Wissenschaftsbild des Monats

Klingende Geisterteilchen

Besinnliche Andacht unter Weihnachtsbaumkugeln? Unser Wissenschaftsbild wurde zwar in einem Kirchenraum aufgenommen, zeigt jedoch die künstlerische Interpretation eines wissenschaftlichen Experiments.

Auch wenn einem bei der Betrachtung der rot illuminierten Szene ganz warm ums Herz wird: Hier geht es um wahrhaft eiskalte Daten. In der Licht- und Klangausstellung AIS³ übersetzen 444 an dünnen Drahtseilen hängende Lautsprecher die Signale kosmischer Teilchen des am Südpol stationierten und weltweit größten Teilchendetektors IceCube in rhythmische Ton- und Farblichtbewegungen.

IceCube registriert kosmische Neutrinos, deren seltene Interaktionen mit Materie sich durch schwache Lichtblitze bemerkbar machen.  In der Ausstellung wird mal das niederenergetische Dektektorrauschen von IceCube in tieffrequente Sinustöne übersetzt, was einen beinahe psychedelischen Klangteppich webt.

Dann wieder ist es, als rauschten die pulsierenden Lichtspuren förmlich durch einen hindurch. Die vom IceCube-Detektor gemessenen
Teilchenbewegungen wurden so in der St. Elisabeth-Kirche in Berlin zu einem physischen Erlebnis.

Bild: imachination projects, Tim Otto Roth, 2018

Franziska Roeder (Helmholtz)

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