16. Oktober 2003 Helmholtz-Geschäftsstelle
Ansprache auf dem Festakt der Jahrestagung 2003
Ansprache des ehemaligen Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Dr. Walter Kröll, auf dem Festakt der Jahrestagung 2003 der Helmholtz-Gemeinschaft am 16. Oktober 2003 im Rathaus Hamburg.
Zwischen der spannenden Baugeschichte des Rathauses und der Helmholtz-Gemeinschaft gibt es Parallelen.
Wie war das damals? Nach zahlreichen ergebnislosen Bemühungen um einen Rathaus-Neubau bewegte der Architekt Martin Haller 1879 eine Reihe von Privatarchitekten dazu, sich zu einer Gruppe zusammenzuschließen, dem Rathaus-Baumeisterbund. Ihr Entwurf für das Rathaus entstand durch arbeitsteilige Kooperation und im permanenten Austausch der Auffassungen.
Nach einjähriger gemeinsamer Arbeit mit manchem Zwist und Frust unter den Beteiligten legte die Gruppe einen gemeinsamen Entwurf vor. Dieser wurde mit der Rathaus-Baukommision eingehend diskutiert und verändert. Das Ergebnis der Zusammenarbeit, gewissermaßen das Programm des Architekten-Teams, überzeugte dann die Kommission, fand anschließend auch die Billigung des Senats der Hansestadt und wurde realisiert: Noch heute ein beeindruckendes und stolzes Symbol der Stadt und ihrer Leistungsfähigkeit, bewundert von Fachleuten und Öffentlichkeit, ein Werk von internationaler Sichtbarkeit und Attraktivität.
Die Beziehungen zur Entwicklung der Helmholtz-Gemeinschaft sind offenkundig. So wie der Rathaus-Baumeisterbund sein Konzept entwickelte, im weiteren Diskussionsprozess mit den Entscheidungsgremien vertrat und veränderte, so sind es in unserer Gemeinschaft die Wissenschaftler, die Programme für ihre Arbeit aufstellen und sie in einem wettbewerblichen Verfahren der Begutachtung vertreten, das in die Empfehlungen der Senatskommission und die Beschlüsse des Senats mündet. Deshalb passt es gut, dass wir uns heute an diesem Ort präsentieren können, der auch ohne viele Worte augenfällig davon zeugt, dass das Bündeln von Kräften auf ein großes gemeinsames Ziel hin zum Erfolg führt, dass arbeitsteilige Kooperation exzellenter Fachleute eine Systemlösung produziert, die die Zeit überdauert, Generationen beeindruckt und internationale Beachtung findet. Das gilt nicht nur für Architekten, das gilt auch für die Forschung.
Unsere Mission: Spitzenforschung mit Brains und Tools
Meine Damen und Herren, ebenso wie der Baumeister-Bund hat auch die Helmholtz-Gemeinschaft ein ehrgeiziges Ziel, nämlich eine anspruchsvolle Mission zu erfüllen. Dabei geht es darum, zu den großen Herausforderungen, die Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft bewegen, Systemlösungen zu erarbeiten - und zwar mit strategisch-programmatisch ausgerichteter Spitzenforschung unter Einsatz von Großgeräten und wissenschaftlichen Infrastrukturen gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern.
Um diesen hohen Anspruch einzulösen, setzen wir auf Brains und Tools, das heißt vor allem auf hervorragende Köpfe, und dann auch auf modernste Werkzeuge der Forschung, auf das eben, was in unserer Mission Großgeräte und wissenschaftliche Infrastrukturen heißt.
"Gebt mir einen Hebel, der lang genug, und einen Angelpunkt, der stark genug ist, dann kann ich die Welt mit einer Hand bewegen", hat Archimedes gesagt.
Solche archimedischen Hebel und Angelpunkte, das waren für die Wissenschaftler in späteren Zeiten zum Beispiel Mikroskope und Teleskope, die fast zeitgleich in der Renaissance auftauchen und mit denen die Naturwissenschaft im modernen Sinne beginnt. Das Teleskop begleitet die kopernikanische Wende in der Astronomie, das Mikroskop den Beginn der modernen Biologie. Hebel und Angelpunkte heute, das sind hochleistungsfähige Großgeräte, darunter die "Sehmaschinen des 21. Jahrhunderts" wie zum Beispiel HERA am DESY in Hamburg. Mit Hilfe dieses Super-Elektronenmikroskops registrieren Forscher den Aufeinanderprall von Elektronen und Protronen, die in einer 6,3 Kilometer langen Hightechanlage unter der Stadt fast auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden. HERA ermöglicht auf diese Weise einen Einblick ins Innere des Protons. Es enthüllt Strukturen, die 2000-mal kleiner sind als das Proton selbst. Mit seiner Hilfe erkunden Forscher das Zusammenspiel der kleinsten Teilchen, die unsere Welt konstituieren und die Kräfte, die unsere Welt formen.
