Editorial

Liebe Teilnehmerinnen und Alumni des Programms „In Führung gehen“,

herzlich willkommen zur aktuellen Ausgabe des Newsletters, den ich heute für einen kurzen historischen Rückblick nutzen möchte:

Seit der staatsrechtlichen Gleichstellung von Männern und Frauen in der Weimarer Republik sind noch keine 100 Jahre vergangen. Nicht viel früher wurde Frauen erstmals in Deutschland der Zugang zu Universität und Promotion gewährt. Sport galt seinerzeit weitestgehend als Männersache, natürlich auch der Fußball. Wie so oft kam die Ausgrenzung von Frauen im Gewand vermeintlicher Schutzregelungen für das „schwache“ Geschlecht daher: Fußball könne zu einer „Vermännlichung der Frau“ führen oder aber ihre „traditionelle Wesensbestimmung“ auf die Mutter- und Hausfrauenrolle gefährden. Da sich trotz dieser Drohkulisse Frauen für das runde Leder interessierten, beschloss der Deutsche Fußball-Bund 1955 (sic!) auf seinem Verbandstag, das Fußballspielen mit Damenmannschaften zu unterbinden. Er verbot den ihm angeschlossenen Vereinen, Frauenabteilungen zu gründen oder die Sportstätten zur Verfügung zu stellen…

Szenenwechsel: Wir schreiben das Jahr 2011. Die Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen fand in diesem Sommer in Deutschland statt und der DFB-Chef Theo Zwanziger ließ es sich nicht nehmen, eine Gastrolle im jüngst ausgestrahlten Sonntagabend-Krimi „Tatort“ zu übernehmen, um das Thema Frauenfußball einem Millionenpublikum näher zu bringen...

Für eine stärkere Teilhabe von Frauen in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen hat sich in Deutschland ganz offenbar in den letzten Jahrzehnten eine ganze Menge getan. Frauen müssen mit Widerständen rechnen, können aber auch viel bewegen, wenn sie gemeinsam Ziele verfolgen, zum Beispiel im Rahmen des Helmholtz-Frauennetzwerks.

Nun bleibt mir, Ihnen eine unterhaltsame Lektüre zu wünschen. Vorschläge für die Gestaltung kommender Ausgaben des Newsletters sind nach wie vor willkommen!

Herzliche Grüße

Ihre 

Birgit Gaiser

Themenspecial: Interkulturelles Management – Frauen auf internationalem Parkett

Interkulturelle Fragen beschäftigen uns nicht nur in den Sommerferien, das Thema hält zunehmend Einzug in den Alltag und die Berufswelt. Die Globalisierung, eine zunehmende Liberalisierung der Gesellschaften und eine erhöhte individuelle Mobilität führen dazu, dass interkulturelle Begegnungen längst zu einer gesellschaftlichen Normalität geworden sind.

In Kombination mit dem demographischen Wandel und dem damit zusammenhängenden Fachkräftemangel wird klar, dass es sich damit um ein dauerhaftes Phänomen handelt. Dies gilt für den Wissenschaftsbereich in ganz besonderer Weise: Internationale Berufserfahrung gilt als Voraussetzung für eine anspruchvolle Karriere. Entsprechend sind auch bei der Helmholtz-Gemeinschaft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten tätig.

Die Tragweite und Aktualität dieser Thematik zeigt auch der Umstand, dass Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz Gemeinschaft das Thema beim Neujahrempfang 2011 dezidiert aufgreift: „Die aktive und gezielte Suche nach geeigneten und besonders qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchten wir als Organisationskultur leben, und zwar auf allen Ebenen – vom Auszubildenden bis zum Vorstand, vom Doktoranden bis zur Spitzenwissenschaftlerin. Aufgrund unserer guten Ausgangslage ist jetzt der Moment, Helmholtz jünger, weiblicher und internationaler zu machen.“ (Quelle: http://www.helmholtz.de/aktuelles/reden/artikel/4/16808/)

Grund genug, sich vertieft mit interkulturellen Fragen zu befassen. Anlässlich der Verabschiedung des laufenden Mentoring-Jahrgangs und der Begrüßung der jüngst ausgewählten Mentees am 5.9.2011 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften konnten wir Frau Dr. Kundri Böhmer Bauer (interkulturelle Trainerin, Ethnologin und Lehrbeauftragte) für einen Impulsvortrag zum Thema interkulturelle Teamarbeit gewinnen.

