Editorial

Liebe Teilnehmerinnen und Alumni des Programms „In Führung gehen“,

herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe des Newsletters zum Helmholtz-Mentoring-Programm für weibliche Nachwuchskräfte.

Von der Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde das Jahr 2011 zum "Internationalen Jahr der Wälder" erklärt, das Wissenschaftsjahr legt heuer seinen Fokus auf die Gesundheitsforschung, in den Medien und der Politik hingegen ist das Thema Frauenförderung so präsent wie nie. Wenn auch umstritten ist, wie die Berufslaufbahnen von Frauen sinnvoll und vor allem nachhaltig unterstützt werden können, zeigt das breite Interesse am Thema immerhin, dass das Problem als solches endlich in den Köpfen von Entscheidungsträgerinnen und –trägern angekommen ist. Die Netzwerktagung zum Helmholtz Mentoring-Programm „In Führung gehen“ im März wird sich entsprechend ausführlich mit der Frauenquote als Maßnahme zur Erhöhung des Frauenanteils in Leitungspositionen befassen. Bereits zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen uns knapp 70 Anmeldungen vor. Dieser große Zuspruch der Teilnehmerinnen und Alumni unseres Netzwerks ist sicherlich auf die Aktualität des Themas zurück zu führen und wir freuen uns auf eine rege Diskussion.

Pünktlich zum Weltfrauentag am achten März startet außerdem die Ausschreibung zur Bewerbung des dritten Jahrgangs des Helmholtz-Mentoring-Programms „In Führung gehen“. Wir sind zuversichtlich, dass wir auch für diesen kommenden Jahrgang ein interessantes Rahmenprogramm und engagierte Mentorinnen und Mentoren zu bieten haben und freuen uns schon jetzt auf die Begegnung mit möglichst zahlreichen interessierten Frauen, die in Führung gehen möchten.

Nun bleibt mir, Ihnen eine unterhaltsame Lektüre zu wünschen. Vorschläge für die Gestaltung kommender Ausgaben des Newsletters sind nach wie vor willkommen!
 

Herzliche Grüße

Ihre

Birgit Gaiser

Themenspecial: Frauenquote - Quotenfrauen?

Josef Ackermann wünscht sich mehr Frauen in Leitungsfunktionen, um „Farbe und Schönheit“ in die Vorstandsetagen deutscher Unternehmen zu bringen. Amüsant an dieser Äußerung sind allein die einhellig irritierten Reaktionen und der an den Fettnapf-Rhetoriker adressierte Rat von Bundesministerin Ilse Aigner, doch besser mal auf eine Blumenwiese oder ins Museum zu gehen.

Während in Norwegen, Frankreich und Spanien Quoten gesetzlich festgelegt sind, tut sich die deutsche Politik mit Gesetzesinitiativen besonders schwer. Vor zehn Jahren beschloß die Wirtschaft eine freiwillige Vereinbarung zur Förderung von Frauen. Seitdem hat sich kaum etwas geändert. Während Frauen beim Abitur und erfolgreichen Studienabschluß noch überwiegen, sackt ihr Anteil bei den folgenden Ausbildungs- und Karriereschritten deutlich ab. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) werden nur 3,2 % der Vorstandsposten in deutschen Unternehmen von Frauen besetzt. Im Wissenschaftsbereich sieht es etwas besser aus. Laut einer Statistik des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) stieg der Anteil der Lehrstuhlinhaberinnen seit 1995 von acht auf rund 18 Prozent an. Aber auch hier gilt: Je höher die Wertigkeit der Professur, desto seltener ist sie weiblich besetzt.

Bei einer differenzierten Betrachtung des Themas lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen: Garantiert eine Frauenquote lediglich im Sinne einer notwendigen Spielregel Fairplay zwischen den Geschlechtern oder aber ist die Quotierung ein Gebot der ökonomischen Vernunft? Zunächst erscheint es geradezu absurd, angesichts des sich abzeichnenden demographischen Wandels und des damit verbundenen Fachkräftemangels, das Potenzial gut ausgebildeter Frauen nicht abzurufen. Darüber hinaus gibt es offenbar verschiedene Anzeichen dafür, daß sich ein höherer Anteil von Frauen in Leitungspositionen zusätzlich auszahlt. Neben Studien, die von höherer Kreativität gemischter Teams berichten, hat das amerikanische Frauenforschungsinstitut Catalyst herausgefunden, daß Firmen, die besonders viele Frauen im Vorstand haben, eine bis zu 53 Prozent höhere Eigenkapitalrendite erzielen.

