Wissenschaftsbild des Monats

Auf der Flucht

Der Schattenriss eines Meeresbewohners hebt sich tiefschwarz gegen die vereiste Wasseroberfläche ab. Kein Hai, sondern ein Polardorsch zieht auf unserem Wissenschaftsbild seine Bahn. Hier unter dem arktischen Meereis findet er ideale Bedingungen, um sich zu vermehren.

Der bis zu 40 Zentimeter lange Fisch laicht bei Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt, weil sich die befruchteten Eier beziehungsweise Embryonen bei dieser Temperatur am besten entwickeln. Gelingt es der Menschheit nicht, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, wird sich der Polardorsch weiter nach Norden zurückziehen. Da er für die Überwinterung auf das Meereis angewiesen ist, bleibt offen, wie sich die Bestände entwickeln, wenn die Eisflächen mit dem Klimawandel weiter schrumpfen. Eine Abnahme des Polardorschbestands wäre sicherlich katastrophal, weil er für viele Tiere in der Arktis eine wichtige Lebensgrundlage ist – für Robben, Seevögel oder auch Wale.  

Milliarden Jungfische unter dem arktischen Meereis (AWI)

Wo das Meereis schmilzt, finden junge Polardorsche kein Futter mehr (AWI)

Bild: Jasmine Nahrgang, UIT The Arctic University of Norway

Franziska Roeder (Helmholtz)

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