Weiterführende Links zum Thema:

http://www.onpulson.de/themen/tag/interkulturelles-management

http://www.interkultur.info/uploads/Profit_durch_Diversity-Kompetenz-1_aac.pdf

http://www.interkultur.info/uploads/Profit_durch_Diversity-Kompetenz-2_8e2.pdf

http://www.interkultur.info/uploads/Profit_durch_Diversity-Kompetenz-3_1b8.pdf

http://www.interkultur.info/uploads/Profit_durch_Diversity-Kompetenz-4_20b.pdf

Bericht aus dem Programm

Netzwerktreffen im März
von Ute Gerlach

Am 21./22. März fand das Netzwerktreffen 2011 zu „In Führung gehen“ in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften am Berliner Gendarmenmarkt statt. 80 Teilnehmerinnen erlebten ein abwechslungsreiches Programm aus Workshops, Impulsvortrag und Podiumsdiskussion. Der Abend und die Pausen wurden zum Austausch und zur Vernetzung genutzt.

Neben dem Erwerb von Schlüsselqualifikationen in den Themenbereichen Führungstraining für Frauen, interkulturelles Management sowie Stimm- und Medientraining durch hochqualifizierte Trainer beschäftigte die Teilnehmerinnen in diesem Jahr insbesondere das Thema Frauenquote.

Hierzu stellte Prof. Dr. Claudia Kemfert, Energieexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), in ihrem Impulsreferat „Deutsche Vorstandsetagen – Ein Männerclub“ die Ergebnisse des DIW Managerinnen Barometers 2010 vor und vermittelte damit einen Einblick in die nach wie vor dramatische Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen in Deutschland.

Dr. Alexander Kurz, Vizepräsident des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), drückte mit seinem Interesse an der Veranstaltung und seinen Beiträgen zur Begrüßung und Podiumsdiskussion Wertschätzung für das Helmholtz-Frauen-Netzwerk aus; er unterstrich, wie ernst die Chancengleichheit auch in den Führungsetagen der Helmholtz-Gemeinschaft genommen wird.

Beim anschließenden Panel zum Thema „Frauenquote – Quotenfrau“ diskutierten die Teilnehmer/innen Dr. Stephanie Dittmer, Bereichsleiterin Strategie in der Geschäftsstelle der Helmholtz-Gemeinschaft, Dr. Alexander Kurz und Dr. Mathilde Sörensen von der Universität Bergen/Norwegen das Für und Wider einer Frauenquote, über Erfahrungen im In- und Ausland und über erfolgversprechende Wege und Möglichkeiten, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Unser besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang noch einmal Mathilde Sörensen, die sich spontan bereit erklärt hatte, bei der Paneldiskussion für eine norwegische Professorin, die kurzfristig erkrankt war, einzuspringen.

Auswahl zum dritten Jahrgang

Im Bewerbungszeitraum der Ausschreibung zum Helmholtz-Mentoring-Programm „In Führung gehen“ sind in der Geschäftsstelle der Helmholtz-Gemeinschaft 85 Bewerbungen eingegangen. Damit können wir eine deutliche Steigerung der Anzahl der Bewerbungen verzeichnen, wobei das Programm bereits in den ersten beiden Durchgängen mit 64 und 61 Bewerbungen auf die verfügbaren 30 Plätze sehr stark nachgefragt war.