Die Leitmotive der Wissenschaft – Exzellenz und Leistungsprinzip – stehen dennoch diametral zu einer starren Quotierung von Frauen. Dass hierzu jedoch flexiblere Alternativen existieren, zeigt die Position von Prof. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz Gemeinschaft. Bereits im Jahr 2008 hat er sich für eine Frauenquote in der Wissenschaft ausgesprochen, die sich am Anteil der potenziellen Kandidatinnen in der jeweiligen Disziplin orientiert (http://www.forschung-und-lehre.de/wordpress/?p=573). Bei einer Wahrung des Leistungsprinzips könnte so zumindest der Rückgang des Anteils der Frauen auf der Karriereleiter effektiv bekämpft werden.

Weiterführende Links zum Thema:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-76659498.html
http://www.forschung-und-lehre.de/wordpress/?p=573
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.367559.de/dp1101.pdf

Bericht aus dem Programm

Regionaltreffen am KIT
von Regina Krüßmann, Sandra Schubing, Elisabeth Zuber-Knost

Am 26.11.2010 haben sich 10 aktuelle und ehemalige Teilnehmerinnen der Mentoring-Programme des ehemaligen Forschungszentrums Karlsruhe und der Helmholtz-Gemeinschaft am Karlsruher Institut für Technologie zu einem Regionaltreffen zusammen gefunden. Nach der Begrüßung durch Frau Dr. Britta Bergfeldt, der Gleichstellungsbeauftragten für den Campus Nord und einer ausführlichen Vorstellungsrunde stand ein Workshop mit Frau Dr. Elisabeth Zuber-Knost von ZKonsult auf dem Programm: „Parcours mit Hindernissen: Karriere von Frauen“.


Obwohl der Frauenanteil bei Studierenden, Promotionen, Habilitationen und auch in der Verwaltung in den letzten Jahren stetig gestiegen ist, gilt er nach allgemeiner Einschätzung immer noch als zu gering. Welche Faktoren machen Erfolg und Karriere aus? Dazu haben wir uns zunächst ein paar aktuelle Zahlen und Zitate aus der Sociovision-Studie angeschaut (www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/Publikationen/publikationsliste,did=134462.html). Dann haben wir uns in Kleingruppen überlegt, welche Kriterien eine gute Führungskraft ausmachen – unsere Ergebnisse wichen dabei ganz erheblich von den Resultaten der Studie ab, in der Führungskräfte zum selben Thema befragt worden sind.


Anschließend haben wir uns – ebenfalls in Kleingruppen – die Frage gestellt, was für uns eigentlich „Karriere“ bedeutet – wie sollte die nächste Position ausgestaltet sein und welche Fähigkeiten müssen dafür noch erworben werden? Die Punkte, die wir hier zusammen tragen konnten, waren zumeist sogenannte Soft Skills, aber auch ganz konkretes „Handwerkszeug“ wie z. B. Verhandlungstechnik.


Der letzte Punkt „Hindernisse“ kam dann aufgrund der fortgeschrittenen Zeit etwas zu kurz: Wenige Frauen haben eine Karriereplanung, sondern überlassen ihre berufliche Entwicklung lieber dem Zufall. Außerdem wurden Randbedingungen wie Arbeitsorganisation, Team und Hierarchie angesprochen. Nach wie vor sind viele Arbeitsplätze wenig familienfreundlich ausgestattet, und „Anwesenheit“ und „ständige Verfügbarkeit“ gelten immer noch als karrierefördernd.


Nach dem Mittagessen hatten wir dann die Gelegenheit, mit Frau Silke Bohrmann das Wasserstofftechnikum zu besichtigen. Dort werden Versuche zum sicheren Betrieb von Wasserstoffanlagen durchgeführt. Zum Abschluss waren wir noch am Fischhaus bei Frau Dr. Kajori Lahiri zu Gast, dort werden Zebrafische als Modellorganismen für genetische und entwicklungsbiologische Fragestellungen gezüchtet. Derzeit hat das Fischhaus eine Kapazität von ca. 300.000 Tieren.


Das Treffen fand großen Anklang, und wir hoffen, etwas Ähnliches auch im nächsten Jahr veranstalten zu können. Wir danken allen, die uns bei dabei unterstützt haben!

