Editorial

Liebe Teilnehmerinnen und Alumni des Programms „In Führung gehen“, 

am 8. März jährt sich der internationale Frauentag zum 101. Male. Angeregt von der deutschen Sozialistin Clara Zetkin wurde der erste Frauentag am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz gefeiert. Den Feministinnen ging es darum, einen besonderen nationalen Kampftag für das Frauenstimmrecht zu initiieren. Die Festlegung des Gedenktags auf den 8. März hat wiederum einen historischen Hintergrund: Am 8. März 1917 streikten in Sankt Petersburg die Textilarbeiterinnen und lösten damit die Februarrevolution aus.
Möglicherweise wird auch ein aktueller Entschluss in der Wissenschaft Geschichte schreiben. Da die seit einigen Jahren in der Wissenschaft eingesetzten Frauenfördermaßnahmen nicht die gewünschte Wirkung erzielt haben und Frauen im Wissenschaftssystem noch immer stark unterrepräsentiert sind, wurde im November vergangenen Jahres von der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz der Beschluss gefasst, in den Pakt-Organisationen flexible Zielquoten für Frauen einzuführen. Wir dürfen also gespannt sein!
Nun bleibt mir, uns allen zum Frauentag zu gratulieren.

Herzliche Grüße

Birgit Gaiser

Themenspecial: Das Kaskadenmodell

Trotz aller Bemühungen in Wissenschaft und Forschung ist das Ziel der angemessenen Repräsentanz von Frauen insbesondere in Führungspositionen bei weitem noch nicht erreicht. Ende letzten Jahres beschloss deshalb die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK), die Pakt-Organisationen auf sogenannte „flexible Zielquoten“ zu verpflichten.

Zitat des Beschlusses der GWK vom 7.11.2011: 

1. Die Forschungsorganisationen legen unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Organisationsstruktur nach Ziffer 7 AV-Glei flexible Zielquoten im Sinne des Kaskadenmodells der „Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards“ der DFG fest.

2. Die Zielquoten werden ab 2012 im jährlichen Monitoring-Bericht zum Pakt für Forschung und Innovation veröffentlicht. Die Forschungsorganisationen berichten in diesem Rahmen ebenfalls über ihre Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit entsprechend der Regelungsstruktur der AV-Glei.

3. Die Erreichung der Zielquoten soll sukzessive durch Zielvereinbarungen auf Leitungsebene der außeruniversitären Forschungsorganisationen unterstützt werden.

4. Die ad-hoc AG zum PFI wird mit der übergreifenden Umsetzung beauftragt und gebeten, die Fachausschüsse WGL und MPG sowie den AK „Chancengleichheit in Wissenschaft und Forschung“ einzubeziehen. Die Fachausschüsse von HGF und FhG handeln kongruent. Sobald die Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Evaluation der Offensive für Chancengleichheit vorliegen, werden diese in die weiteren Arbeiten einbezogen.

5. Der Ausschuss der GWK wird sich mit den Empfehlungen des Wissenschaftsrates zur Evaluation der Offensive für Chancengleichheit in seiner Herbstsitzung befassen.

Das Kaskadenmodell setzt an dem Phänomen an, das auch als „leaky pipeline“ bezeichnet wird. Während ungefähr gleich viele Frauen wie Männer ein Studium beginnen, schließen zunächst zwar insgesamt mehr Frauen als Männer erfolgreich ein Studium ab, ihr Anteil verringert sich aber von einer Karrierestufe zur nächsten. 

Mit dem Kaskadenmodell wird auf das Phänomen des schrumpfenden Anteils von Frauen im Karriereverlauf reagiert: Der Verlust von Frauen an den Übergängen von einer zur nächsten Karrierestufe soll durch die Erfüllung von Zielquoten verhindert werden. Die Zielquote für die nächsthöhere Stufe im wissenschaftlichen Karriereverlauf wird durch den Anteil von Frauen in der vorhergehenden Stufe gesetzt. Wenn beispielsweise 30% der Promotionen von Frauen kommen, wird eine Zielquote von 30% für die Professuren gesetzt. 