Am 31.Mai 2011 erfolgte die Auswahl der Teilnehmerinnen durch einen Lenkungsausschuss unter Leitung von Prof. Dr. Eberhard Umbach, Vorstand KIT und Vize-Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft: Die Teilnehmerinnen sind zwischen 28 und 40 Jahren alt. Wie in den vergangenen Durchläufen kommen zwei Drittel aus dem Wissenschaftsbereich, während ein Drittel in der Administration oder der Infrastruktur beschäftigt ist.

Im kommenden Jahr wird die Ausschreibung wieder im Frühjahr stattfinden. Zu gegebenem Zeitpunkt werden wir entsprechende Hinweise auf der Website der Helmholtz-Gemeinschaft und im Newsletter bekannt geben. Weiterführende Informationen zur Ausschreibung finden Sie unter folgendem Link: http://www.helmholtz.de/in_fuehrung_gehen/

Termine

Auftaktveranstaltung

Am 5.9.2011 findet die Auftaktveranstaltung des dritten Jahrgangs des Helmholtz-Mentoring-Programms „In Führung gehen“ in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften  in Berlin-Mitte statt. Außerdem werden an selben Tag die Teilnehmerinnen des 2. Jahrgangs verabschiedet. Die Abendveranstaltung steht unter dem Motto „Interkulturelles Management“. Neben einem Mentee-Talk, den Teilnehmerinnen mit internationalem Hintergrund bestreiten werden, erwartet uns ein Impulsreferat zum Thema Frauen auf internationalem Parkett von Frau Dr. Kundri Böhmer-Bauer.

 

Jahrestagung

Unter dem Motto „Wir forschen für den Menschen“ findet die diesjährige Jahrestagung der Helmholtz-Gemeinschaft am 21.September in der  Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom AG statt. Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr.

 

Termine zum Thema Frauenkarrieren am KIT

Das KIT beteiligt sich dieses Jahr an den Frauenwirtschaftstagen, die vom Baden-Württembergischen Ministerium für Finanzen und Wirtschaft unterstützt werden (http://www.wm.baden-wuerttemberg.de/sixcms/detail.php/105853).

Im Rahmen dieser Tage wird es am KIT zwei Veranstaltungen geben:

13.10.; 14:30-20:00 Uhr: „Karrierewege von Frauen – Erfolgsfaktoren und Stolpersteine
Neben einem Vortrag zu „Förderinstrumenten am KIT“, einem interaktiven Referat zu „Erfolgsfaktoren und Stolpersteinen“ ist eine Podiumsdiskussion zum gleichen Thema geplant. Im Anschluss gibt es einen Abend-Imbiss.

14.10.; 16:00-20:00 Uhr:Frauen in den Chefsessel – die Quote als Instrument?
Das Thema wird im Rahmen einer Podiumsdiskussion betrachtet mit anschließendem World-Café und Abend-Imbiss.

Weitere Informationen können dem Veranstaltungskalender des KIT unter http://www.pma.kit.edu/personalentwicklung/528.php entnommen werden. Für beide Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich, die im Veranstaltungskalender online möglich ist. Außerdem wird ein Unkostenbeitrag von jeweils 30 € (bei Anmeldung für beide Veranstaltungen von 40 €) erhoben.

Die Podiumsdiskussion am 13.10. wird moderiert von Sigrid Meuselbach, die einige Teilnehmerinnen des Helmholtz-Mentoren-Programms bereits als Trainerin kennen gelernt haben. Sie wird auch das „interaktive Referat“ halten. Außerdem ist Dr. Irina Nazarenko (eine Alumna) eine Teilnehmerin in der Podiumsdiskussion.

