Hospitation: Neue Perspektiven eröffnen durch Training on the Job

| Von Veronika Renkes


Globalisierung und Digitalisierung verändern die Bedingungen für Wissenschaft und Forschung in einem rasanten Tempo und führen zu ganz neuen, internationalen Arbeits- und Kooperationsformen. Um auf die umfangreichen und sich stetig ändernden Führungs- und Managementaufgaben gut vorbereitet zu sein, reicht eine rein theoretisch orientierte Weiterbildung nicht aus. Hier sind flexible, praxisnahe, schnell wirkende „Training-on-the-Job-Optionen“ wie Hospitationen gefragt. Denn Hospitationen bieten eine sehr gute Möglichkeit „über den reinen Wissenserwerb hinaus, durch aktive Mitarbeit in den Einrichtungen, wertvolle Erfahrungen in anderen Kulturen und Organisationen zu sammeln,“ weiß aus eigener Erfahrung Dr. Celina Cziepluch, Leiterin der Aus- und Weiterbildung und Beauftragte für Personalentwicklung am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg.

Die Helmholtz-Gemeinschaft ermöglicht Nachwuchsführungskräften sowie Expertinnen und Experten aus den administrativ-technischen Bereichen der Helmholtz-Zentren durch eine Hospitation ihre beruflichen Kompetenzen auszubauen und zu vertiefen. Etwa zur Vorbereitung auf neue Führungsaufgaben, wie es Dr.-Ing. Michael Schulz, Wissenschaftsmanager am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) schildert: „Die Erfahrungen mit den Verwaltungsprozessen am CERN ermöglichten mir ein noch tieferes Verständnis für die Prozesse am KIT. Besonders wertvoll war die Möglichkeit, Entscheidungsprozesse auf allen Ebenen begleiten zu können, die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Prozesse zu beobachten und die dadurch entstehenden Veränderungen aus verschiedenen Perspektiven zu erfahren. Außerdem habe ich durch die Hospitation erfahren, wie andere Führungskräfte mit beruflich schwierigen Situationen umgehen und konnte daraus Strategien für das eigene Führungsverhalten ableiten.“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erleben während ihrer Hospitation ganz praktisch andere Arbeitsabläufe und -kulturen und erhalten dadurch auch neue Impulse für mögliche Veränderungsprozesse für das eigene Arbeitsumfeld „zuhause“, wie Dr. Birgit Gaiser, Referentin für Mentoring und E-Learning der Geschäftsstelle der Helmholtz-Gemeinschaft in Berlin, zu berichten weiß: „Es war interessant, mein Fachwissen auch in anderen Anwendungskontexten einzubringen. Und gewinnbringend, diese doch sehr andere, amerikanisch geprägte Arbeitsmentalität und Organisationsstruktur bei IBM aus persönlicher Anschauung kennenzulernen. Dadurch haben sich mir neue Denkmodelle und Handlungsoptionen erschlossen, die ich gewinnbringend für meine Arbeit bei Helmholtz einsetzen kann.“

Die Helmholtz-Gemeinschaft will mit dem Personalentwicklungsinstrument Hospitation zwei wichtige Ziele erreichen: Die Kompetenzerweiterung für einen geplanten Aufstieg (Job-Enlargement) und das Job-Enrichment – sprich die Aufgaben- und Arbeitsbereicherung. „Beide Ziele können aus meiner Sicht mit einer gut vorbereiteten Hospitation bestens erreicht werden“, ist sich Personalentwicklerin Celina Cziepluch sicher. Ihre Empfehlung an alle, die eine Hospitation in Erwägung ziehen: „Wenn Ziele klar formuliert werden und mit der empfangenden Einrichtung abgestimmt werden, gibt es aus meiner Sicht nicht viele Limitationen bei dem, was sich mit einer Hospitation erreichen lässt.“

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