Klimainitiative

„Immer mehr Waldbrände in Brandenburg, schwere Unwetter in Süddeutschland, schmelzendes Eis in der Arktis – weltweit sehen wir die katastrophalen Folgen des Klimawandels“

Otmar D. Wiestler

Seit Beginn der Industrialisierung ist die globale Durchschnittstemperatur um mehr als 1 Grad gestiegen. Wie entwickelt sich das Klima weiter? Was sind die Folgen? Kann es uns gelingen, die Treibhausgase deutlich zu reduzieren und so die Erderwärmung zu stoppen? Diese und viele weitere Fragen beschäftigen die Wissenschaft. Im Rahmen der Helmholtz-Klimainitiative werden Wissenschaftler in völlig neuen Forschungsprojekten ihre Klimaforschung vorantreiben und sich neu vernetzen, um den klimatischen Wandel ganzheitlich zu erforschen. Auf unserer Themenseite haben wir Informationen und Antworten zusammengestellt.

Die Helmholtz-Klimainitiative

In Brandenburg vertrocknen die Wälder, in Bayern schmelzen die Gletscher, in der Karibik toben Wirbelstürme und die Arktis verliert enorme Mengen Eis. Extremereignisse wie diese nehmen kontinuierlich zu und haben eine eindeutige Ursache: den Klimawandel. Die Menschheit steht heute vor einer ebenso selbstgemachten wie unfassbar großen Herausforderung – sie muss die Ursachen des Klimawandels so schnell und nachhaltig wie möglich eindämmen und parallel dazu Anpassungsmöglichkeiten an eine sich massiv verändernde Welt finden.

Die Notwendigkeit schnellen Handelns wird von Expertinnen und Experten international seit Jahren angemahnt. Im vergangenen Jahr erst ist ein Sonderbericht des Weltklimarats IPCC erschienen, jährlich finden UN-Klimakonferenzen statt. Die Weltgemeinschaft hat sich beim Weltklimatreffen in Paris im Jahr 2015 darauf geeinigt, die Erwärmung unseres Planeten möglichst auf +1,5 Grad, maximal aber auf +2 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Die Zahlen sind eindeutig: Der Klimawandel ist real und wesentlich von uns Menschen mitverursacht.

Helmholtz leistet auf diesem Gebiet seit Jahren wichtige Beiträge. Die Helmholtz-Zentren des Forschungsbereichs „Erde und Umwelt“ sind in vielen Bereichen der Klimaforschung bestens aufgestellt. Klimarelevante Forschung findet jedoch auch in zahlreichen anderen Forschungsbereichen statt. Sie alle können zu diesem großen Thema wertvolle Beiträge leisten. Deshalb wird Helmholtz künftig noch einen Schritt weitergehen: Am 1. Juli 2019 wurde die neue, zunächst mit zwölf Millionen Euro ausgestattete Helmholtz-Klimainitiative ins Leben gerufen. (Zur Pressemitteilung, 01.07.2019)

Die Initiative wird sich auf die beiden Schwerpunkte „Vermeidung von Emissionen“ und „Anpassung an Klimafolgen“ konzentrieren. In völlig neuen Forschungsprojekten werden Helmholtz-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Klimaforschung vorantreiben. Sie werden sich noch stärker vernetzen, um das Thema „Klimawandel“ systemisch zu erforschen. Denn das ist es, was nur Helmholtz als größte deutsche Forschungsorganisation leisten kann: Unsere sechs Forschungsbereiche werden im Rahmen der Klimainitiative interdisziplinär zusammenarbeiten, um systemische Lösungen für eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu finden. Denn der Klimawandel hat viele Ursachen und betrifft uns in vielen Lebensbereichen. Um die Auswirkungen des klimatischen Wandels zu erforschen und Lösungsmodelle zu erarbeiten, muss an den Schnittstellen vieler Forschungsfelder zusammengearbeitet werden. Veränderte klimatische Bedingungen beeinflussen beispielsweise unsere Gesundheit, es werden neue Energiequellen benötigt, unsere Mobilität und Landwirtschaft muss sich wandeln und vieles mehr.

