Wissenschaftspreis des Stifterverbandes - Erwin Schrödinger-Preis
Vergeben für interdisziplinäre Forschung durch die Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
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- Erwin Schrödinger. Bild: akg-images
Der Wissenschaftspreis des Stifterverbandes - Erwin Schrödinger-Preis - zeichnet herausragende wissenschaftliche oder technisch innovative Leistungen aus, die in Grenzgebieten zwischen verschiedenen Fächern der Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften erzielt worden sind und an denen Vertreterinnen und Vertreter mindestens zweier Fachrichtungen mitgewirkt haben.
Der Wissenschaftspreis des Stifterverbandes - Erwin Schrödinger-Preis wurde der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren vom Stifterverband für zunächst 5 Jahre zur Verfügung gestellt. Der Preis ist mit bis zu 50.000 EURO dotiert. In der Verwendung des Preisgeldes sind die Preisträger frei. Der Preis wird jährlich im Rahmen der Helmholtz-Jahrestagung offiziell übergeben. Die erste Preisverleihung erfolgte am 25. November 1999. Nach Ablauf der fünfjährigen ersten Vergabeperiode hat der Stifterverband beschlossen, den Preis in unveränderter Form weiterzuführen, jedoch von einem einjährigen auf einen zweijährigen Vergabeturnus überzugehen. Die Helmholtz- Mitgliederversammlung hat daraufhin beschlossen in den Zwischenjahren den Preis zu dotieren, so dass im Einverständnis mit dem Stifterverband der Preis weiter jährlich vergeben wird: abwechselnd dotiert vom Stifterverband und der Helmholtz-Gemeinschaft.
Die Preisträger des Erwin Schrödinger-Preises:
2012
Entwicklung eines gedankengesteuerten Roboter-Arms
- Prof. Dr. Patrick van der Smagt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
- Prof. Dr. John P. Donoghue von der Brown University, USA
Für die Entwicklung einer neuartigen Armprothese, die Querschnittsgelähmte mit Hilfe ihrer Gedanken bewegen können, erhalten Prof. Dr. Patrick van der Smagt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Prof. Dr. John P. Donoghue von der Brown University, USA, den Erwin-Schrödinger-Preis 2012. Das von van der Smagt und Donoghue entwickelte Assistenz-System ist weltweit einzigartig: Querschnittsgelähmte Patienten können allein durch ihre Gedanken einen Greifarm steuern. Dafür haben die Forscher eine lernende Software entwickelt, die Signale aus dem Gehirn des Patienten in Steuerungssignale für den Greifarm übersetzt.
Presseinformation 'Auszeichnung für gedankengesteuerten Roboter-Arm' vom 20. September 2012
2011
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- Fluoreszenskamera, mit der Tumorzellen im Operationssaal erstmals in Echtzeit aufgespürt werden können. Bild: Helmholtz Zentrum München
Entwicklung eines molekularen Bildgebungsverfahrens für Tumorzellen in Echtzeit
- Prof. Vasilis Ntziachristos vom Institut für biologische und medizinische Bildgebung am Helmholtz Zentrum Münche
- Prof. Gooitzen Michell van Dam, University Medical Center Groningen
Forscher des Helmholtz Zentrums München und des University Medical Center Groningen entwickelten gemeinsam ein molekulares Bildgebungsverfahren, mit dem Tumorzellen erstmals in Echtzeit im Operationssaal mit einer Fluoreszenzkamera aufgespürt werden können. „Die beiden Wissenschaftler haben mit der fluoreszenzbasierten molekularen Bildgebung während der Operation ein revolutionäres Verfahren entwickelt, das größere Heilungserfolge verspricht“, sagt Prof. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Sie haben mit dieser interdisziplinären Arbeit den fachlichen Graben zwischen Chirurgie und optischen Technologien überbrückt und damit einen echten Fortschritt für die Patienten erreicht.“
Video: "Winzige Tumore zum Leuchten bringen - Erwin Schrödinger-Preis 2011"
2010
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- Biosensor ARSOlux®. Bild: André Künzelmann/UFZ
Entwicklung eines Arsendetektors
- Professor Dr. Hauke Harms, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
- Dr. Mona C. Wells, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
- Professor Dr. Jan-Roelof van der Meer, Universität Lausanne (Schweiz)
Arsen ist hochgiftig und gerät in manchen Regionen der Erde durch die geologischen Verhältnisse oder Bergbauaktivitäten ins Trinkwasser. Bisher waren aufwändige chemische Analysen nötig, um die Arsenbelastung zu ermitteln, aber nun gibt es ein neues biologisches Testverfahren, das preiswert zuverlässige Aussagen trifft und auch von Laien fachgerecht angewendet werden kann. Das Verfahren basiert auf Erkenntnissen aus der Mikrobiologie und nutzt gentechnisch veränderte Bakterien als so genannte Bioreporter. In den letzten Jahren haben die Wissenschaftler das Verfahren in Messkampagnen in Vietnam und Bangladesch erprobt und gezeigt, dass der sogenannte ARSOlux®-Test auch im Einsatz robuste Ergebnisse zeigt. Die Wissenschaftler haben das patentierte Verfahren nun bis zur Marktreife weiterentwickelt und planen ein Unternehmen zu gründen, das ab 2011 die Messgeräte und dazu passenden Testkits produzieren und vertreiben wird.
