Helmholtz-Gemeinschaft

Keine Entwarnung beim Artensterben

Die Galapagos-Inseln sind für ihre einmalige Tierwelt, zu der auch der Galapagos-Landleguan zählt, weltberühmt und gerade deshalb ein beliebtes und umstrittenes touristisches Ziel. Foto: André Künzelmann

Bis zum Jahr 2010 sollte das weltweite Artensterben deutlich gebremst werden, hatten Staats- und Regierungschefs der Welt auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung im Jahr 2002 in Johannesburg beschlossen. Dieses Ziel ist nicht erreicht worden, stellte ein UN-Bericht zur Lage der biologischen Vielfalt fest. Um auf den Wert der Artenvielfalt und auf das aktuell stark beschleunigte Artensterben aufmerksam zu machen, haben die Vereinten Nationen das Internationale Jahr der Biodoversität ausgerufen und den 22. Mai zum Tag der Biodiversität erklärt.

Es geht dabei nicht nur um bedrohte Säugetiere wie freilebende Tiger oder Primaten, deren Lebensräume schwinden, sondern um wesentlich mehr. "Die biologische Vielfalt ist eine bislang zu wenig beachtete Ressource für das menschliche Wirtschaften und ihr Verlust kann zu hohen Folgekosten führen“, betont Prof. Dr. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. Deshalb untersuchen in der Helmholtz-Gemeinschaft Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Rolle der Biodiversität in unterschiedlichen Ökosystemen, von den Nahrungsketten in den Weltmeeren bis zu den Lebensgemeinschaften von Mikroorganismen im Boden. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung ist mit der wissenschaftlichen Koordinierung der nationalen TEEB-Studie zum ökonomischen Wert von Ökosystemdienstleistungen beauftragt. Das Projekt startete im Oktober 2012, bis 2015 sind Ergebnisse zu erwarten. So leisten Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten durch die Bestäubung von Blütenpflanzen einen Beitrag zur Produktion von Früchten und Nüssen, der nach einer UFZ-Studie 2008 weltweit etwa einem Wert von 150 Milliarden Euro entspricht.

Zum hermann-Artikel über Biodiversität

Themenseiten

Offizielle Webseite der United Nations zum Jahr der Bioversität
http://www.cbd.int/2010/welcome/

Eine Zusammenfassung des "3. Globalen Ausblicks zur Lage der biologischen Vielfalt" des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
www.bmu.de/45972

Einen Überblick über die Biodiversitätsforschung in Deutschland vermittelt
www.biodiversity.de

Schwerpunkt-Website zum Jahr der Bioversität 2010 des UFZ inklusive Audiobeiträgen zu den Themen Biodiversität und Ethik, Biodiversität und Politik, Biodiversität und Recht und Biodiversität und Verkehr
http://www.ufz.de/index.php?de=19203

Forschungsthema am UFZ: Biodiversität - das Netz des Lebens erforschen
http://www.ufz.de/index.php?de=19202

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung stellt jeden Monat eine „Marine Art des Monats“ stellvertretend für einzelne Forschungsthemen des Instituts vor.
www.awi.de/de/aktuelles_und_presse/hintergrund/art_des_monats/

Ausgewählte Presseinformationen der Helmholtz-Zentren


23.Oktober 2012, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Naturkapital Deutschland - der ökonomische Wert der Natur

Heute startet offiziell das nationale Projekt zum weltweiten „TEEB“-Prozess (The Economics of Ecosystems and Biodiversity), mit dem der ökonomische Wert der Natur in Deutschland veranschaulicht werden soll. Ziel des Vorhabens ist eine wissenschaftlich fundierte Beschreibung der vielfältigen Leistungen von Ökosystemen (wie Auen, Moore, Grünland, Wälder oder städtische Grünanlagen) in Deutschland unter anderem für Klimaschutz, Hochwasserschutz, Reinhaltung von Luft und Gewässern sowie Erholung. Zudem werden von den Wissenschaftlern Empfehlungen erarbeitet, wie diese Leistungen der Natur auch langfristig gesichert werden können.