Die Großgeräte und wissenschaftlichen Infrastrukturen der Gemeinschaft - HERA ist ein Beispiel von vielen bei Helmholtz - sind Kristallisationskerne für nationale und internationale Forschungskooperationen und ein Motor für Hochtechnologieentwicklungen. Sie machen den Wissenschaftsstandort Deutschland attraktiv, indem sie herausragende Wissenschaftler aus aller Welt anziehen. Das bekräftigt auch der Wissenschaftsrat, wenn er in seiner Systemevaluation die Großgeräte als zentrale Stärke der Helmholtz-Gemeinschaft herausstellt und würdigt, dass sie substanziell dazu beitragen, die Wissenschaft in Deutschland zu internationalisieren. Zahlen aus der Praxis belegen das nachdrücklich: Jährlich arbeiten etwa am DESY über 3000 Forscher aus 35 Ländern, bei Aufenthalten von wenigen Tagen bis zu einigen Monaten. Ähnlich ist es bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung, GSI, in Darmstadt. Dort nutzen rund 1000 Wissenschaftler aus aller Welt die wissenschaftliche Infrastruktur. Das zur Realisierung beschlossene so genannte Zukunftsprojekt der GSI ebenso wie das in Hamburg entwickelte TESLA-Konzept und der hier zu bauende Röntgenlaser X-FEL finden schon jetzt internationale Beachtung und weltweites Interesse.
Programme bündeln Kräfte
Brains und Tools verbinden, um im Sinne unserer Mission Spitzenforschung zu betreiben; den stimulierenden Rahmen dafür schaffen, dass exzellente Forscher mit den richtigen Werkzeugen an wichtigen Themen arbeiten können - das ist zentrales Anliegen der Reform der Helmholtz-Gemeinschaft. Es geht darum - wie damals im Bund der Rathaus-Baumeister - die Kräfte einzelner in gemeinsam definierten Programmen zusammenzuführen, im Wettbewerb die besten Konzepte und Ideen zu finden und sie anschließend gemeinsam zu realisieren.
Was bedeutet dies in der Praxis? Im letzen Jahr haben sich Helmholtz-Wissenschaftler aus 10 unserer Zentren, die in den Helmholtz-Forschungsbereichen Energie sowie Erde und Umwelt arbeiten, ähnlich wie die Gruppe der Rathausarchitekten vor 120 Jahren zusammengeschlossen, um in einem permanenten Austausch von Auffassungen und Konzepten Programme zu formulieren, die dann eingehend diskutiert, geprüft und verändert wurden, letztlich aber in einem kritischen und wettbewerblichen Evaluationsprozess die Anerkennung internationaler Gutachtergruppen und der Senatskommission fanden und heute auch die Zustimmung des Senats. Ich bin zuversichtlich, dass wir in der Umsetzung dieser gemeinsamen Programme Ergebnisse erzielen werden, die - ähnlich wie das Hamburger Rathaus - überzeugen: Fachwelt und Öffentlichkeit. Den 10 Programmen der in diesem Jahr begutachteten Forschungsbereiche haben die Experten internationales Niveau, zum Teil herausragende Qualität bescheinigt. Der Senat hat diese Programme heute den Zuwendungsgebern Bund und Ländern zur mittelfristigen Finanzierung empfohlen.
Die modernen Werkzeuge der Wissenschaft spielen in beiden Forschungsbereichen eine wichtige Rolle. Im Forschungsbereich Energie haben die Gutachter, insbesondere in den beiden Programmen zur Fusion sowie zur rationellen Energieumwandlung, die zum Teil einzigartigen Infrastrukturen und Großgeräte, Test- und Pilotanlagen und deren internationale Bedeutung gewürdigt. Dazu gehören Anlagen zu dem aktuellen Thema Supraleitung im Forschungszentrum Karlsruhe. Die Experten haben unterstrichen, wie wichtig solche technischen Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Forschungsgebietes und ebenso für nationale und internationale Kooperation sind. So sei etwa das Großgerät Wendelstein-7X, das am Institut für Plasmaphysik in Greifswald entsteht, von herausragender strategischer Bedeutung für die Forschung zur Energiegewinnung durch Kernfusion. Mit seiner Hilfe soll getestet werden, ob das so genannte Stellarator-Prinzip für ein Fusionskraftwerk im Vergleich zum Alternativkonzept Tokamak eine einfacher zu realisierende Lösung sein könnte.
