Klimawandel

Wir sehen ganz allmählich, dass sich die Erderwärmung auf unser Wetter auswirkt. Die Extreme nehmen zu, Trockenperioden nehmen zu, Hitzeperioden nehmen zu, aber auch sintflutartige Niederschläge.
Mojib Latif

Seit Beginn der Industrialisierung ist die globale Durchschnittstemperatur um mehr als 1 Grad gestiegen. Wie entwickelt sich das Klima weiter? Was sind die Folgen? Kann es uns gelingen, die Treibhausgase deutlich zu reduzieren und so die Erderwärmung zu stoppen? Diese und viele weitere Fragen beschäftigen derzeit die Wissenschaft. Auf unserer Themenseite haben wir Antworten zusammengestellt.

Die 23. Weltklimakonferenz 2017 fand in Bonn unter der Präsidentschaft der Fidschi-Inseln statt. 

Mehr über die COP 23: UN-Klimakonferenz


Der Weltklimarat

Als Weltklimarat wird das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) bezeichnet. Die zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Genf arbeitet als Think-Tank, fasst die wissenschaftliche Forschung zu Themen des Klimawandels zusammen und bewertet die Aussagekraft der Ergebnisse. In drei Arbeitsgruppen beschäftigen sich Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern mit den Risiken der globalen Erwärmung, mit ihren Auswirkungen sowie mit Vermeidungs- und Anpassungsstrategien. Für seine Tätigkeit erhielt das IPCC im Jahr 2007 den Friedensnobelpreis.

Der IPCC hat seit seiner Gründung 1988 fünf umfangreiche Sachstandsberichte verfasst. Der neueste Fünfte Sachstandsbericht wurde 2014 veröffentlicht. Sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Helmholtz-Gemeinschaft haben aktiv daran mitgewirkt, den Weltklimareport zu verfassen. Der Sechste Sachstandsbericht soll in den Jahren 2021/22 erscheinen.

Hier finden Sie Informationen zur Organisation, Struktur und Berichterstellung des IPCC.

Beteiligte Helmholtz-Experten am Fünften Sachstandsbericht:

Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner (Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung), koordinierender Leitautor für das Kapitel "Ozeanökosysteme"

Dr. Josef Settele (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung), koordinierender Leitautor für das Kapitel "Terrestrische und inländische Wassersysteme"

Prof. Dr. Peter Lemke (Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung), Gutachter (Review Editor) für das Kapitel über die von "Eis bedeckte Erdoberfläche - die so genannte Kryosphäre"

Dr. Veronika Eyring (Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt), Leitautorin für das Kapitel "Evaluierung von Klimamodellelen"

Prof. Dr. Robert Sausen (Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt), Leitautor für das Kapitel "Verkehr"

Prof. Dr. Daniela Jacob (Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung) Hauptautorin für die Arbeitsgruppe "Folgen des Klimawandels sowie mögliche Anpassungsstrategien"

Prof. Dr. Hans von Storch (Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung) Hauptautor für die Arbeitsgruppe "Folgen des Klimawandels sowie mögliche Anpassungsstrategien"

Mehr zum aktuellen IPCC-Bericht unter www.helmholtz.de/ipcc


Die Geschichte der Klimakonferenzen



Warum zwei Grad?

Was scheint wie ein akademischer Streit um Nachkommastellen, hat gewaltige Auswirkungen auf die Umwelt. Während der letzten Eiszeit, als Gletscher Mitteleuropa bedeckten, lag die Durchschnittstemperatur gerade einmal vier Grad unter dem heutigen Wert. Die Zwei-Grad Marke - auf die sich der Gipfel in Paris verständigt hat - ist zwar ein politisches Ziel, doch sie hat eine wissenschaftliche Basis: Klimaforscher erwarten oberhalb dieser Grenze unbeherrschbare Prozesse, wie das Abschmelzen großer Eisschilde. Zudem drohen Kipp-Punkte im Erdsystem überschritten zu werden. Für marine Korallenriffe liegt die kritische Grenze übrigens schon bei 1,5 Grad Erderwärmung. Eine Marke, die so gut wie sicher überschritten wird. Das "Treibhausgas-Budget", ab dem die Zwei-Grad-Schwelle erreicht ist, beträgt nach Berechnungen des Weltklimarates (IPCC) noch 1.000 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente. Um das Ziel nicht zu reißen, sollte spätestens 2020 der Höhepunkt der Treibhausgas-Emissionen erreicht sein. Danach sollten sie kräftig sinken. Die Zeit wird knapp, doch noch haben wir es in der Hand.

Kontakt

    • Kommunikation und Außenbeziehungen
    • Helmholtz-Geschäftsstelle
    • Roland Koch
    • Pressesprecher / Teamleiter Pressearbeit

Forschungsbereich Erde & Umwelt

Die Erd- und Umweltforschung untersucht die grundlegenden Funktionen des Systems Erde und die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Natur und schafft damit eine solide Wissensbasis, um die menschlichen Lebensgrundlagen langfristig zu sichern.

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