Naturkapital Deutschland - der ökonomische Wert der Natur


10.Oktober 2012, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

UFZ zur UN-Biodiversitätskonferenz COP11:Wissenschaftler berichten über ökonomische Aspekte des Biodiversitätsschutzes in Hyderabad

Leipzig/Hyderabad. Das UFZ wird bei der diesjährigen 11. CBD- Vertragsstaatenkonferenz (COP) in Hyderabad, Indien von Julian Rode (Umweltpolitik) und Johannes Förster (Landschaftsökologie) vertreten. Beide Wissenschaftler arbeiten zu den ökonomischen Aspekten des Biodiversitätsschutzes im Rahmen von Anschlussprojekten der internationalen TEEB-Studie, deren wissenschaftliche Koordination von 2007-2010 am UFZ lag. Julian Rode arbeitet insbesondere zu Wirksamkeit und sinnvoller Ausgestaltung ökonomischer Politikinstrumente für den Naturschutz. Johannes Förster beschäftigt sich im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme ?Nachhaltiges Landmanagement? (http://nachhaltiges-landmanagement.de) mit der Rolle von Ökosystemdienstleistungen in Fragen der Landnutzung.

UFZ zur UN-Biodiversitätskonferenz COP11:Wissenschaftler berichten über ökonomische Aspekte des Biodiversitätsschutzes in Hyderabad


24.September 2012, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Zusatzkosten in Millionenhöhe durch Beifuß-Ambrosie

Die Beifuß-Ambrosie ist eine aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze, die sich zunehmend in Europa und auch in Deutschland ausbreitet. Ihre Pollen enthalten aggressive Allergene und bereiten betroffenen Allergikern durch ihren späten Pollenflug auch nach der Beschwerdesaison durch heimische Pflanzen weitere Krankheitssymptome. Die Verlängerung der Beschwerdesaison für Pollenallergiker durch die Beifuß-Ambrosie verursacht hohe Kosten, die direkt z.B. durch Therapiekosten oder indirekt durch krankheitsbedingte Fehlzeiten entstehen. Eine Studie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) und des AllergieZentrums der Ludwig-Maximilians-Universität München schätzt die Kosten, die durch die Ausbreitung des neuen Allergens entstehen, jetzt erstmalig auf etwa 200 Millionen bis über eine Milliarde Euro pro Jahr. Dazu hatten die Wissenschaftler Pollenallergiker in Süddeutschland befragt und die daraus gewonnenen Ergebnisse auf Deutschland hochgerechnet. Die möglichen Kosten und der hohe Leidensdruck der betroffenen Patienten unterstreichen die Notwendigkeit von konzertierten Vorsorgemaßnahmen in Deutschland wie auch in Europa, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt "Umweltmedizin in Forschung und Praxis".

Zusatzkosten in Millionenhöhe durch Beifuß-Ambrosie


20.September 2012, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Liste der gebietsfremden Arten Europas umfassend aktualisiert

Die Hauptinformationsquelle über gebietsfremde Arten („aliens“) in Europa wurde umfassend aktualisiert. Die Datenbank DAISIE (Delivering Alien Invasive Species Inventory for Europe, www.aliens-europe.org) gibt der breiten Öffentlichkeit, aber auch Politikern neben einem informativen Überblick, welche gebietsfremden Arten in Europa vorkommen, viele Informationen zu den Auswirkungen auf Ökosysteme, Ökonomie und Gesellschaft.

Liste der gebietsfremden Arten Europas umfassend aktualisiert


18.März 2010, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Forscher am Helmholtz Zentrum München definieren Bewertungsmaßstäbe für die Güte von Grundwasser

Hoehlenflohkrebs Bild CGriebler 100x66Lebensgemeinschaften in Grundwasserökosystemen bilden Störeinflüsse aus Oberflächengewässern oder der Landwirtschaft ab. Ein Wissenschaftler-Team des Helmholtz Zentrums München erarbeitet in einem vom Umweltbundesamt geförderten Forschungsprojekt biologische Kriterien zur Evaluierung des ökologischen Zustands von Grundwassersystemen. Dazu können z. B. die Anzahl und Aktivität von Bakterien oder Kleinkrebsarten herangezogen werden.

Forscher am Helmholtz Zentrum München definieren Bewertungsmaßstäbe für die Güte von Grundwasser


29.Januar 2010, Helmholtz-Geschäftsstelle

Auenlandschaften erhalten: Warum und wie?

