HELMHOLTZ extrem

Die am tiefsten gelegene meteorologische Messstation

Schwarzes Meer
<b>Hier war mal Meer</b> Der Turm mit den Messgeräten steht 428 Meter unter dem mittleren Meeresspiegel. Die Daten der Messstation sind live einzusehen unter <a external="1" target="_blank" href="http://www.deserve-vi.net/index.php/links">www.deserve-vi.net/index.php/links</a> Bild: Ulrich Corsmeier/KIT, IMK-TRO

Der Weg zu ihren Messgeräten führt die Forscher jeden Morgen zu einer Strandbahn, die ansonsten nur von Touristen in Bikini und Badehosen genutzt wird. Bei 40 Grad im Schatten fahren sie an das Ufer des Toten Meeres, wo sie 428 Meter unter Nullniveau einen sechs Meter hohen Mast mit Messinstrumenten aufgebaut haben

Die Verdunstung des Toten Meeres erforschen die Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie zusammen mit internationalen Kollegen im Forschungs-Netzwerk des Virtuellen Helmholtz-Instituts Dead Sea Research Venue (DESERVE). Seit März 2014 bekommen sie Daten von der Messstation – doch lange wird sich der Mast, den sie direkt am Ufer aufgestellt haben, nicht mehr in Seenähe befinden: Schon einen Meter ist der Wasserspiegel des Toten Meeres seit der Installation gesunken, seit den 1970er Jahren sogar um rund 34 Meter. Wie extrem der Rückgang ist, kann man mit bloßem Auge sehen: Von den einst am Meeresufer errichteten Umkleidekabinen fährt man heute 1,5 Kilometer an den Strand – mit der Bahn, die auch die Wissenschaftler für ihren Weg zur Arbeit nutzen.

Die Ursachen für den extremen Rückgang sind vielfältig. Oberirdisch fließt immer weniger Wasser zu. Einen großen Einfluss auf den Seespiegel scheint auch die Verdunstung zu haben – welchen genau, war jedoch bislang unbekannt. Mit den ersten Messdaten konnten die Forscher bereits Informa tionen dazu sammeln. Für die Zukunft erhoffen sie sich Aussagen über die Wasserverfügbarkeit in der Region – auch, wenn sie dafür noch weiter zum Strand fahren müssen. 

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05.12.2014 , Angela Bittner
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