Doch nicht nur wissenschaftlich geht Helmholtz neue Wege, sondern auch kommunikativ: Ein besonderes Augenmerk wird die Klimainitiative darauflegen, die wissenschaftliche Expertise mit einem eigens dafür entwickelten Kommunikationskonzept zu unterlegen. So will Helmholtz mit Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft, Medienschaffenden, der interessierten Öffentlichkeit und vor allem mit jungen Menschen in den Dialog treten. Helmholtz versteht sich dabei zum einen in der Rolle des unabhängigen Vermittlers von aktueller, wissenschaftsbasierter Fachinformation. Zum anderen suchen wir den aktiven Austausch mit unseren Dialogpartnern, um bei dieser großen Herausforderung gemeinsam einen Schritt voran zu kommen.

Die Helmholtz-Klimainitiative wird aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds des Präsidenten finanziert. Die zunächst bereitgestellten zwölf Millionen Euro stehen für einen zweijährigen Zeitraum zur Verfügung. Sowohl die Expertinnen und Experten der wissenschaftlichen Begutachtung als auch die des Kommunikationskonzepts sehen darin das „richtige Projekt zur richtigen Zeit“. Sie haben deshalb im Mai 2019 nachdrücklich empfohlen, bei einer positiven Evaluierung eine Verstetigung der Initiative nach Ablauf der zweijährigen Anlaufphase anzustreben.

Geleitet wird die Helmholtz-Klimainitiative durch ein elfköpfiges Steering Committee, in dem unter anderem wissenschaftliche Vorstände aus allen Helmholtz-Forschungsbereichen vertreten sind. Eine rund 50-köpfige Kompetenzplattform mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Kommunikatorinnen und Kommunikatoren aus 14 der insgesamt 19 Helmholtz-Zentren hat sich im März 2019 für zwei Tage in Berlin getroffen. Dort wurden die Themen und Projekte identifiziert, die in die Initiative einfließen sollen. Dabei bestand von Beginn an Konsens darüber, dass ein gesellschaftlich so relevantes Forschungsfeld wie der Klimawandel nicht allein von einer Organisation vorangetrieben und erfasst werden kann. Helmholtz strebt deshalb von Beginn an eine enge Kooperation mit weiteren nationalen und internationalen Partnern der Wissenschaft an. Wir werden mit den besten Organisationen und Akteuren kooperieren, um das Thema Klimawandel global und sektorenübergreifend zu bearbeiten.

Die Wissenschaft beschäftigt sich intensiv mit dem Klimawandel und seinen Folgen. Zum einen geht es darum, die Ursachen noch genauer zu verstehen. Zum anderen ist es fast noch wichtiger, Prognosen und Modelle zu entwickeln, die es erlauben, Vorhersagen über die Klimaentwicklung in der Zukunft zu treffen - und daraus Empfehlungen abzuleiten, wie man die Erderwärmung künftig abbremsen oder ihren Folgen begegnen kann. Auch in der Helmholtz-Forschung spielt der Klimawandel eine große Rolle. Einen Überblick finden Sie in der Rubrik Forschung.

2015, zum Abschluss der UN-Klimakonferenz in Paris, einigten sich 195 Staaten auf das Ziel, die Erderwärmung einzuschränken. Sie soll „deutlich unter 2°C gegenüber der vorindustriellen Zeit“ bleiben. Andernfalls, warnen Wissenschaftler weltweit, drohten unserem globalen Ökosystem schwerwiegende Konsequenzen. Wie kam es zu der Einigung in Paris und wie geht es weiter mit der internationalen Klimadiplomatie?

Auf der Weltklimakonferenz in Paris entstand zudem die Bitte an den Weltklimarat (IPCC), einen wissenschaftlichen Sonderbericht zu erstellen. Dieser Bericht beschreibt einerseits die Folgen einer Erderwärmung um 1,5 Grad und andererseits das Ausmaß, mit dem wir unsere Treibhausgas-Emissionen reduzieren müssen, damit das 1,5 Grad Ziel noch erreicht werden kann. 

Ansprechpartner / Factsheets und Links finden Sie im Presseportal

Kontakt: Helmholtz-Klimainitiative

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    • Georg Teutsch
    • Gesamtkoordinator und Koordinator des Bereichs Adaptation
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    • Daniela Jacob
    • Koordinatorin des Bereichs Netto-Null

Kontakt

    • Kommunikation und Außenbeziehungen
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    • Roland Koch
    • Pressesprecher / Stellv. Bereichsleiter Kommunikation und Außenbeziehungen

Forschungsbereich Erde & Umwelt

Die Erd- und Umweltforschung untersucht die grundlegenden Funktionen des Systems Erde und die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Natur und schafft damit eine solide Wissensbasis, um die menschlichen Lebensgrundlagen langfristig zu sichern.

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