Wissenschaftsbild des Monats

Krebszellen ausbremsen

Zellen verfügen über ein eigenes, vorprogrammiertes und gezielt durchgeführtes Suizid-Programm, die Apoptose. Findet diese nicht statt, sind die Stoffwechselprozesse in der Zelle gestört. Das kann zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. 

Kutane T-Zell-Lymphome beispielsweise treten dann auf, wenn die Zellen nicht mehr auf die Signale reagieren, die normalerweise den programmierten Zelltod einleiten. Unkontrolliertes Zellwachstum ist die Folge. Die häufigste Form dieser Art von Tumoren, ist das Sézary-Syndrom, das sich durch Schwellungen der Haut, starken Juckreiz und Schuppenbildung zeigt. „In den Lymphomzellen ist ein wichtiger Überlebensfaktor der Zelle, NFkappaB, dauerhaft aktiviert, das macht sie resistent gegen Apoptose“, sagt Karsten Gülow, Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).

Ihm und seinen Kollegen ist es nun gelungen, den kontrollierten Zelltod wieder einzuleiten und so das Wachstum und die Metastasierung der Krebszellen zu stoppen. Dazu setzen die Forscher den Wirkstoff Dimethylfumarat (DMF) ein, der bereits für die Therapie von Multipler Sklerose und bei Schuppenpflechte eingesetzt wird. Dank des Wirkstoffs wachsen die Tumore langsamer und bösartige Zellen werden abgetötet. Wie gut das Medikament wirkt, zeigt unser Wissenschaftsbild des Monats. Der Behandlungserfolg wird hier mit Hilfe von Immunfluoreszenzfärbung deutlich gemacht. Bösartige Tumorzellen sind rot, sterbende Zellen grün gefärbt. Stirbt eine bösartige Tumorzelle, überlagern sich die Farben und die Zellen leuchten gelb. Die vielen gelben Zellen im Bild sind also ein Hoffnungsschimmer für die Bekämpfung des Sézary-Syndroms.

(c) Blood Foto: Anne Schröder/Karin Müller-Decker

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