Auch im Forschungsbereich Erde und Umwelt betonen die internationalen Experten die herausragenden Möglichkeiten, die Großgeräte und Infrastrukturen der Erkundung komplexer Systeme eröffnen. Dazu zählen Satelliten für die Erdbeobachtung ebenso wie Polarstationen und Forschungsschiffe oder das vom Wissenschaftsrat mit erster Priorität empfohlene, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung genehmigte und jetzt zügig zu beschaffende Forschungsflugzeug HALO. Hier wie in der Energie und anderen Forschungsbereichen gewinnen zudem die Tools der Modellierung komplexer Systeme und der Systemanalyse an Bedeutung. Diese Ansätze sollen programm- und zentrenübergreifend verbunden und ausgebaut werden.
Die Möglichkeiten, die aus der Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen resultieren, werden besonders eindrucksvoll sichtbar am Programm Nachhaltige Nutzung von Landschaften. Hier wirken in einer in Europa einzigartigen Weise Naturwissenschaftler verschiedener Disziplinen mit Sozial-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaftlern zusammen. Sie verbinden die Analyse von Problemen des Landschaftsmanagements mit Untersuchungen zum nachhaltigen Gebrauch von Ressourcen und zum Erhalt der Biodiversität. Auf diese Weise schaffen sie wichtige Grundlagen für zukünftige struktur- und umweltpolitische Entscheidungen.
Komplexe Probleme verlangen gemeinsame Anstrengungen
In allen vier großen Forschungsbereichen der Helmholtz-Gemeinschaft, die bisher begutachtet wurden, waren sich die Wissenschaftler und die externen Gutachter einig, dass die Verflechtung von Aktivitäten innerhalb der Programme, zwischen den Programmen und zwischen Forschungsbereichen großartige Chancen bietet, die wir noch intensiver nutzen müssen.
Ein gutes aktuelles Beispiel ist das Forschungsnetzwerk "Integriertes Erdbeobachtungssystem", zu dem sich vier Helmholtz-Zentren - AWI, GKSS, GFZ und DLR - zusammengefunden haben. Sie verbinden ihr Know-how und ihre Großgeräte - wie Forschungsschiffe, Satelliten, Flugzeuge, arktische Stationen, stationäre und mobile Geomessnetze oder auch Datenbanken und Informations-Managementsysteme -, um wichtige Prozesse des komplexen Systems Erde gemeinsam besser zu verstehen.
Ein anderes Beispiel ist der gemeinsame Ansatz zum Thema Katastrophenmanagement, ein Thema, dessen Relevanz und Brisanz uns nach dem Hochwasser des Jahres 2002 noch in Erinnerung ist. Acht Helmholtz-Zentren werden ihre Fähigkeiten zusammenführen, um Vorsorge, Frühwarnung, robustes Management im Katastrophenfall und Minderung der Folgen von Naturkatastrophen signifikant zu verbessern. An dieser Arbeit sind auch leistungsstarke externe Partner wie die Universität Karlsruhe wesentlich beteiligt.
Gemeinsam mehr erreichen - am Forschungsstandort Deutschland
Generell, das gilt nicht nur für dieses Beispiel, brauchen wir mehr strategisch-programmatisch orientierte Kooperation über die Grenzen von Institutionen und Organisationen unseres Wissenschaftssystems hinweg, um die beträchtlichen Potenziale des Forschungsstandortes Deutschland angesichts der großen Herausforderungen konzertiert einzusetzen und im internationalen Wettbewerb Spitzenpositionen einzunehmen.
Lassen Sie mich Schritte zu diesem Ziel hin an einigen Beispielen aus dem norddeutschen Raum illustrieren. Zunächst: Die Hochschulen sind besonders wichtige Partner für uns. Wir haben zwei neue Modelle entwickelt, um in allen unseren Forschungsbereichen gleichgerichtete Aktivitäten fruchtbar zu verbinden: Gemeinsame virtuelle Institute und Helmholtz-Hochschul-Nachwuchsgruppen. Das Interesse der Helmholtz-Forschungszentren, sich zu engagieren, ist sehr groß. Rund 120 Anträge mit teilweise sehr viel versprechenden konkreten Projektvorschlägen sind in der ersten Runde ausgewertet worden. Zwei sehr gute Beispiele aus der Region: Einmal ein gemeinsames virtuelles Forschungszentrum von DESY und Universität Hamburg, das Nanostrukturforschung an funktionalen Materialien mit einem Freien Elektronenlaser betreiben wird. Die Stärkung des hochinnovativen Forschungsfeldes in Hamburg durch Kooperationen an den neuen Lichtquellen des HASYLAB, die Einbindung anderer Forschergruppen aus Schweden, den Vereinigten Staaten und von Max-Planck, die frühzeitige Beteiligung von Nachwuchswissenschaftlern (Projektleiter wird der Emmy-Noether-Stipendiat Dr. Michael Rübhausen) - all das macht dieses Projekt beispielhaft für die Qualität, die wir mit den neuen Kooperationsmodellen erreichen wollen.