Es bestehen jedoch zusätzlich disziplinäre Unterschiede, die auf geschlechtsspezifische Einflüsse bei der Wahl des Studienfachs zurückgehen. Während beispielsweise in den Sprach- und Kulturwissenschaften an deutschen Universitäten der Anteil von Professorinnen bei knapp 33 % liegt, ist ihr Anteil in der Mathematik und den Naturwissenschaften bei nur 12,7 %, in Ingenieurswissenschaften bei nur 8 % (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2010, Bildung und Kultur, Personal an Hochschulen - Vorläufige Ergebnisse finden Sie hier, letzter Aufruf am 29.2.2012).

Die Entwicklung flexibler Quoten nach dem Kaskadenmodell bedeutet zusätzlich die Berücksichtigung disziplinärer Unterschiede: Es werden unterschiedliche Zielquoten für unterschiedliche Fächer bzw. Disziplinen festgelegt.

Für die Helmholtz-Gemeinschaft sind zwar grundsätzlich Vorgaben des Ausschuss der Zuwendungsgeber der Helmholtz-Gemeinschaft (AZG) bindend. Es ist abzuwarten, ob das BMBF und in der Folge auch der AZG sich den GWK – Beschluss zu Eigen machen wird.

 

Bericht aus dem Programm

Am 13. Februar startete die Ausschreibung zum vierten Jahrgang des Helmholtz-Mentoring-Programms „In Führung gehen“. Bis zum 16. März können sich motivierte Mitarbeiterinnen der Helmholtz-Zentren aus Wissenschaft und der Administration für das Programm bewerben. Mit Hilfe dieser Personalentwicklungsmaßnahme sollen Frauen auf anspruchsvollere Berufspositionen und Führungsaufgaben vorbereitet werden und deren Vernetzung innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft und darüber hinaus nachhaltig gestärkt werden. 

Weiterführende Informationen: 

www.helmholtz.de/mentoring und 

Helmholtz-Mentoring-Programm für weibliche Nachwuchskräfte "In Führung gehen"

 

Termine

Netzwerktreffen im April

Das Netzwerktreffen findet am 2./3. April 2012 wie bereits in den vergangenen Jahren in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) am Gendarmenmarkt statt. Neben ganztägigen Trainings am Montag wird am Dienstag unter anderem eine Podiumsdiskussion zum Thema Frauennetzwerke stattfinden. An der Podiumsdiskussion – moderiert durch Prof. Dr. Ernst Rietschel (ehemaliger Präsident der Leibniz-Gemeinschaft) – werden Ramona Pisal (Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes), Monika Schulz-Strelow (Präsidentin der Initiative für mehr Frauen in die Aufsichtsräte), Dr. Brigitte Lammers (Egon Zehnder International) und Prof. Dr. Eberhard Umbach (Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie und Vizepräsident der Helmholtz-Gemeinschaft) teilnehmen. 

Die Trainings am 2. April sind mittlerweile ausgebucht, eine Teilnahme am 3. April ist aber noch möglich. 

Anmeldungen bitte an:

bianca.berlin(at)helmholtz.de

 

Personalia

Neue Stelle für Heike Neumann

Heike Neumann hat am 01. Januar 2012 die Leitung des Fachbereiches Transfer und Markteinführung beim Projektträger Jülich (PtJ UMW4) in Berlin übernommen. Die 39-jährige Diplomingenieurin war bisher stellvertretende Leiterin dieses Fachbereiches und Koordinatorin des BMU-Förderprogramms „Energetische Biomassenutzung“. Vor ihrer Tätigkeit beim Projektträger Jülich arbeitete sie bis 2001 bei der umwelttechnik und ingenieure GmbH in Hannover. 

Aktualisiertes Profil auf den Karriereseiten des PtJ:

www2.fz-juelich.de/ptjkarriere/wissenschaftler/neumann


Kontaktdaten:

Dipl.-Ing. Heike Neumann

Projektträger Jülich 
Umwelt (UMW)
Fachbereichsleiterin Transfer und Markteinführung (UMW 4)

Forschungszentrum Jülich GmbH 
Zimmerstraße 26-27 - 10969 Berlin

Tel.: +49 (0) 30 20199-517
Fax: +49 (0) 30 20199-430

h.neumann(at)fz-juelich.de

www.ptj.de/klimaschutzinitiative/biomasse

 

W3-Professur für Annegret Thieken

Seit 1. Oktober 2011 ist die habilitierte Geoökologin Annegret Thieken W3-Professorin für Geographie und Naturrisikenforschung an der Universität Potsdam. Nach dem Studium der Geoökologie in Braunschweig und Amsterdam und der Promotion in Halle an der Saale arbeitete die heute 42-jährige Wissenschaftlerin acht Jahre im Bereich Ingenieurhydrologie am GeoForschungsZentrum Potsdam. Anschließend hatte Annegret Thieken an der Universität Innsbruck eine Professur für Naturgefahren- und Risikomanagement inne. Vor ihrem erneuten Wechsel nach Potsdam war die gebürtige Cloppenburgerin stellvertretende Direktorin des Climate Service Center (CSC) in Hamburg, einer Einrichtung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht.

