Helmholtz-Gemeinschaft

28. Januar 2013 Helmholtz-Geschäftsstelle

Die Europäische Union hat das „Human Brain Project“ zur Simulation des menschlichen Gehirns heute als eines ihrer sogenannten Flaggschiff-Projekte ausgewählt und damit eine umfangreiche Förderung zugesagt. Die Kosten für das auf zehn Jahre angelegte internationale Großprojekt werden auf über eine Milliarde Euro geschätzt. Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet einen maßgeblichen Beitrag zu dem Projekt, indem Wissenschaftlerteams am Forschungszentrum Jülich Supercomputer entwickeln und Nervenzellen detailliert untersuchen. In Jülich soll später auch der zentrale Rechner für die Simulation stehen. Ziel des Projektes ist es, das Gehirn mit all seinen Bausteinen nachzuahmen, um seine Funktionen besser zu verstehen und die Diagnose und Behandlung von Krankheiten voranzutreiben.

Helmholtz-Zentren erhalten EU-Förderung für Milliardenprojekt zur Simulation des menschlichen Gehirns

Die Europäische Union hat das „Human Brain Project“ zur Simulation des menschlichen Gehirns heute als eines ihrer sogenannten Flaggschiff-Projekte ausgewählt und damit eine umfangreiche Förderung zugesagt. Die Kosten für das auf zehn Jahre angelegte internationale Großprojekt werden auf über eine Milliarde Euro geschätzt. Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet einen maßgeblichen Beitrag zu dem Projekt, indem Wissenschaftlerteams am Forschungszentrum Jülich Supercomputer entwickeln und Nervenzellen detailliert untersuchen. In Jülich soll später auch der zentrale Rechner für die Simulation stehen. Ziel des Projektes ist es, das Gehirn mit all seinen Bausteinen nachzuahmen, um seine Funktionen besser zu verstehen und die Diagnose und Behandlung von Krankheiten voranzutreiben.

Das menschliche Gehirn ist eine Schaltzentrale mit bisher technologisch nicht erreichbarer Effizienz: Es ist lernfähig, kann Daten nicht nur verarbeiten, sondern auch bewerten und sich sogar selbst reparieren. Dabei verbraucht es jedoch nur einen Bruchteil der Energie, die ein heutiger Computer benötigt. Für die elektronische Modellierung des Gehirns sind daher auch bahnbrechende Fortschritte in der Informationstechnologie notwendig.

„Wir freuen uns sehr über die Auswahl des Human Brain Project als eines der herausragenden europäischen Forschungsvorhaben, da seine Umsetzung nicht nur die Therapie vieler nervenbasierter Krankheiten ver-bessern, sondern auch die Computertechnologie revolutionieren wird“, sagt Prof. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft. „Bereits 2011 haben wir die Simulation des menschlichen Gehirns als Zukunftsthema identifiziert und konnten so grundlegende Voraussetzungen für das Human Brain Project schaffen.“

Das von Prof. Henry Markram von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL) konzipierte und gemeinsam mit Prof. Karlheinz Meier von der Universität Heidelberg koordinierte Projekt soll alle wissenschaftlichen Daten über das menschliche Gehirn vereinen: Jede einzelne der etwa 100 Milliarden Nervenzellen mit ihren Bestandteilen und Verknüpfungen sowie die genetischen Eigenschaften fließen in das Modell ein. Bisher übersteigt die Gesamtheit dieser Daten noch deutlich die Kapazität moderner Rechner. Gerade das Forschungszentrum Jülich ist mit seiner Ausrichtung auf Supercomputer und der Kombination mit Neurowissenschaften ein bedeutendes Mitglied im Human Brain Project, die Helmholtz-Gemeinschaft dank ihrer gesicherten Grundfinanzierung ein starker Partner.

Neben dem Forschungszentrum Jülich leisten auch Helmholtz-Wissenschaftler vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen Beitrag zu diesem Projekt. Insgesamt sind Forschungseinrichtungen aus 23 Ländern daran beteiligt. Im Rahmen ihrer „Future and Emerging Technologies (FET) Flagship“-Initiative hat die EU die europäischen Forscher dazu aufgerufen, visionäre Großprojekte zu entwickeln, die einen bahnbrechenden Beitrag für Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft leisten werden. Aus sechs Pilotprojekten, deren Startphase die EU gefördert hat, wurden nun zwei als Flaggschiffe ausgewählt. Der Umfang der ersten Fördertranche steht allerdings noch nicht genau fest. Anhand einer Evaluation nach 18 Monaten entscheidet die EU dann über die weitere Förderung der Forschungsvorhaben, die bis 2023 ausgedehnt werden und bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr erreichen kann. Die Mitgliedsländer sind dazu verpflichtet, ebenfalls einen festgelegten Betrag beizusteuern.

Weitere Informationen:
Presseinformation des Forschungszentrums Jülich
www.humanbrainproject.eu
www.fet-f.eu

Kontakt

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Dr. Andreas Fischer

Pressereferent Kommunikation und Medien

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28.11.2014