2009
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- Ein PlivioPore-Implantat nach der Fixierung. Nach kurzer Zeit verwachsen die benachbarten Wirbel mit dem Implantat. Bild: Forschungszentrum Jülich
Werkstoff zur Herstellung von Wirbelsäulenimplantaten
- Dr. Martin Bram, Forschungszentrum Jülich
- Dr. Hans-Peter Buchkremer, Forschungszentrum Jülich
- Prof. Dr. Detlev Stöver, Forschungszentrum Jülich
- Dr. Thomas Imwinkelried, Synthes (Schweiz)
Die Jülicher Experten haben ein patentiertes Herstellungsverfahren entwickelt, um maßgeschneiderte Poren in High-Tech-Werkstoffen zu erzeugen. In enger Zusammenarbeit mit Dr. Thomas Imwinkelried vom Schweizer Unternehmen Synthes haben die Wissenschaftler das Verfahren für Titan optimiert, bis die Poren genau die richtige Größe hatten, um die Besiedelung mit Knochenzellen und das Einwachsen des Knochens zu ermöglichen. Auf diese Weise wird das Implantat binnen kurzer Zeit fest im Körper verankert und sorgt für Stabilität und Schmerzfreiheit. Trotz der hohen Porosität erfüllt das Implantat alle Anforderungen, die unter starken, dauerhaften und wiederholten Belastungen im menschlichen Bewegungsablauf auftreten. Die Firma Synthes, der Weltmarktführer in Osteosynthese sowie Kiefer- und Wirbelsäulenchirurgie, übernahm die für die Markteinführung notwendigen Tests ausgehend von Zellkulturversuchen bis hin zu den klinischen Vorstudien. Synthes vertreibt die Implantate mit dem Jülicher Know-how unter dem Markennamen „PlivioPore“.
2008
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- Die Interaktomkarte zeigt Wechselwirkungen der körpereigenen Proteine. Bild: MDC
The First Protein Interaction Networks for Human in Health and Disease
- Prof. Dr. Erich E. Wanker, MDC
- Dr. Ulrich Stelzl, MPI-MG
- Dipl.-Ing. Christian Hänig, MDC
- M.Sc. Gautam Chaurasia, HU-Berlin
- Dr. Matthias Futschik, HU-Berlin
Genetisch bedingte Erkrankungen werden durch das Zusammenspiel von Proteinen verursacht, welche ihre Funktionen im Organismus nicht korrekt erfüllen. Bislang waren jedoch erst wenige dieser Wechselwirkungen bekannt. Ein Team um Prof. Dr. Erich E. Wanker vom Max-Delbrück-Centrum in Berlin-Buch (MDC) hat nun erstmals ein großes Netzwerk der Protein-Protein-Wechselwirkungen im menschlichen Organismus ermittelt. Diese Arbeit hat die Helmholtz-Gemeinschaft nun mit dem Erwin-Schrödinger-Preis 2008 ausgezeichnet, der mit 50.000 Euro dotiert ist. Der Preis wird auf der Jahrestagung der Helmholtz-Gemeinschaft am 11. September 2008 verliehen.
Presseinformation 'Helmholtz-Gemeinschaft zeichnet Protein-Forscher mit Erwin-Schrödingerpreis aus'
2007
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- Kommunikation an der Weizenwurzel: In rot sind die Produzenten des Signalmoleküls AHL zu sehen (Pfeile), in gelb die angeregten Sensorstämme. Bild: Helmholtz Zentrum München.
