Helmholtz-Experten zu Nuklearer Sicherheit und Langzeitfolgen von ionisierender Strahlung

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Durch die schweren Erdbeben und die Tsunami-Flutwelle ist Japan hart getroffen worden. Verschärft hat sich die Situation dadurch, dass auch die Kühlungsvorrichtungen von mehreren Reaktorblöcken des Kernkraftwerks in Fukushima noch immer nicht vollständig wieder hergestellt werden konnten, was zu Freisetzung von radioaktiven Partikeln führt. „Im Augenblick sind wir alle erschüttert über das Leid der Menschen und das Ausmaß der Naturkatastrophe, das auch ein technisch sehr gut vorbereitetes Land wie Japan hart getroffen hat“ erklärt Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Die Experten in den verschiedenen Helmholtz-Zentren arbeiten mit Hochdruck daran, konkrete Hilfestellungen anzubieten. Das reicht von der Erstellung genauester Satellitenbilder für die Helfer vor Ort bis hin zur Abschätzung möglicher Konsequenzen für die Sicherheitsstandards in Atomkraftwerken. Ich begrüße den Beschluss der Bundeskanzlerin, vor dem Hintergrund der Katastrophe in Japan die deutschen Atommeiler erneut auf Sicherheitsrisiken zu überprüfen. Die Wissenschaft wird sich dabei mit ihrer Expertise einbringen.“
So hat die Helmholtz-Gemeinschaft sechs Arbeitsgruppen eingerichtet, die sich mit den Auswirkungen der Naturkatastrophen in Japan auf die Kernkraftwerke am Standort Fukushima beschäftigen und auch Rückschlüsse aus den Ereignissen für die Sicherheit deutscher Kernkraftwerke ziehen sollen. Die Federführung liegt dabei beim KIT (dazu gibt es hier eine Presseinfo)
Wenn Sie als Journalistin oder Journalist Kontakt zu Helmholtz-Experten aufnehmen wollen, können sie sich an die hier genannten Ansprechpartner in den Zentren wenden, die Ihnen gern weiterhelfen.
Aktuelle Informationen
Auswertung:
Eindrücke aus Fukushima: Interview mit Dr. Walter Tromm (KIT)
Fachinformationen zum Reaktorunfall in Fukushima sehr gefragt
Aktuelle Informationen zur Lage in den japanischen Kernkraftwerken:
Fuskushima Informationsportal der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS)
PDF zu den hohen Strahlenwerten im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Dai-ichi (Stand: 03.08.2011)
Analysen der Lage in Japan von Helmholtz-Experten
Letzte Aktualisierung 3.08.2011
Daten von Tepco (Tokyo Electric Power Company) und JAIF (Japan Atomic Industrial Forum) zum Status der Kernkraftwerke am Standort Fukushima I (Nr. 53, Dokumentgröße 25 MB)
Cäsium-Kontamination um Fukushima: Vergleich von RODOS Prognoserechnungen mit Messdaten (Nr. 52)
Grenzwerte für den Import aus Japan für Lebensmitteln und Futtermittel (Nr. 51, Update zu Nr. 34)
Analyse der Reaktorkatastrophe in Fukushima
Dosisabschätzung für potentielle Freisetzungen von radioaktivem Material aus Fukushima 1
Kritikalität und Rekritikalität in Kernreaktoren
Kerntechnische Hilfsdienst GmbH: Informationen zur Fernhantierung
Grenzwerte für den Import aus Japan für Lebensmittel und Futtermittel
Plutoniumkontamination beim japanischen Kernkraftwerk Fukushima I
Behandlung von radioaktiv kontaminiertem Wasser
Strahlenbelastung der Bevölkerung durch das Reaktorunglück - Ursachen und Strahlenschutz
Entscheidungshilfesystem RODOS für Katastrophenmanagement nach Unfällen in kerntechnischen Anlagen
Strahlenwirkung auf den lebenden Organismus und die menschliche Gesundheit
Bautechnische Auslegung von Kernkraftwerken für Erdbeben
Welche Einheiten und Größen sind im Strahlenschutz wichtig, und was ist deren Bedeutung?
Unterschiede zwischen deutschen Siedewasserreaktoren und den Reaktoren in Fukushima
Allgemein
Aktuelle Lage in den Reaktorblöcken: Informationen der IAEO
Häufige Fragen zu Radioaktivität und Strahlung
Weitere Hintergrundinformationen aus der Helmholtz-Forschung finden Sie am Ende der Seite.
Simulationen der Ausbreitung von Cäsium 137
Simulationen der möglichen Ausbreitung von Cäsium 137 über die Nordhalbkugel der Erde
Gemeinsam mit der Universität Köln haben Wissenschaftler am Forschungszentrum Jülich berechnet, wie sich Cäsium 137 nach Freisetzung aus den Reaktorblöcken bei Fukushima über die Nordhalbkugel der Erde ausbreiten könnte.
Hilfe für japanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Deutsche Forschungseinrichtungen haben eine Initiative gestartet, um japanischen Kollegen zu helfen, deren Arbeit von den Folgen der Naturkatastrophe bedroht ist. Über das Nippon Science Support-Netzwerk können Organisationen und Institute Gastaufenthalte und Laborplätze anbieten.
http://www.nipponsciencesupport.net/
Hintergrundinformationen
Thema: Nukleare Sicherheitsforschung
Die Sicherheit von verschiedenen Reaktortypen sowie die unterschiedlichen Optionen zur Behandlung und Endlagerung von radioaktiven Abfällen werden an den Helmholtz-Zentren KIT, Forschungszentrum Jülich sowie am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf untersucht. Mehr Informationen
Thema: Langzeitfolgen radioaktiver Belastung für Mensch und Umwelt
Die gesundheitlichen Folgen durch eine längere Belastung mit ionisierender Strahlung werden am Helmholtz Zentrum München, am Forschungszentrum Jülich und am KIT untersucht. Mehr Informationen
Thema: Satellitenbilder, Erdbeben und Tsunami
Das Helmholtz-Zentrum Potsdam Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ hat zusammen mit indonesischen Partnern ein Tsunami-Frühwarnsystem für die indonesische Küste entwickelt und vor Ort implementiert und besitzt große Kompetenz bei der Beurteilung von Erdbebenrisiken. Das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt erstellt im Katastrophenfall extrem detaillierte Karten, die den Helfern vor Ort wertvolle Informationen über die Zerstörungen und die etwa noch vorhandenen Infrastrukturen geben. Mehr Informationen

