Helmholtz-Gemeinschaft

07. Oktober 2013 Helmholtz-Geschäftsstelle

Mit mehr als 20 Millionen Euro fördert die Helmholtz-Gemeinschaft im Zeitraum von 2011 bis 2015 die Validierung und wirtschaftliche Verwertung von Forschungsergebnissen. Ziel ist, sie zügig in die Anwendung zu bringen. Zwölf Projekte wurden seit dem Start des Förderinstruments vor zwei Jahren bewilligt. In der aktuellen Antragsrunde haben externe Experten auf Basis unabhängiger Gutachten drei weitere Projekte ausgewählt: Ein neues Diagnostik-Verfahren, eine intelligente Software für die neueste Robotergeneration und ein innovatives Steuerungsverfahren für Lichtsignalanlagen zur Beeinflussung des Straßenverkehrs. In diesen drei Entwicklungen durch Helmholtz-Forscher sieht Deutschlands größte Forschungsorganisation bedeutendes Potenzial für eine erfolgreiche wirtschaftliche Verwertung und einen hohen gesellschaftlichen Nutzen.

Helmholtz fördert die wirtschaftliche Verwertung von drei Forschungsprojekten

Mit mehr als 20 Millionen Euro fördert die Helmholtz-Gemeinschaft im Zeitraum von 2011 bis 2015 die Validierung und wirtschaftliche Verwertung von Forschungsergebnissen. Ziel ist, sie zügig in die Anwendung zu bringen. Zwölf Projekte wurden seit dem Start des Förderinstruments vor zwei Jahren bewilligt. In der aktuellen Antragsrunde haben externe Experten auf Basis unabhängiger Gutachten drei weitere Projekte ausgewählt: Ein neues Diagnostik-Verfahren, eine intelligente Software für die neueste Robotergeneration und ein innovatives Steuerungsverfahren für Lichtsignalanlagen zur Beeinflussung des Straßenverkehrs. In diesen drei Entwicklungen durch Helmholtz-Forscher sieht Deutschlands größte Forschungsorganisation bedeutendes Potenzial für eine erfolgreiche wirtschaftliche Verwertung und einen hohen gesellschaftlichen Nutzen.

Mit dem so genannten Helmholtz-Validierungsfonds sollen Lücken geschlossen werden: Zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und deren marktfähigen Anwendungen einerseits, zwischen öffentlicher Forschung und privaten Investitionen andererseits. „Die ausgewählten Projekte basieren auf interessanten neuen Technologien in den für unsere Zukunft hoch relevanten Bereichen Gesundheit, Robotik und Verkehrsmanagement“, sagt Rolf Zettl, Geschäftsführer der Helmholtz-Gemeinschaft. „Wir sind davon überzeugt, dass die Ansätze mithilfe des Validierungsfonds bald großes Interesse in der Industrie wecken können“.

Bis zur Marktreife
Die beratende und finanzielle Unterstützung solle es Wissenschaftlern aus Helmholtz-Zentren ermöglichen, ihre Forschungserkenntnisse soweit voranzutreiben, dass eine Wertsteigerung und Kommerzialisierbarkeit erreicht wird, so Zettl. Dazu mangele es häufig an einer Validierung – also einem Nachweis, der die Ergebnisse für Partner aus der Wirtschaft interessant macht oder eine Ausgründung erlaubt. Die Validierung kann beispielsweise durch den Beweis der Anwendbarkeit, ein geeignetes Produktionsverfahren oder eine präklinische Prüfung erfolgen.

Die Förderung der drei Forschungsvorhaben LIVEcheck, RACE-LAB und VITAL umfasst insgesamt etwa zwei Millionen Euro aus dem Validierungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft für eine Dauer von zwei Jahren. Mit weiteren zwei Millionen werden die Projekte durch die Kofinanzierung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und des Forschungszentrums Jülich unterstützt.

Drei Projekte
LIVEcheck (Gedruckte Point-of-Care Diagnostik)
Das Team um Alexey Yakushenko vom Forschungszentrum Jülich plant die Entwicklung eines elektrochemischen Sensors, der die Diagnose von Krankheiten erleichtern und herkömmliche Verfahren ersetzen soll. Die Sensoren werden in einem automatisierten Nanodruckverfahren mit leitfähigen Tinten hergestellt, wodurch die Signale elektronisch ausgelesen werden können und nicht wie bisher optisch ausgewertet werden müssen. Das neue Verfahren wird einen sensiblen und sehr spezifischen Befund direkt vor Ort (point-of-care) mit einem Smartphone ermöglichen. Die Produktionskosten des Sensors sind im Vergleich zu derzeitigen Diagnoseverfahren geringer – der innovative Sensor könnte daher als Prototyp für Detektoren in unterschiedlichen Krankheitsbildern, beispielsweise auch für Malaria, dienen. Nach der erfolgreichen Validierung ist die Verwertung der Produkte über eine Ausgründung vorgesehen.

RACE-LAB (Robot Application Creator)
Mit RACE-LAB versprechen sich Christoph Borst und sein Team vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, die industrielle Nutzung von Robotern zu vereinfachen und noch stärker zu automatisieren. Das Projekt spricht vor allem Branchen an, die mit der neuesten Robotergeneration arbeiten. Diese zeichnet sich hauptsächlich durch ihre Leichtbauweise, Interaktionsfähigkeit und Feinfühligkeit aus. Die Wissenschaftler werden eine intelligente Programmverwaltung und Softwarebibliothek entwickeln, die verschiedenste Roboterfähigkeiten wie Bohren, Schrauben, Ablegen oder Aufnehmen ermöglichen. RACE-LAB soll zudem wiederkehrende interaktive Prozesse erleichtern, wie die Übergabe von Objekten von Mensch zu Roboter. Komplexe Handlungsabläufe wie die Interaktion zwischen Mensch und Maschine werden so mit geringem Programmieraufwand sicherer und dynamischer. Produkte mit individuellen Merkmalen könnten auch in kleinen und mittleren Unternehmen, wie z.B. Schreinereien oder in der Medizintechnik, automatisiert und wirtschaftlich hoch effizient gefertigt werden – bis heute ein absolut undenkbares Fertigungsverfahren.

VITAL (Verkehrsabhängig intelligente Steuerung von Lichtsignalanlagen)

Das Projekt von Robert Oertel und seinem Team vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt kann zu einer verbesserten Steuerung des immer stärker werdenden Verkehrs beitragen. Die VITAL-Technologie kann Lichtsignalanlagen, insbesondere Ampeln, so steuern, dass sich Warte- und Reisezeiten für die Verkehrsteilnehmer erheblich reduzieren. Dadurch lassen sich Schadstoffemissionen im Sinne des Klimaschutzes vermeiden und Kosten für Infrastrukturen in den Kommunen sparen, da die bereits vorhandenen Strukturen weiter verwendet werden können. In Simulationen konnten diese Vorteile der intelligenten Steuerung bereits gezeigt werden – nun müssen die Wissenschaftler die Vorzüge auch in der Praxis nachweisen. Zudem muss das erprobte Verfahren in den entsprechenden Gremien im Straßen- und Verkehrswesen als Standard eingeführt werden, damit Kommunen die Technologie später nutzen dürfen, um beispielsweise auf Straßenverbreiterungen oder den Einbau von Induktionsschleifen verzichten zu können.

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24.10.2014

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