Klimainitiative

"Immer mehr Waldbrände in Brandenburg, schwere Unwetter in Süddeutschland, schmelzendes Eis in der Arktis – weltweit sehen wir die katastrophalen Folgen des Klimawandels

Otmar D. Wiestler

Seit Beginn der Industrialisierung ist die globale Durchschnittstemperatur um mehr als 1 Grad gestiegen. Wie entwickelt sich das Klima weiter? Was sind die Folgen? Kann es uns gelingen, die Treibhausgase deutlich zu reduzieren und so die Erderwärmung zu stoppen? Diese und viele weitere Fragen beschäftigen die Wissenschaft. Im Rahmen der Helmholtz-Klimainitiative werden Wissenschaftler in völlig neuen Forschungsprojekten ihre Klimaforschung vorantreiben und sich neu vernetzen, um den klimatischen Wandel ganzheitlich zu erforschen. Auf unserer Themenseite haben wir Informationen und Antworten zusammengestellt.

Auf der Weltklimakonferenz 2015 in Paris einigten sich die Staaten auf einen neuen Klimavertrag. Ziel ist es, die Treibhausgas-Emissionen so weit zu reduzieren, dass die Erderwärmung auf weniger als 2 Grad, möglichst sogar auf 1,5 Grad begrenzt wird. Auf der Weltklimakonferenz in Paris entstand zudem die Bitte an den Weltklimarat (IPCC), einen wissenschaftlichen Sonderbericht zu erstellen. Dieser Bericht beschreibt einerseits die Folgen einer Erderwärmung um 1,5 Grad und andererseits das Ausmaß, mit dem wir unsere Treibhausgas-Emissionen reduzieren müssen, damit das 1,5 Grad Ziel noch erreicht werden kann. Er zeigt, dass eine 1.5 Grad-Begrenzung machbar ist und damit die Risiken für Mensch und Natur deutlich verringert werden können. 


Der Weltklimarat

Als Weltklimarat wird das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) bezeichnet. Die zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Genf arbeitet als Think-Tank, fasst die wissenschaftliche Forschung zu Themen des Klimawandels zusammen und bewertet die Aussagekraft der Ergebnisse. In drei Arbeitsgruppen beschäftigen sich Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern mit den Risiken der globalen Erwärmung, mit ihren Auswirkungen sowie mit Vermeidungs- und Anpassungsstrategien. Für seine Tätigkeit erhielt das IPCC im Jahr 2007 den Friedensnobelpreis.

Der IPCC hat seit seiner Gründung 1988 fünf umfangreiche Sachstandsberichte verfasst. Der neueste Fünfte Sachstandsbericht wurde 2014 veröffentlicht. Sieben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Helmholtz-Gemeinschaft haben aktiv daran mitgewirkt, den Weltklimareport zu verfassen. Der Sechste Sachstandsbericht soll in den Jahren 2021/22 erscheinen.

Hier finden Sie Informationen zur Organisation, Struktur und Berichterstellung des IPCC.

Beteiligte Helmholtz-Experten am Fünften Sachstandsbericht:

Prof. Dr. Hans-Otto Pörtner (Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung), koordinierender Leitautor für das Kapitel "Ozeanökosysteme"

Dr. Josef Settele (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung), koordinierender Leitautor für das Kapitel "Terrestrische und inländische Wassersysteme"

Prof. Dr. Peter Lemke (Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung), Gutachter (Review Editor) für das Kapitel über die von "Eis bedeckte Erdoberfläche - die so genannte Kryosphäre"

Dr. Veronika Eyring (Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt), Leitautorin für das Kapitel "Evaluierung von Klimamodellelen"

Prof. Dr. Robert Sausen (Deutsches Zentrum für Luft-und Raumfahrt), Leitautor für das Kapitel "Verkehr"

Prof. Dr. Daniela Jacob (Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung) Hauptautorin für die Arbeitsgruppe "Folgen des Klimawandels sowie mögliche Anpassungsstrategien"

Prof. Dr. Hans von Storch (Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung) Hauptautor für die Arbeitsgruppe "Folgen des Klimawandels sowie mögliche Anpassungsstrategien"

Mehr zum aktuellen IPCC-Bericht unter www.helmholtz.de/ipcc


Die Geschichte der Klimakonferenzen



1,5 oder zwei Grad?

Was scheint wie ein akademischer Streit um Nachkommastellen, hat gewaltige Auswirkungen auf die Umwelt. Während der letzten Eiszeit, als Gletscher Mitteleuropa bedeckten, lag die Durchschnittstemperatur gerade einmal vier Grad unter dem heutigen Wert. Die Zwei-Grad Marke - auf die sich der Gipfel in Paris verständigt hat - ist zwar ein politisches Ziel, doch sie hat eine wissenschaftliche Basis: Klimaforscher erwarten oberhalb dieser Grenze unbeherrschbare Prozesse, wie das Abschmelzen großer Eisschilde. Zudem drohen Kipp-Punkte im Erdsystem überschritten zu werden. Ein aktueller Bericht des Weltklimarates (IPCC) zeigt, welche immensen Auswirkungen der Unterschied zwischen 1,5 und 2 Grad hat. Schon heute ist es im Schnitt etwa 1 Grad wärmer auf der Erde im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Allein in den vergangenen 20 Jahren sind die 18 wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen 1850 registriert worden. Die Zahl der Dürren ist gestiegen und die Wasserverfügbarkeit vielerorts gesunken. Der Bericht zeigt aber auch, dass es duchaus noch möglich ist, den Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen. Die Zeit wird knapp, doch noch haben wir es in der Hand.

Kontakt

    • Kommunikation und Außenbeziehungen
    • Helmholtz-Geschäftsstelle
  • Photo of Roland Koch
    • Roland Koch
    • Pressesprecher / Stellv. Bereichsleiter Kommunikation und Außenbeziehungen

Kontakt: Helmholtz-Klimainitiative

Georg Teutsch

Gesamtkoordinator und Koordinator des Bereichs Adaptation

Tel: +49 341 235-1800
Email. andrea.gauvin@ufz.de (Assistentin der Geschäftsführung)

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Daniela Jacob

Koordinatorin des Bereichs Netto-Null

Tel: +49 (0) 40 226 338 406
Email. Daniela.Jacob@hzg.de

Forschungsbereich Erde & Umwelt

Die Erd- und Umweltforschung untersucht die grundlegenden Funktionen des Systems Erde und die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Natur und schafft damit eine solide Wissensbasis, um die menschlichen Lebensgrundlagen langfristig zu sichern.

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