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"Karrieren und Talente": Dokumentation und Eindrücke der Helmholtz-Nachwuchskonferenz

Vom 18. bis 19. Mai fand in Berlin die Konferenz „Karrieren und Talente – Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs“ statt. Die Helmholtz-Gemeinschaft hat in Kooperation mit Partnern der Allianz der Wissenschaftsorganisationen diese Tagung im Rahmen des Pakts für Forschung und Innovation veranstaltet. Rund 200 Gäste aus Wissenschaft, Administration und Politik haben die Veranstaltung besucht und an den Workshops teilgenommen.

„Die drei großen Initiativen Pakt für Forschung und Innovation, Exzellenzinitiative und Hochschulpakt haben Aufbruchstimmung an unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen ausgelöst“, sagte Staatssekretär Professor Dr. Frieder Meyer-Krahmer (BMBF) zu Beginn. „Der wissenschaftliche Nachwuchs profitiert davon in besonderer Weise - etwa über die 39 Graduiertenschulen, die über die Exzellenzinitiative gefördert werden, über zusätzliche Doktorandenstellen, Nachwuchsgruppen und Doktorandenprogramme, die die Wissenschaftsorganisationen durch den Pakt für Forschung und Innovation einrichten konnten. Die jetzt erzeugte Dynamik muss weitergehen - gerade in Zeiten der Krise. Deshalb ist es wichtig, dass die Regierungschefs von Bund und Ländern im Juni ein klares Zeichen für die verlässliche Finanzierung der drei Initiativen geben", betonte der Staatsekretär.

Zu den konkreten Zielen des Pakts für Forschung und Innovation, die die Helmholtz-Gemeinschaft mit großem Engagement verfolgt, gehören Nachwuchsförderung und Gleichstellung von Männern und Frauen. „Auf dieser Veranstaltung wollen wir zusammen mit unseren Allianzpartnern, Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik über Erfolge aber auch Probleme in der Nachwuchsförderung in Deutschland diskutieren“, erklärte Professor Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Wie gut gelingt es in Deutschland, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und ein attraktives Arbeitsumfeld mit verlässlichen Karriereperspektiven zu bieten?“ fragte Mlynek. Denn die Anforderungen an wissenschaftlichen Nachwuchs sind hoch, exzellente Fachkenntnisse reichen nicht mehr aus, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler müssen zunehmend auch Führungsverantwortung übernehmen und für den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft sorgen.

Vorträge und Workshops der Veranstaltung

Folgende Vorträge wurden gehalten und stehen zum Download bereit. In den Workshops ergaben sich intensive Diskussionen, die auch Schwachpunkte und „Baustellen“ benannt haben.

  
Eröffnungsvortrag vom 18.05.2009
Bernd J. Wieczorek, Chairman der Egon Zehnder International GmbH, skizzierte in seinem Eröffnungsvortrag, dass Exzellenz in der Wissenschaft auf drei Voraussetzungen basiert: Herausragender Lehre, herausragender Forschung und herausragendem Management. Im Wissenschaftsbereich müsse man lernen, nicht allein die Forschungsleistung anzuerkennen, sondern auch Leistungen in der Lehre und im Wissenschaftsmanagement zu sehen. Insbesondere die systematische Entwicklung von Führungskompetenzen sei im wissenschaftlichen Bereich noch nicht ausreichend entwickelt: Der Wissenschaftsmanager habe auf der einen Seite extrem komplexe Anforderungen zu erfüllen, würde auf der anderen Seite aber weder systematisch entdeckt, noch qualifiziert oder evaluiert.

"Exzellenz im Wissenschaftsmanagement"
Bernd J. Wieczorek, Egon Zehnder, Unternehmensberatung
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Netzwerkfrühstück der Koordinatoren/-innen von Graduiertenschulen und Graduiertenkollegs am 19.05.2009
"Studie zur strukturierten Doktorandenausbildung an der Universität Mainz"
Julia Häuser, Universität Mainz
Vortrag als PDF-Dokument

"Neue Ausbildungsformen – Andere Werdegänge?"
Andrea Kottmann, CHEPS Universität Twente
Präsentation als PDF-Dokument

 

Eröffnungsvortrag
Professor Dr. Stefan Hornbostel, der das Institut für Forschungsinformationen und Qualitätssicherung leitet, stellte die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im internationalen Vergleich vor und zog eine Bilanz der letzten Reformen. Insbesondere die Graduiertenschulen würden dabei überwiegend von den Studierenden begrüßt und als Verbesserung gesehen.

