Helmholtz investiert 12 Millionen Euro in neue Klimainitiative

Mit dem Klimawandel steht die Menschheit vor einer ihrer größten Herausforderungen. Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet auf diesem Gebiet seit vielen Jahren wichtige wissenschaftliche Beiträge. Jetzt baut sie ihre Forschung auf diesem Zukunftsfeld weiter aus: Mit der Gründung der Helmholtz-Klimainitiative ermöglicht sie erstmals einen systemischen und interdisziplinären Ansatz. So werden verstärkt Anpassungsmöglichkeiten an ein verändertes Klima und Strategien zur Reduzierung von Emissionen erforscht.

„Immer mehr Waldbrände in Brandenburg, schwere Unwetter in Süddeutschland, schmelzendes Eis in der Arktis – weltweit sehen wir die katastrophalen Folgen des Klimawandels“, sagt Otmar D. Wiestler, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Die Wissenschaft befasst sich seit langem damit. Doch jetzt gehen wir einen Schritt weiter. Zusätzlich zu unseren bisherigen Bemühungen haben wir eine Forschungsbereichs-übergreifende Klimainitiative ins Leben gerufen. Darin werden wir neue umfassende Beiträge zu diesem ebenso wichtigen wie breiten Themenfeld leisten.“ Die Helmholtz-Klimainitiative umfasst alle sechs Forschungsbereiche der größten deutschen Wissenschaftsorganisation. Sie startet am 1. Juli 2019 und hat eine Laufzeit von zunächst zwei Jahren.

„Die Weltgemeinschaft hat sich beim UN-Klimatreffen in Paris im Jahr 2015 darauf geeinigt, die Erwärmung unseres Planeten möglichst auf plus 1,5 Grad, maximal aber auf plus 2 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, dürfen wir keine Zeit mehr verlieren“, sagt Georg Teutsch, der wissenschaftliche Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig, der die Klimainitiative leitet. „Der Klimawandel und seine Folgen sind real. Sie haben zahlreiche Ursachen und wirken sich in vielen unserer Lebensbereiche aus. Um die komplexen Zusammenhänge und Wechselwirkungen wirklich zu verstehen, müssen wir ihn als Gesamtsystem und jenseits von Fachgrenzen erforschen.“ Das sei eine Aufgabe, die im deutschen Wissenschaftssystem insbesondere von Helmholtz wahrgenommen werden könne.

Die Klimainitiative wird sich auf die beiden Schwerpunktbereiche „Reduzierung von Emissionen“ und „Anpassung an Klimafolgen“ konzentrieren. So wolle man im ersten Cluster wissenschaftliche Beiträge zu einer Roadmap erarbeiten, die aufzeigt, wie Deutschland bis zum Jahr 2050 seinen Ausstoß von Kohlendioxid-Emissionen auf netto null reduzieren könne. Im zweiten Cluster gehe es etwa darum, Anpassungsmöglichkeiten in diversen Lebensbereichen wie der Gesundheit, der Landwirtschaft, der Energieversorgung oder dem Verkehr zu erforschen. In beiden Clustern werde man zudem den Dialog mit der Gesellschaft und den engen Schulterschluss mit bereits bestehenden Initiativen sowie anderen Wissenschaftsorganisationen im Bereich der Klimaforschung suchen, sagt Teutsch. Erste Ergebnisse seien in beiden Bereichen bereits bis zum nächsten Sommer zu erwarten.

Doch die Klimainitiative geht nicht nur wissenschaftlich neue Wege, sondern auch kommunikativ: „Wir werden ein besonderes Augenmerk darauflegen, unsere einzigartige wissenschaftliche Expertise mit einem eigenen Kommunikations-Konzept zu unterlegen“, sagt Otmar D. Wiestler. „Im Bereich der Klimaforschung kann Helmholtz nicht nur seine Stärken als Kompetenz- und Informationsträger, sondern auch die als Kommunikator von wissenschaftlich basiertem Wissen einbringen.“ Das sei für viele gesellschaftliche Bereiche, etwa für Entscheider in Politik und Wirtschaft, für die Medien oder für die Öffentlichkeit von Interesse.

In die neue Klimainitiative investiert Helmholtz in der zweijährigen Pilotphase zwölf Millionen Euro aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten. Sollte eine Evaluation der Initiative ein positives Ergebnis haben, könne dies der Grundstein für ein langfristiges Engagement von Helmholtz in diesem Bereich sein, sagt Wiestler. Dies werde auch ein wichtiges Signal sein, um wissenschaftlichen Nachwuchs für das Thema Klimaforschung zu gewinnen.

Helmholtz leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Helmholtz ist mit mehr als 40.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 19 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 4,7 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

01.07.2019

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