Flutrinne FDziock UFZ 200x130Am 2. Februar erinnert der Welttag der Feuchtgebiete an die Bedeutung von Auen und Flusslandschaften. In der Helmholtz-Gemeinschaft untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Rolle von Feuchtgebieten für Wasserhaushalt, Artenvielfalt und wirtschaftliche Nutzung und entwickeln Vorschläge für ihren Schutz und eine nachhaltige Bewirtschaftung. So arbeiten UFZ-Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in einem vom Bundesamt für Naturschutz beauftragten Forschungsprojekt zum bundesweiten Auenschutz mit und untersuchen in der Region Mittelelbe Ökosystemdienstleistungen, die exemplarisch für Auenregionen sind.

Auenlandschaften erhalten: Warum und wie?


15.Dezember 2009, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Verbreitungsmodelle können künftige Ausbreitung von Säugetieren nur begrenzt vorhersagen

Verbreitungsmodelle können die Ausbreitung von Säugetieren in Zukunft nur begrenzt vorhersagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Klimanischen von 140 einheimischen Säugetierarten Europas. Die Forscher hatten dazu Verbreitungs-, Klima-, Landbedeckungs- und Topografiedaten sowie den Verwandschaftsgrad der Arten analysiert. Weil die Klimanische schon zwischen nahe verwandten Arten sehr unterschiedlich ist, scheint sie sich schnell anpassen zu könnnen. Damit sind aber auch Vorhersagen aufgrund der heutigen Verbreitung wenig verlässlich. Viele Säugetierarten weltweit sind durch den Verlust ihrer Lebensräume, Chemikalien und Verkehr bedroht, der Klimawandel sei nur eine von mehreren Bedrohungen, schreiben Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) im Fachblatt Biology Letters der Royal Society.

Verbreitungsmodelle können künftige Ausbreitung von Säugetieren nur begrenzt vorhersagen


29.Oktober 2009, Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Thermische Nutzung verändert Artenvielfalt im Grundwasser

Grundwasserassel HMGU 100x66Grundwasserwärmepumpen gelten als moderne Alternativen, um Häuser zu heizen bzw. zu kühlen. Die thermische Nutzung von Grundwasser beeinflusst allerdings die Artenvielfalt Grundwasser bewohnender Mikroorganismen und Kleinlebewesen. Dies zeigt eine Studie von Wissenschaftlern des Helmholtz Zentrums München, in der weltweit erstmals Auswirkungen der immer bedeutender werdenden Verwendung von Grundwasser zu Heiz- oder Kühlzwecken auf Ökosysteme untersucht wurden. Die im Rahmen der Pilotstudie beobachteten Effekte waren allerdings zu gering, um die Qualität des Grundwassers an dem untersuchten Standort und seine mögliche Eignung zur Trinkwassergewinnung zu beeinträchtigen.

Thermische Nutzung verändert Artenvielfalt im Grundwasser


01.September 2009, Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

BIOACID – Großforschungsprojekt untersucht die Versauerung der Ozeane

Eisberg Groenland Hempel AWI 100x66Am 1. September 2009 startet das Großforschungsprojekt BIOACID (Biological Impacts of Ocean ACIDification), ein Verbundprojekt, das die Auswirkungen der Ozeanversauerung auf Lebensgemeinschaften im Meer untersucht. Im Rahmen von BIOACID sollen in fächerübergreifender Zusammenarbeit unter anderem die Effekte der Ozeanversauerung auf die Kalkbildung, das Wachstum und die Entwicklung von Meeresorganismen ermittelt werden. An dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) für die nächsten drei Jahre mit 8,5 Millionen Euro finanzierten Projekt sind insgesamt 14 Forschungsinstitute und Universitäten aus ganz Deutschland beteiligt.

BIOACID – Großforschungsprojekt untersucht die Versauerung der Ozeane


15.Mai 2009, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Hochwasser begünstigt die Vielfalt

Das Extremhochwasser 2002 hat an der Elbe für keinen Rückgang der Schneckenpopulationen in den Auen gesorgt. Im Gegensatz dazu wurden bei Laufkäfern und anderen Gliederfüßern drastische Verluste verzeichnet. Die Flut habe jedoch für eine Verschiebung des Artenspektrums zu eher Wasser liebenden Arten gesorgt, schreiben die Forscher im Fachblatt Hydrobiologia. Insgesamt wurden für die Studie über 46.000 Tiere von 56 verschiedenen Schneckenarten ausgewertet, die die Forscher über einen Zeitraum von sechs Jahren in den Elbauen bei Dessau gesammelt hatten.

Hochwasser begünstigt die Vielfalt

11.06.2013