"Deutschlands Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im internationalen Vergleich und Kontext"
Prof. Dr. Stefan Hornbostel, Leiter Institut für Forschungsinformation
und Qualitätssicherung (IFQ)
Präsentation als PDF-Dokument

 

Impulsreferat Workshop I
In den Workshops ergaben sich intensive Diskussionen, die auch Schwachpunkte und „Baustellen“ benannt haben. So herrschte im Workshop „Strukturierte Graduiertenausbildung“ unter den Teilnehmenden zwar Einigkeit darüber, dass die Graduiertenschulen grundsätzlich sinnvoll sind, weil sie zusätzliche Qualifikationen vermitteln, die Promotionsthemen in einen größeren Zusammenhang einbetten und die internationale Rekrutierung von guten Doktorandinnen und Doktoranden erleichtern. Dennoch gibt es Verbesserungspotenzial: So sollten weitere „Fast-Track-Programme“ aufgelegt werden, die sehr gute Kandidatinnen oder Kandidaten aus dem In- und Ausland bereits mit einem Bachelor-Abschluss in ein Graduiertenprogramm mit Stipendium aufnehmen, wo sie nach einem einjährigen Masterjahr die Promotion erwerben können. Die Universitäten müssen dafür jedoch Hürden abbauen, beispielsweise auf den Nachweis deutscher Sprachkenntnisse verzichten und englischsprachige Kurse anbieten.
Graduiertenschulen sollten flexibler werden und auf Wunsch auch Individualpromovenden einbinden, fasste Moderator Dr. Enno Aufderheide (Max Planck Gesellschaft) zusammen.

"Besser, schneller, weiter? Strukturierte Graduiertenausbildung als Start in die Forschungskarriere. Eine Zwischenbilanz"
Dr. Isolde von Bülow, Leiterin GraduateCenter LMU München
Präsentation als PDF-Dokument,
Text als PDF-Dokument

 

Impulsreferat Workshop II
Mit einem Vergleich von Juniorprofessur und Nachwuchsgruppenleiterpositionen und der Belastbarkeit der jeweiligen Karriereperspektiven beschäftigte sich der zweite Workshop. Hier kritisierten die Teilnehmenden vor allem die häufig fehlende Transparenz, sowohl bei der Rekrutierung für solche Positionen als auch bei späteren Berufungen, berichtete Moderatorin Dr. Beate Scholz (Scholz Consulting). Man müsse frühzeitig verschiedene Karriereoptionen aufzeigen und auch eine „Kultur des Nein-Sagens“ entwickeln, die bei Nichtübernahme eines Juniorprofessors oder Nachwuchsgruppenleiterin die rechtzeitige Erschließung von Alternativen bietet.

"Die Belastbarkeit von Karriereperspektiven: Juniorprofessur und Nachwuchsgruppenleitung – Erfolgsmodelle?"
Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident TU Darmstadt
Präsentation als PDF-Dokument

 

Impulsreferat Workshop III
Der dritte Workshop stellte sich dem Thema „Karriere Wissenschaftsmanagement“. Hier stoßen häufig noch zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander: die gleichberechtigte, eher informelle Kultur der Wissenschaft und die hierarchisch und formell organisierte Kultur der Administration, erläuterte Dorothee Dzwonnek (Deutsche Forschungsgemeinschaft), die den Workshop moderierte. Das Angebot an Weiterbildungen im Wissenschaftsmanagement ist unübersichtlich und die Teilnehmenden regten an, eine Übersicht zu erarbeiten, die Orientierung über Bildungsinhalte und Zeitaufwand ermöglicht. Allein die Helmholtz-Akademie für Führungskräfte ermöglicht eine solide, berufsbegleitende Management-Weiterbildung mittlerer Dauer (anderthalb Jahre).

"Karriere Wissenschaftsmanagement"
Prof. Dr. Frank Ziegele, Geschäftsführer Centrum für Hochschulentwicklung (CHE)
Präsentation als PDF-Dokument

 

Impulsreferat Workshop IV
„Gemeinsam für die Wissenschaft – Nachhaltige Nachwuchsförderung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik“ lautete der Anspruch des vierten Workshops, der durch Dr. Volker Meyer-Guckel (Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft) und Dr. Dominic von Terzi (Nachwuchsgruppenleiter am Karlsruher Institut für Technologie KIT) moderiert wurde. Dabei sind die Forschungsorganisationen und Universitäten mit dem Ausbau der Graduiertenschulen bereits auf einem guten Weg, insbesondere schätzen die Studierenden die zusätzliche Vermittlung von Soft-Skills. Hier wird jedoch eine Beteiligung der Wirtschaft gewünscht: so könnten Gastdozenten aus der Wirtschaft bestimmte Lerneinheiten gestalten. Da fast 90 Prozent der Promovenden später in der Wirtschaft arbeiten, wäre mehr Austausch bereits in der Phase der Promotion für beide Seiten von Vorteil. Ein gutes Beispiel für ein vorausschauendes Engagement der Wirtschaft gibt es jetzt in Bayern, wo Absolventen aus den Ingenieurswissenschaften, die in der aktuellen Krise nicht gleich eine Stelle finden, in einem aus Wirtschaft und Politik finanzierten Qualifizierungspool weiter gebildet werden.

