MOSAiC: Die größte Arktis-Expedition der Geschichte

Die größte Arktis-Expedition aller Zeiten hat begonnen. Der Forschungseisbrecher Polarstern begibt sich auf eine Reise durch die Dunkelheit der Polarnacht. An Bord sind 300 Forscher aus 17 Nationen. Sie wollen besser verstehen, wie das Zusammenspiel von Eis, Wasser und Atmosphäre in diesem Teil der Welt funktioniert und damit eine entscheidende Wissenslücke in den globalen Klimamodellen schließen. 

Welche Fragen soll die Expedition beantworten?

Die Arktis erwärmt sich schneller als andere Regionen. Warum das so ist, haben die Wissenschaftler noch nicht verstanden. In den Klimamodellen ist die Arktis so etwas wie ein blinder Fleck. Die Prognosen, wie sich das Klima weiter entwickelt, gehen von Modell zu Modell auseinander. Was fehlt sind Daten, über die Zusammenhänge zwischen Ozean, Eis und Atmosphäre in dieser entlegenen Region. Durch die MOSAIC-Expedition wollen die Forscher diese Lücke schließen. Markus Rex leitet die Expedition. In unserem Podcast erklärt er, warum es so wichtig ist, die Vorgänger in der Arktis zu verstehen und wie die Idee zur Expedition entstanden ist. 

Historisches Vorbild: Fridtjof Nansens Nordpolexpedition

Das Eis bestimmt den Kurs. Die Polarstern lässt sich im arktischen Wintereis einfrieren. Die Eisdrift soll das Schiff tragen. Vor 125 Jahren brach Fridtjof Nansen mit seinem Segelschiff Fram zur ersten Drift-Expedition dieser Art auf. Von der sibirischen Küste bis zum Nordpol. Obwohl er und seine 13-köpfige Besatzung ihr Ziel - den Nordpol - nicht erreichten, hat das Prinzip funktioniert. Die Expedition hat den Grundstein für unser Wissen über die Nordpolarregion gelegt. Ein historischer Rückblick

Auf dieser Website können Sie den Weg der Polarstern live verfolgt durch die MOSAiC-Web-App. Im Vergleich sehen Sie die historische Route der Nansen-Expedition. MOSAiC-Web-App

Infografik: Die Expedition in Zahlen

Das MOSAiC-Projekt bringt erstmals einen modernen Forschungseisbrecher beladen mit wissenschaftlichen Instrumenten im Winter in die Nähe des Nordpols. Neben Polarstern werden weitere Eisbrecher zur Unterstützung eingesetzt – in einer ausgefeilten Choreografie, sodass es immer zum richtigen Zeitpunkt einen Nachschub an Treibstoff und Lebensmitteln gibt. Für den Crew-Austausch, für Versorgungsflüge und Forschungsflugzeuge wird eigens eine Landebahn eingerichtet. Um das Schiff herum wird zudem ein ganzes Netzwerk von Stationen auf dem Eis aufgebaut. Hier richten verschiedene Forscherteams Messstellen ein, um Ozean, Eis und Atmosphäre sowie das arktische Leben im Winter zu erforschen. Es kommen Helikopter, Raupenfahrzeuge und Schneemobile zum Einsatz.

Bildergalerie

 

Die Vermessung einer schwindenden Welt

Fridjof Nansen auf dem Weg zum Nordpol

Interview: "Eine gewissen Gefahr müssen wir in Kauf nehmen"

MOSAIC-Website (Englisch)