Helmholtz-Humboldt-Sonntagsvorlesung "Von A nach B in der Großstadt – Verkehr erforschen, Mobilität sichern"
Am 20. Mai fand die dritte und letzte Helmholtz-Humboldt-Sonntagsvorlesung zum Thema "Von A nach B in der Großstadt – Verkehr erforschen, Mobilität sichern" im Senatssaal der Humboldt-Univeristät zu Berlin statt. Hier finden Sie Impressionen und Mitschnitte der Vorlesungen.
Fotos: Mark Wagner
Die These von Prof. Dr. Barbara Lenz, Leiterin des Instituts für Verkehrsforschung, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt:
Mobilität und Verkehr spielen heute eine große Rolle. Ohne ein leistungsfähiges Verkehrssystem gäbe es keine wachsenden Volkswirtschaften. Ohne Mobilität würden die Menschen nicht so aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Vor allem für Menschen in der Stadt ist ein funktionierendes Verkehrssystem selbstverständlich. Umso verärgerter sind sie über Kapazitätsengpässe, Verspätungen, mangelnde Information oder ungenügende Sicherheitsstandards. Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen erforschen Ursachen und Veränderungen von Personen- und Wirtschaftsverkehr. Die Orientierung ist dabei stets an der Vision eines modernen, integrierten, gesellschaftlich und ökologisch nachhaltigen Verkehrssystems ausgerichtet. Dazu gehören die Analyse von Daten und Zählungen des Mobilitäts- und Verkehrsverhaltens, sowie die Erforschung neuer Mobilitätskonzepte und die Entwicklung zukünftiger Verkehrsszenarien.
© Ingo Blacha
Der andere Blick von Dr. Marion Wieczorek, Institut für Rehabilitationswissenschaften, Körperbehindertenpädagogik, Humboldt-Universität:
Im Jahre 2009 hat die Bundesrepublik Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention ratifiziert. In Artikel 20 „Persönliche Mobilität“ heißt es dort: „Die Vertragsstaaten treffen wirksame Maßnahmen, um für Menschen mit Behinderungen persönliche Mobilität mit größtmöglicher Unabhängigkeit sicherzustellen.“ In Artikel 9 „Zugänglichkeit“ wird ergänzend das Recht auf Barrierefreiheit zu allen Gebäuden, Straßen und Transportmitteln gefordert. Persönliche Mobilität und Barrierefreiheit gelten somit als ein Menschenrecht. Wie sieht dies konkret aus? Was bedeutet es, wenn sich eine Stadt wie Berlin zu einer barrierefreien Stadt bekennt? Was schränkt dieses Recht auf Mobilität heute noch ein? Wie erleben Menschen im Rollstuhl Mobilität in der Großstadt? Welche Barrieren treten auf: Hohe Bordsteine, kurze Ampelphasen, unterschiedliche Bahnsteighöhen.
© Ingo Blacha












