?“ – und nicht wissen – als durchaus passend erwies.

Klar wurde, dass die Klimadebatte viele Wissenschaftler in eine Rolle drängt, in der sie sich nicht immer wohl fühlen. Hense sagte, er verweigere mittlerweile jegliches Gespräch mit den Medien. Von Storch sagte, er fürchte gar eine zu starke Rolle der Wissenschaft in politischen Entscheidungsprozessen, die ihr nicht zustehe. Alle fünf Diskutanten stimmten darin überein, dass es einen Druck zur Zuspitzung und zur Festlegung gebe, der aus wissenschaftlicher Sicht nur schwer zu begründen sei. Wie etwa die Festlegung des „Zwei-Grad-Ziels“, also der politischen  Absichtserklärung, die menschengemachte Erderwärmung auf maximal zwei Grad gegenüber dem Niveau von vor der Industrialisierung zu begrenzen.

Was können wir glauben? Was wissen wir? Alle Diskutanten geben Antworten in einem Video-Statement:

In wenigen Tagen veröffentlicht der Weltklimarat (IPCC) den zweiten Teil seines 5. Sachstandberichtes. Lesen Sie ein Interview mit zwei der koordinierenden Leitautoren:

Klimawandel: "Wir stehen vielleicht am Anfang einer evolutionären Krise"

Weitere Informationen zum IPCC-Bericht unter

www.helmholtz.de/ipcc

18.03.2014, Martin Trinkaus

Leserkommentare, diskutieren Sie mit

Detlef Wittenberg, 19-03-14 12:47:
Ich war erstaunt und auch erschrocken, wie sehr sich die Wissenschaftler auf der Veranstaltung gescheut haben, klare Aussagen zu machen wie etwa die, dass weltweit viel mehr unternommen werden muss, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Dabei waren sich in diesem Punkt letztlich doch wohl alle einig (wenn man einmal von Peter Heller absieht). Welche Angst hindert sie an einer klaren Aussage? Dass sie damit den "falschen" politischen Kräften zuarbeiten, wie es bei Hans von Storch anklang? Oder dass sie falsch verstanden und mit "unwissenschaftlichen" Äußerungen öffentlich zitiert werden,wie ich es bei Andreas Hense herausgehört habe? So bleibt nach der Veranstaltung der Eindruck, dass es zwar den Klimawandel gibt. Aber dass noch so vieles unklar ist, dass man besser noch einige Jahre gründlich nachdenken sollte, bevor man Dinge unternimmt, die vieleicht gar nicht nötig sind. Ich wünsche den Herren mehr Mut.
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24.07.2016

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