Neue Kontaktdaten:

Prof. Dr. Annegret Thieken

Universität Potsdam
Institut für Erd- und Umweltwissenschaften Geographie und 
Naturrisikenforschung Campus Golm, Haus 9, Raum 2.20 

Karl-Liebknecht-Straße 24-25
14476 Potsdam - Golm

Tel: 0331-977-2984
Fax: 0331-977-2761

thieken(at)uni-potsdam.de

W3-Professur für Katja Matthes

Frau Prof. Dr. Katja Matthes hat zum 1.1.2012 den Ruf auf die W3-Professur für Allgemeine Meteorologie an der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Christian-Alberchts-Universität zu Kiel und dem Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR) angenommen. Die Professur ist am GEOMAR angesiedelt. Zuvor hatte Katja Matthes eine W2-Professur an der FU Berlin und dem Helmholtz-Zentrum Potsdam, Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) inne.

Neue Kontaktdaten:

Prof. Dr. Katja Matthes

Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (GEOMAR)

Düsternbrooker Weg 20
24105 Kiel, Germany

kmatthes(at)geomar.de

 

Dr. Maja Schlüter jetzt in Schweden

Dr. Maja Schlüter hat am 1. Februar eine Stelle als festangestellte Wissenschaftlerin am Stockholm Resilience Centre/Stockholm University in Schweden angetreten. Dort baut sie mit einem starting grant des European Research Councils (ERC) eine Gruppe zur Modellierung von sozial-ökologischen Systemen und ihrer Resilienz auf.

Neue Kontaktdaten:

Maja Schlüter, PhD

Stockholm Resilience Centre
Stockholm University
106 91 Stockholm

Phone: +46 (0)8 674 7684 
Mobile: +46 (0)73 460 4910

maja.schlueter(at)stockholmresilience.su.se

www.stockholmresilience.su.se

 

Neue Position für Effrosyni Chelioti

Effrosyni Chelioti übernahm zum 1. Dezember 2011 die Leitung der Stabstelle Internationale Beziehungen an der Geschäftsstelle der Helmholtz-Gemeinschaft in Berlin. Effrosyni Chelioti, 32 Jahre alt und studierte Politologin und Rechtswissenschaftlerin, war bisher als Referentin für Strategieentwicklung und Forschungspolitik in der Helmholtz-Geschäftsstelle tätig. Zuvor arbeitete sie als Pressereferentin und leitete unter anderem das Pressezentrum der europäischen Wissenschaftskonferenz Euroscience Open Forum 2006. 

Neue Kontaktdaten:

Effrosyni Chelioti

Leiterin Internationale Beziehungen
Helmholtz-Gemeinschaft, Büro Berlin

Anna-Louisa-Karsch-Str. 2
10178 Berlin

Tel. +49 30 20632958
Fax. +49 30 2063296

effrosyni.chelioti(at)helmholtz.de

 

Dr. Sylvia Harms jetzt Leiterin Lerncenter Kumon in Leipzig

Dr. Sylvia Harms hat sich zum 1. Januar 2012 mit einem Lernzentrum für Kinder in Leipzig selbständig gemacht. Die 43-jährige Psychologin und Mutter von vier Kindern hatte nach der Promotion an der Universität Zürich am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) gearbeitet, zuletzt als Arbeitsgruppenleiterin im Department Umweltpolitik. Sowohl am UFZ als auch an vorhergehenden Institutionen hat sie sich parallel zur Forschertätigkeit stets für den Bereich Aus- und Weiterbildung engagiert.

Neue Kontaktdaten:

Dr. Sylvia Harms

KUMON-Lerncenter Leipzig-Gohlis

Lindenthaler Str. 15
04155 Leipzig

Tel.: ++49 341 92799331

www.kumon.de

 

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