Im Gespräch mit ... Dr. Tania Lieckweg

Sprechen wir über Führungskräfteentwicklung mit Dr. Tania Lieckweg, Trainerin in der Helmholtz-Akademie für Führungskräfte


| Interview: Angelika Fritsche

 

Zur Person:
Dr. Tania Lieckweg

ist Management- und Organisationsberaterin und Partnerin der osb international in Berlin. In der Helmholtz-Akademie für Führungskräfte ist sie Trainerin und für die Themen „Strategieentwicklung“, „Change“ und „Führung in der Wissenschaft“ zuständig.

Frau Dr. Lieckweg, Sie sind von Hause aus Soziologin und Wirtschaftswissenschaftlerin: Was war der Anlass dafür, dass Sie sich auf das Thema „Führungskräfteentwicklung im Wissenschaftsbereich“ spezialisiert haben?

Ich habe in vielen Situationen selbst erlebt, welche große Verantwortung Menschen in Wissenschaftsorganisationen übernehmen: für andere Menschen, für Projekte, für Prozesse oder für Budgets und Ressourcen. Aber nur selten werden sie auf diese Verantwortung vorbereitet und unterstützt, wenn sie diese übernehmen und ausüben. Dabei sind Wissenschaft und Forschung unverzichtbar wichtige Bereiche unserer Gesellschaft. Auch das findet selten eine angemessene Beachtung.

Was finden Sie persönlich so spannend an der Führungskräfteentwicklung?

Führung in der Wissenschaft ist mit besonderen Herausforderungen konfrontiert und genau das macht es so spannend. Mehr als in anderen Organisationen ist Führung in Wissenschaftsorganisationen auf Überzeugung und Aushandlung angewiesen. Wissenschaftsorganisationen verfügen über flache Hierarchien – auch in der Verwaltung. Sie haben sehr selbstbewusste Mitarbeiter, die ihre Unabhängigkeit in Forschung und Lehre pflegen und verteidigen. Und sie müssen sich stärker als andere Organisationen mit internen politischen Prozessen auseinandersetzen.

Wie haben Sie sich fachlich darauf vorbereitet, um in diesem Bereich tätig zu sein?

Zum einen kenne ich Wissenschaft und Forschung aus eigener Erfahrung. Zudem habe ich mich als Organisationssoziologin intensiv mit dem Innenleben von Organisationen beschäftigt. Nachdem ich selbst einige Zeit im Management von Wissenschaftsorganisationen gearbeitet habe, was aus meiner Sicht eine gute Vorbereitung für meine jetzige Tätigkeit war, habe ich eine Beraterausbildung gemacht. – Aber sicher gibt es auch viele andere Wege, die man wählen kann.

Was würden Sie Hochschulabsolvierenden raten, die eine Tätigkeit in der Führungskräfteentwicklung im Wissenschaftskontext in Erwägung ziehen: Welche Voraussetzungen sollten sie unbedingt mitbringen?

Verständnis für das Funktionieren von Organisationen, Verständnis für das Funktionieren von Gruppen und Verständnis für die besondere Herausforderung von Führung – das sind drei wesentliche Voraussetzungen.

Worin besteht aus Ihrer Sicht der größte Unterschied zwischen der Führungskräfteentwicklung im Wissenschaftsbereich und in der Wirtschaft?

In der Wirtschaft haben wir es häufiger mit Führungskräften zu tun, die bereits bestimmte Instrumente kennen und anwenden und schon Führungswissen erworben haben. In der Wissenschaft betreten wir mit unseren Angeboten eher Neuland.

Worin sehen Sie Ihre wichtigste Aufgabe, wenn es darum geht, den Nachwuchs auf seine späteren Aufgaben als Führungskräfte in der Wissenschaft vorzubereiten?

Wir versuchen in allen Programmen zu vermitteln, dass es bei Führung immer um einen Dreiklang geht: um die Haltung, um die Tools und um die Reflexion. Das eine ist ohne die anderen Elemente nicht wirksam.

Was macht es für Sie als Trainerin interessant, für die Helmholtz-Akademie für Führungskräfte zu arbeiten, und was sind die besonderen Herausforderungen für Sie?

In der Helmholtz-Akademie haben wir es immer mit besonderen Menschen zu tun, mit Menschen, die sich ganz einer Sache verschrieben haben. Und das macht es so spannend – aber auch herausfordernd!

Was ist Ihre persönliche Berater- und Trainerphilosophie?

Ich verwende hier gern ein Zitat von Norbert Holtkamp: „Führung macht Spaß!“

Angelika Fritsche ist Journalistin für Wissenschafts- und Karrierethemen.

Druck-Version

Kontakt

    • Kommunikation und Außenbeziehungen
    • Helmholtz-Geschäftsstelle
  • Photo of Roland Koch
    • Roland Koch
    • Pressesprecher / Stellv. Bereichsleiter Kommunikation und Außenbeziehungen
  • Photo of Annette Doerfel
    • Annette Doerfel
    • Pressereferentin/ Wissenschaftsredakteurin
      Helmholtz-Gemeinschaft
  • Photo of Martin Trinkaus
    • Martin Trinkaus
    • Online-CvD
      Helmholtz-Gemeinschaft
  • Photo of Elena Hungerland
    • Elena Hungerland
    • Online-Redakteurin
      Helmholtz-Gemeinschaft
  • Photo of Henning Krause
    • Henning Krause
    • Social Media Manager
      Helmholtz-Gemeinschaft

Wissenschaft im Dialog & die Wissenschaftsjahre

"Wissenschaft im Dialog" ist eine Gemeinschaftsinitiative der großen deutschen Wissenschaftsorganisationen mit Unterstützung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

In den Wissenschaftsjahren, die zu einem wissenschaftlichen Schwerpunktthema vom Bundesforschungsministerium alljährlich ausgerufen werden, ist die Helmholtz-Gemeinschaft besonders engagiert.