Klimawandel

Wir sehen ganz allmählich, dass sich die Erderwärmung auf unser Wetter auswirkt. Die Extreme nehmen zu, Trockenperioden nehmen zu, Hitzeperioden nehmen zu, aber auch sintflutartige Niederschläge.
Mojib Latif

Seit Beginn der Industrialisierung ist die globale Durchschnittstemperatur um mehr als 1 Grad gestiegen. Wie entwickelt sich das Klima weiter? Was sind die Folgen? Kann es uns gelingen, die Treibhausgase deutlich zu reduzieren und so die Erderwärmung zu stoppen? Diese und viele weitere Fragen beschäftigen derzeit die Wissenschaft. Auf unserer Themenseite haben wir Antworten zusammengestellt.

Audio-Dossier: Die Folgen des Klimawandels für Ozeane und Küstenregionen

Mojib Latif und Hans von Storch sind Meteorologen und Klimaforscher. Latif am GEOMAR-Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel, von Storch am Helmholtz-Zentrum für Material- und Küstenforschung in Geesthacht. In unserem Forschungspodcast sprechen sie unter anderem über die Ursachen und die Folgen des Klimawandels. Einige Passagen haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Seit Beginn der Industrialisierung ist die Temperatur auf unserem Planeten um gut ein Grad angestiegen. Der Klimawandel an sich werde in der Wissenschaft mittlerweile kaum noch bezweifelt, sagt Mojib Latif. In seiner Zeit als Doktorand in den 1980ern sei das anders gewesen. 

Mojib Latif zur Diskussion um den Klimawandel in Gesellschaft und Medien

Erkenntnisse über die künftige Veränderung der Ozeane könne man auch durch die Erforschung der letzten Eiszeit ziehen, erklärt Latif. Damals gab es riesige Gletscher, die abgeschmolzen sind. Das schmelzende Eis vom Festland floss in die Ozeane zurück. „Der Meeresspiegel ist hin und wieder urplötzlich nach oben geschnellt“, sagt Latif. „Das heißt, da hatte man drei, vier, fünf Meter Meeresspiegelanstieg in 100 Jahren.“ Das hätte damit zu tun, dass riesige Eismassen plötzlich auseinander gebrochen und ins Meer geglitten sind.

Die Frage sei nun, ob infolge der globalen Erwärmung, durch die sich das Eis ebenfalls zurückzieht, „solche Instabilitäten wieder auftreten“, sagt Latif. Derzeitige Berechnungen, die von einem Anstieg des Meeresspiegels von einem Meter bis Ende des Jahrhunderts ausgehen, seien dann nicht mehr zu halten. Bricht das antarktische Schelfeis, könnten daraus „durchaus zwei Meter oder drei Meter werden“.

Mojib Latif über Eiszeitforschung und den Klimawandel

Im Exellenzcluster „Ozean der Zukunft“, das im Oktober diesen Jahres ausgelaufen ist, hat sich Latif mit der Entwicklung der Weltmeere beschäftigt. Sein Fazit: Der Ozean sei in vielerlei Hinsicht bedroht. „Alleine die Erwärmung der Meere stresst viele Ökosysteme“, sagt Latif. Ein weiteres Problem: Die Versauerung der Ozeane. "Nur die Hälfte des CO2 bleibt in der Luft, ein Viertel werde von Pflanzen und ein weiteres Viertel vom Meer absorbiert. Und das führt zur Versauerung der Weltmeere“, so Latif.

Mojib Latif über den Ozean der Zukunft

Regional kann sich der Klimawandel sehr unterschiedlich auswirken. Hans von Storch hat sich mit diesen Veränderungen beschäftigt. „Im Ostseeraum haben wir im letzten Jahrhundert eine Erwärmung von 0,8 oder 0,9 Grad gehabt“, sagt er. „Wir erwarten, dass der nördliche Teil des Ostseeraumes insgesamt feuchter wird und der südliche Teil im Sommer trockener“, sagt von Storch. „Dann kann es gut sein, dass der Salzgehalt in der Ostsee abnimmt, was ökologische Folgen haben würde, weil insgesamt mehr Niederschlag fällt.“

Keine Änderungen könne er bei der Anzahl oder Stärke von Stürmen an der Ostseeküste feststellen. Zwar stiegen die Sturmschäden in den vergangenen Jahren. Dafür mache er aber die größere zivile Nutzung der Küstenregionen in den vergangenen 100 Jahren verantwortlich.

Hans von Storch über regionale Klimaveränderungen


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