Analyse der Strategien von Bakterien in komplexen, natürlichen Umgebungen
- Dr. Burkhard A. Hense, Helmholtz Zentrum München
- Dr. Christina Kuttler, Helmholtz Zentrum München
- Prof. Dr. Johannes Müller, Helmholtz Zentrum München und TU München
- Dr. Michael Rothballer, Helmholtz Zentrum München
- Prof. Dr. Anton Hartmann, Helmholtz Zentrum München
- Dr. Jan-Ulrich Kreft, Universität Bonn
Bahnbrechende Erkenntnisse über die Kommunikation in bakteriellen Gemeinschaften hat ein interdisziplinäres Forschungsteam vom GSF-Forschungszentrum für Umwelt- und Gesundheit* und der Universität Bonn gewonnen. Für ihre Analyse der Strategien von Bakterien in komplexen, natürlichen Umgebungen erhalten sie nun den Wissenschaftspreis des Stifterverbands - Erwin Schrödinger-Preis. "Mit diesem Preis werden Ergebnisse ausgezeichnet, die durch enge Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen und meist auch zusammen entstanden sind", betont Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, die diesen Preis abwechselnd mit dem Stifterverband finanziert. Die Preisträger kommen aus den Bereichen Biologie, Mathematik und Bioinformatik und haben gemeinsam eine völlig neue, zukunftsweisende Theorie zur bakteriellen Kommunikation aufgestellt, die sowohl auf medizinische als auch auf ökologische Fragestellungen angewandt werden kann. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird auf der Jahrestagung der Helmholtz-Gemeinschaft am 12. September 2007 in Berlin überreicht.
Presseinformation 'Analyse der Strategien von Bakterien in komplexen, natürlichen Umgebungen'
2006
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- Ionenquelle - in der geladene Teilchen erzeugt und auf hohe Geschwindigkeit gebracht werden. Bild: IPP
Zehnmal heißer als das Innere der Sonne: Wissenschaftler entwickeln neuartige Heizung für den Fusionstestreaktor ITER
- Dr. Hans-Dieter Falter, IPP
- Dr. Werner Kraus, IPP
- Dr. habil. Ursel Fantz, IPP
- Dr. Peter Franzen, IPP
- Dr. Eckehart Speth, IPP
Presseinformation 'Erwin Schrödinger-Preis 2006 an Fusionsforscher' vom 12. September 2006
2005
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- Elektroden zur bedarfsgesteuerten tiefen Hirnstimulation ermöglichen Parkinson-Patienten ein normales Leben. Bild: Forschungszentrum Jülich
Development of novel therapeutic brain stimulation techniques with methods from statistical physics and nonlinear dynamics
- Prof. Dr. Dr. Peter A. Tass, FZJ
- Prof. Dr. Volker Sturm, Universität Köln
Presseinformation 'Hirnschrittmacher bringt Nervenzellen zur Vernunft' vom
17. November 2005
2004
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- Nanoröhren. Bild: Karlsruher Institut für Technologie
Trennung von Nanoröhren unterschiedlichen Typs
- Marcel Mayor, Chemiker, FZK
- Frank Hennrich, Chemiker, FZK
- Ralph Krupke, Physiker, FZK
- Heiko Weber, Physiker, FZK
Presseinformation 'Große Schritte in die Nanowelt' vom
10. August 2004
2003
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- Kalziumwellen. Bild: Helmholtz-Zentrum Berlin
The dynamics of Ca2+ in living cells
- Dr. Martin Falke, HMI*
- Prof. Dr. Patricia Camacho, University of Texas, San Antonio
- Prof. Dr. James Lechleitner, University of Texas, San Antonio
*seit Juni 2008: Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie
2002
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- Mit Hilfe dieser Anlage im Forschungszentrum Jülich wurde der neue Zusatzstoff für Waschmittel entwickelt. Bild: Forschungszentrum Jülich
Effizienzsteigerung bei der Herstellung von Öl-Wasser-Mischungen
- Dr. Jürgen Allgaier, FZJ
- Prof. Dr. Gerhard Gompper, FZJ
- Prof. Dr. Dieter Richter, FZJ
- Dr. Thomas Sottmann, Universität Köln
- Prof. Dr. Reinhard Strey, Universität Köln
2001
Mikrobielle Quecksilberentfernung
- Dr. Irene Wagner-Döbler, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
- Prof. Dr. Wolf-Dieter Deckwer, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
- Prof. Dr. Kenneth Nigel Timmis, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
2000
Wegweiser der Immunabwehr
- Prof. Dr. Reinhold Förster, MDC
- Dr. Elisabeth Kremmer, Helmholtz Zentrum München
- PD Dr. Dr. Martin Lipp, MDC
- Prof. Dr. Eckhard Wilhelm Wolf, Universität München
1999
Vorbereitung, Entwicklung und klinische Einführung der Krebstherapie mit Ionenstrahlen
- Prof. Dr. Gerhard Kraft, GSI
- Dr. Wolfgang Enghardt, Forschungszentrum Rossendorf
- PD Dr. Dr. Jürgen Debus, DKFZ

