Digitale Forschungsdaten offen zugänglich machen

Die Helmholtz-Gemeinschaft legt ein Positionspapier zum Umgang mit Forschungsdaten vor. Darüber hinaus fördert sie mit der Helmholtz Data Federation (HDF) die Entwicklung einer international vernetzten Forschungsdateninfrastruktur und tritt der internationalen Initiative Research Data Alliance (RDA) bei.

Die Helmholtz-Gemeinschaft legt ein Positionspapier zum Umgang mit Forschungsdaten vor. Darüber hinaus fördert sie mit der Helmholtz Data Federation (HDF) die Entwicklung einer international vernetzten Forschungsdateninfrastruktur und tritt der internationalen Initiative Research Data Alliance (RDA) bei.

Der offene Zugang zu Forschungsdaten eröffnet der Wissenschaft ein großes Potenzial. Die Vernetzung digitaler Datensammlungen ermöglicht neue Ansätze zur Beantwortung drängender Forschungsfragen. Um den „Datenschatz“ nutzen zu können, sind verlässliche und vertrauenswürdige Informationsinfrastrukturen für die längerfristige Speicherung und den Austausch der stetig wachsenden Datenmengen notwendig.

Unter dem Titel „Die Ressource Information besser nutzbar machen!“ hat die Helmholtz-Gemeinschaft jetzt ein Positionspapier zum Umgang mit Forschungsdaten verabschiedet. „Mit dem Positionspapier betonen die Helmholtz-Zentren ihre Bereitschaft, Forschungsdaten in geeigneten Dateninfrastrukturen langfristig zu bewahren und zur Nachnutzung für Wissenschaft und Gesellschaft so offen wie möglich zugänglich zu machen“, sagt Otmar D. Wiestler, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Hierzu soll auch die Forschung im informationstechnischen Bereich vorangetrieben werden, um Informationsinfrastrukturen für das Forschungsdatenmanagement auszubauen und verstärkt zu betreiben.  

Mit dieser Positionierung unterstützt die Helmholtz-Gemeinschaft auch die Entstehung einer Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), wie sie der von Bund und Ländern eingesetzte Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) vorschlägt.

„Die Helmholtz-Zentren betreiben einzigartige und für die Forschung bedeutsame Informationsinfrastrukturen, die von Wissenschaftlern weltweit in ihren Arbeiten genutzt werden. Wir stehen nun vor der  Herausforderung, Forschungsdaten über Organisations- und Disziplinengrenzen hinweg problemorientiert zu aggregieren und übergreifend zu nutzen“, sagt Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich und Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft.

Bereits jetzt wird mit der Helmholtz Data Federation (HDF) unter der Koordination des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) eine Dateninfrastruktur aufgebaut, die das Forschungsdatenmanagement im Big-Data-Bereich verbessern wird. Die HDF stellt eine Keimzelle für eine nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) dar, die offen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im gesamten deutschen Wissenschaftssystem ist und kompatibel mit der zukünftigen European Open Science Cloud (EOSC) sein wird.

Um die Abstimmung auf internationaler Ebene weiter zu fördern, ist die Helmholtz-Gemeinschaft nun der Research Data Alliance (RDA) beigetreten. Als internationales Forum für den Dialog über Archivierung, Standardisierung, Zugänglichmachung und Nutzung von Forschungsdaten bietet die RDA eine weltweit einmalige multidisziplinäre Plattform zur Abstimmung über den Aufbau einer international vernetzten Forschungsdateninfrastruktur. Bereits zum dritten Mal wird vom 28. bis 29. November 2016 am Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ die jährliche Konferenz der deutschen Sektion der RDA stattfinden. Ein klares Zeichen dafür, wie sehr sich die Helmholtz-Gemeinschaft in diesem Bereich engagiert.

Diese Aktivitäten entsprechen der wachsenden wissenschaftspolitischen Bedeutung von Open Science. Anliegen von Open Science ist es, den Informationsaustausch innerhalb der Wissenschaft und den Transfer der Ergebnisse in die Gesellschaft unter Nutzung des Internets zu fördern. „Wir begrüßen die jüngst vom Bundesministerium für Bildung und Forschung vorgelegte Open-Access-Strategie und werden unsere Aktivitäten zur Verbesserung der Zugänglichkeit von Forschungsergebnissen weiter intensivieren“, sagt Wiestler.

Die Helmholtz Data Federation

Koordiniert durch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hat die Helmholtz-Gemeinschaft mit der Realisierung der Forschungsdateninfrastruktur Helmholtz Data Federation (HDF) begonnen. Durch den sicheren Zusammenschluss (Föderation) und Ausbau von multi-thematischen Datenzentren wird die HDF es daten-intensiven Wissenschafts-Communities ermöglichen, wissenschaftliche Daten zu finden, unter Beibehaltung der Datenhoheit zu teilen, über Disziplingrenzen hinweg zu nutzen und zuverlässig zu archivieren. Die Föderation basiert auf drei Kernelementen: innovative Software für das Forschungsdatenmanagement, exzellente Benutzerunterstützung und topaktuelle Speicher- und Analyse-Hardware. Partner in der ersten Phase sind 6 Zentren aus 5 Forschungsbereichen: Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (Erde und Umwelt), Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY und GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung (beide Materie), Deutsches Krebsforschungszentrum (Gesundheit), Forschungszentrum Jülich und Karlsruher Institut für Technologie (beide Energie, Schlüsseltechnologien, Materie, Erde und Umwelt). Die HDF stellt eine Keimzelle für eine Wissenschaftsorganisationen-übergreifende nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) dar, die offen für Nutzer im gesamten deutschen Wissenschaftssystem ist und durch internationale Verbindungen kompatibel mit der zukünftigen European Open Science Cloud (EOSC) sein wird.

Weitere Informationen:

Positionspapier „Die Ressource Information besser nutzbar machen!“: https://www.helmholtz.de/os-positionspapier/

Helmholtz Open Science Koordinationsbüro: www.helmholtz.de/open-science/

12. Oktober 2016

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