Personalia

Neue Stelle für Birgit Bodelier

Birgit Bodelier hat am 1. März 2011 die Stelle als Mitarbeiterin in der Qualitätssicherung des Projektträgers Jülich Qualitätssicherung und Grundsatzfragen der Projektförderung (DEQ 5) unter Leitung von Herrn Wolfgang Anhalt übernommen. Im Vordergrund ihrer Tätigkeit steht die dienstleistungsorientierte Qualitätssicherung (Endkontrolle) von Forschungs- und Innovationsförderverfahren verschiedener Bundes- und Länderministerien in Form von Beratung und Mitzeichnung. In vorgegebenen Rechtsrahmen werden die beim Projektträger bearbeiteten Anträge auf Plausibilität und Vollständigkeit geprüft.

Neue Kontaktdaten:

Birgit Bodelier

Projektträger Jülich
Geschäftsbereich Qualitätssicherung, Grundsatzfragen der Projektförderung (DEQ 5)
Forschungszentrum Jülich GmbH
D-52425 Jülich

Tel.: 02461 / 61-9034
Fax: 02461 / 61-2730
Mail: b.bodelier(at)fz-juelich.de
Internetauftritt: www.fz-juelich.de/ptj

Dr. Stephanie von Klot

Stephanie von Klot hat zum 1.Mai.2011 als Global Epidemiologist bei Boehringer Ingelheim begonnen. Sie wird im Bereich Onkologie für epidemiologische Fragestellungen zuständig sein und weltweit selbständig Studien initiieren und leiten.

Kontakt:
svklot@gmail.com

Ingeborg Klymiuk, Wechsel nach in Österreich

Ingeborg Klymiuk hat am 16. Mai 2011 die Stelle als Leitung der Core Facility Molekularbiologie am Zentrum für Medizinische Grundlagenforschung in Graz angetreten. Die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit liegen dabei in der Unterstützung von Angehörigen der Medizinischen Universität und des LKH-Graz bei der Planung und Ausführung ihrer wissenschaftlichen Projekte. Daneben ist sie für eine zukunftsorientierte Ausrichtung der Core Facility in den nächsten Jahren verantwortlich.

Neue Kontaktdaten:

Dr. Ingeborg Klymiuk

Core Facility Molecular Biology
Zentrum für Medizinische Grundlagenforschung
Medizinische Universität Graz
Stiftingtalstrasse 24
A-8010 Graz

http://www.meduni-graz.at/zmf

E-Mail: ingeborg.klymiuk(at)medunigraz.at

Tel: +43 316 385-72830
Fax: +43 316 385-73009

Lisa Besler jetzt beim Forschungsverbund Berlin

Lisa Besler hat am 1. April 2011 eine neue Stelle als Referentin der Geschäftsführung und des Vorstandes beim Forschungsverbund Berlin e.V. übernommen. Der Forschungsverbund ist ein Zusammenschluss aus acht Forschungsinstituten mit einer gemeinsamen Verwaltung und rund 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dort unterstützt sie, neben den anderen Vorstandsmitgliedern des Verbundes, insbesondere den kaufmännischen Geschäftsführer des Forschungsverbundes, Herrn Dr. Falk Fabich, bei seinen Aufgaben im Forschungsverbund sowie als administrativer Vizepräsident der Leibniz-Gemeinschaft. Zu ihren Tätigkeiten gehören dabei u.a. die Organisation des Nachwuchswissenschaftlerinnen-Preises des Forschungsverbundes sowie des Ausbildungstages der Leibniz-Gemeinschaft. Daneben bereitet sie die Sitzungen der zentralen Gremien des Forschungsverbundes vor  (Mitgliederversammlung, Vorstand und Kuratorium) und ist im Tagesgeschäft Ansprechpartnerin für Externe Partner, die Institute und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungsverbundes.

Neue Kontaktdaten:

Lisa Besler

Referentin der Geschäftsführung und des Vorstandes
Forschungsverbund Berlin e.V.
Rudower Chaussee 17
12489 Berlin
Tel: +49-30-6392-3332
E-Mail: besler(at)fv-berlin.de

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