 

Ausschreibung zum dritten Jahrgang startet im März

Am 8. März startet die Ausschreibung zum dritten Jahrgang des Helmholtz-Mentoring-Programms „In Führung gehen“. Bis zum 10. April können sich motivierte Mitarbeiterinnen der Helmholtz-Zentren aus Wissenschaft und der Administration für das Programm bewerben. Mit Hilfe dieser Personalentwicklungsmaßnahme sollen Frauen auf anspruchsvollere Berufspositionen und Führungsaufgaben vorbereitet werden und deren Vernetzung innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft und darüber hinaus nachhaltig zu stärken.


Weiterführende Informationen zur Ausschreibung finden Sie unter folgendem Link: http://www.helmholtz.de/in_fuehrung_gehen/

Termine

Helmholtz-Humboldt-Sonntagsvorlesung am 27. Februar 2011

Dr. Melanie Königshoff, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt und Alumni des 1. Jahrgangs des Helmholtz-Mentoring-Programms „In Führung gehen“ bestreitet zusammen mit Prof. Dr. Wiltrud Gieseke, den Termin der Helmholtz-Humboldt-Sonntagsvorlesung mit dem Vortrag "Was der Mensch zum Leben braucht: Forschung für langen Atem".
Weitere Informationen unter: http://www.helmholtz.de/aktuelles/veranstaltungen/sonntagsvorlesung/

Netzwerktreffen zum Helmholtz-Mentoring-Programm „In Führung gehen“ am 21./22. März 2011

Wie im vergangenen Jahr wird die Veranstaltung auch im Jahr 2011 in der Berlin-Brandenburgischen-Akademie der Wissenschaften in Berlin stattfinden. Neben ganztägigen Trainings am Montag wird am Dienstag unter anderem eine Podiumsdiskussion zum Thema Frauenquote stattfinden. Mittlerweile sind die Workshops weitgehend ausgebucht. Wer am Abendempfang des 21. März und zum Vormittagsprogramm am 22. März kommen möchte, ist herzlich eingeladen. Anmeldung bitte unter: http://www.helmholtz.de/aktuelles/veranstaltungen/mentoring_jahrestreffen/

Personalia

Neue Stelle für Berit Dannenberg

Berit Dannenberg hat am 15. April 2010 die Stelle der persönlichen Referentin des kaufmännischen Geschäftsführers des Helmholtz-Zentrums Berlin, Herrn Dr. Breuer übernommen. Im Vordergrund Ihrer Tätigkeit steht die Unterstützung des Geschäftsführers im Tagesgeschäft. Hierzu gehört die Positionierung des HZB in der Diskussion um die Flugrouten des neuen Flughafens ebenso wie die transparente Darstellung der Budget-Verteilung, um nur zwei Beispiele zu nennen. Daneben begleitet sie verschiedene organisatorische Veränderungsprozesse aufgrund der Fusion von HMI und BESSY vor zwei Jahren, die thematisch das gesamte Spektrum der Infrastruktur eines Forschungszentrums widerspiegeln.

Neue Kontaktdaten:


Berit Dannenberg

Persönliche Referentin des kaufmännischen Geschäftsführers
Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie

Tel: 030-806242655
E-Mail: berit.dannenberg(at)helmholtz-berlin.de

Juniorprofessur für Anke Hildebrand

Anke Hildebrandt ist seit 15. Mai 2010 Juniorprofessorin für Ökologische Modellierung an der Friedrich Schiller Universität Jena. Sie unterstützt dort die Exzellenzinitiative AquaDiva, welche sich unter anderem mit den Auswirkungen oberirdischer Pflanzenbedeckung auf Mikrobengemeinschaften in tiefer liegenden Gesteinsschichten beschäftigt. Ihre Gruppe wurde inzwischen durch drei Doktoranden verstärkt. Gemeinsam untersucht die Gruppe mit Modellierung und Experimenten, nach welchen Prinzipien Pflanzengemeinschaften mit dem Wasserkreislauf interagieren und die Wasserflüsse unter der Wurzelzone beeinflussen.

Frau Hildebrandt 's neue Kontaktdaten sind:


Anke Hildebrandt
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Institut für Geowissenschaften
Burgweg 11
07749 Jena

Büroadresse:
Max Planck Institut für Biogeochemie
Hans Knoell Str. 10 (B2.017)
07745 Jena
Tel +49-3641-576189 
E-Mail: hildebrandt.a(at)uni-jena.de

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