"Gemeinsam für die Wissenschaft: Nachhaltige Nachwuchsförderung von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik"
Dr. Heinrich Höfer, Bereichsleiter Wirtschaft, Technologie und Infrastruktur, Bundesverband der Deutschen Industrie
Präsentation als PDF-Dokument

 

Impulsreferat Workshop V
Im fünften Workshop stand die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Leben zur Debatte. Dies müsse Chefsache sein, betonte Professorin Dr. Marion Schick, Fraunhofer Gesellschaft, die die Diskussion moderierte und zusammenfasste. Als vorbildlich wurden Initiativen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) genannt, wo zurzeit ein Kinderhotel eingerichtet wird, um Eltern den Abendbesuch von Konferenzen zu ermöglichen. Männer wie Frauen, Eltern wie Kinderlose, müssen ihre familiären Verpflichtungen erfüllen können, zum Beispiel auch gegenüber älteren Angehörigen. Die Vereinbarkeit von Leben und Wissenschaft sei ein zentraler Punkt, der heute auch über die internationale Attraktivität eines Arbeitgebers entscheidet. Menschen in der Familienphase sind meist in einem Alter, in dem sie ihre Karriere aus einer mittleren Position heraus planen müssen. Dabei müssen ihnen viele Optionen aufgezeigt werden, nicht nur Spitzenpositionen, die vertikalen Aufstieg erfordern, sondern auch attraktive Positionen im Mittelbau. Zusammenfassend erklärte Schick, dass sich in den letzten Jahren viel entwickelt habe. Das Thema rücke zunehmend ins Zentrum der Unternehmensstrategie.

"Potentiale heben – die Rahmenbedingungen verbessern: Vereinbarkeit von Wissenschaft und Leben"
Dr. Alexander Kurz, Stellv. Vorstandsvorsitzender Forschungszentrum Karlsruhe/KIT

 

Abschlussvortrag
Zum Abschluss sprach Professorin Dr. Jutta Allmendinger über „Wissenschaft als Beruf – Karrieren in der Wissenschaft“ und stellte unter anderem die Fixierung auf den „Fast Track“, auf zügige und bruchlose Karrierewege, Altersgrenzen und starre Regulierungen bei Berufungsverfahren zur Diskussion. Hier biete sich an, statt allein retrospektiv die bisher erbrachten Leistungen auch prospektiv das wissenschaftliche Potenzial in die Bewertung mit einzubeziehen. Angesichts des Nachwuchsmangels und des demografischen Wandels müsse sich die Gesellschaft fragen, wo im Bildungs- und Wissenschaftsbereich Potenziale verschüttet werden. Insbesondere der Bereich Weiterbildung müsse an den Hochschulen massiv ausgebaut werden.

„Wissenschaft als Beruf – Karrieren in der Wissenschaft“
Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin Wissenschaftszentrum für Sozialforschung, Berlin (WZB)
(Vortrag)

 

Impressionen "Karrieren und Talente"

Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel
Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel
Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel
Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel
Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel
Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel
Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel
Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel
Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel
Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel
Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel
Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel

Fotos: Helmholtz-Gemeinschaft/Sandra Ritschel

Die Helmholtz-Gemeinschaft und der Nachwuchs

Die Helmholtz-Gemeinschaft versteht Nachwuchsförderung als Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Wissenschaftsstandortes Deutschland. Die größte deutsche Forschungsorganisation sieht sich in der Verantwortung, ihre hoch qualifi zierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihrem Karriereweg zu unterstützen und individuell zu fördern. Zum einen kann die Helmholtz-Gemeinschaft nur zusammen mit den besten Köpfen ihre Mission erfüllen, Beiträge zur Lösung drängender Probleme von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft zu leisten. Zum anderen bildet die Helmholtz-Gemeinschaft, wie auch die anderen Forschungsorganisationen, nicht nur für den eigenen Bedarf, sondern auch für den Forschungs- und Entwicklungsbedarf von Unternehmen aus. Die Helmholtz-Gemeinschaft definiert deshalb als zentrales Element ihrer Organisationskultur ein umfassendes Talentmanagement. Es bedarf gemeinsamer Strategien und Konzepte für diese  Talentmanagement, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Forschung zu sichern. Daher engagieren wir uns mit dieser Konferenz für die bundesweite Nachwuchsförderung.

12.01.2013

Organisation

Christin Liedtke

Organisation Veranstaltungen (in Elternzeit)

Helmholtz-Gemeinschaft

Телефон: +49 30 206329-64
christin.liedtke (at) helmholtz.de


Konferenz und Inhalte

Dr. Stephanie Dittmer

Bereichsleiterin Strategie/ Impuls- und Vernetzungsfonds

Helmholtz-Gemeinschaft

Телефон: +49 30 206329-41
stephanie.dittmer (at) helmholtz.de