Ein anderes Vorhaben ist das virtuelle Institut "Schlüsselwerkstoffe für den Leichtbau", das die GKSS zusammen mit dem Hahn-Meitner-Institut in Berlin und fünf Hochschulen plant, darunter die TU Hamburg-Harburg. Die Werkstoffe, um die es geht, sind entscheidende Komponenten für innovative Systemlösungen auf vielen Feldern von Verkehrs- und Energietechnik. Langfristiges Ziel ist ein "Deutsches Kompetenzzentrum für den Leichtbau", das von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung arbeitet. Auf beiden Gebieten ergänzen sich die Kompetenzen der beteiligten Partner hervorragend. Wir sind überzeugt, dass dieses Modell der Kooperation, das auch die Zusammenarbeit mit der Anwenderindustrie vorsieht, den Transfer von Ergebnissen der Materialforschung in die wirtschaftliche Nutzung beschleunigen wird.
Ein weiteres Beispiel zur organisationsübergreifenden Bündelung der Kräfte ist das in Kürze zu gründende Konsortium Deutsche Meeresforschung, auf das die Helmholtz-Zentren AWI und GKSS zusammen mit Leibniz-Instituten und starken Universitätspartnern wie dem DFG-Forschungszentrum in Bremen hinarbeiten. Dieses Konsortium soll für die verbindliche Kooperation zwischen den beteiligten Institutionen sorgen, gemeinsame Forschungsprogramme auflegen und insbesondere die Planung, den Betrieb und die Nutzung großer Infrastrukturen - vor allem der Forschungsflotte - gemeinsam organisieren. Zudem soll es die Meeres-, Polar- und Küstenforschung gegenüber Politik und Öffentlichkeit künftig gemeinsam und damit schlagkräftiger vertreten. Dabei wahrt das Konsortium die inhaltliche und institutionelle Vielfalt der deutschen Meeresforschung und sichert den wissenschaftlichen Wettbewerb. Das beträchtliche Potenzial der deutschen Meeresforschung wird aber, so das gemeinsame Ziel, auf allen Ebenen wirkungsvoller und effizienter eingesetzt. Erfolgsentscheidend ist, dass jeder der beteiligten Partner davon überzeugt ist, dass ihm der Zusammenschluss Vorteile bringt und erkennbaren Mehrwert erzeugt. Nur dann wird man sich mit mittelfristiger Verbindlichkeit einbringen und in die engere Zusammenarbeit investieren. Ich zweifle nicht daran, dass derartige Zusammenschlüsse - ähnlich erfolgreichen industriellen Joint Ventures - zu klaren Win-Win-Situationen für die Beteiligten führen.
Den europäischen Forschungsraum mitgestalten
Schauen wie über die Landesgrenzen: Um uns herum entsteht der europäische Forschungsraum, den die Helmholtz-Gemeinschaft trotz mancher Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten der Prozeduren wesentlich mitgestalten will. Was unsere Chancen angeht, bin ich optimistisch: Helmholtz ist heute schon ein attraktiver Forschungs-Partner - in Europa und darüber hinaus. Das müssen und werden wir ausbauen. Bereits vor dem Start des 6. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union haben wir viel unternommen, um auch Partner aus den Beitrittsländern, aus Polen, Tschechien und Ungarn in Projekte einzubeziehen. Im laufenden Rahmenprogramm für die Forschungsförderung der Europäischen Union sind wir, so die vorläufige Bilanz, im nationalen und europäischen Vergleich - insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Erde und Umwelt, Energie und Infrastrukturen - weit überdurchschnittlich erfolgreich.
Reform: Die große Chance der Gemeinschaft
Gemeinsam mehr erreichen: Dieses Ziel vor Augen dürfen wir allerdings nicht innehalten, nicht in der Helmholtz-Gemeinschaft, nicht auf nationaler und internationaler Ebene. Wir müssen weiter in hervorragende Köpfe und modernste Großgeräte investieren - dazu brauchen wir auch mehr Geld. Wir müssen entscheidende Ressourcen, insbesondere auch durch Förderung der Chancengleichheit aktivieren, müssen Kräfte programmatisch bündeln und strategische Partnerschaften bilden. Die durch die Helmholtz-Reform entwickelte Dynamik müssen wir erhalten und weiter verstärken. Wir vertrauen dabei auf die Einsicht von George Bernard Shaw, der sicher war, dass die besten Reformer, die die Welt je gesehen hat, jene sind, die bei sich selbst anfangen. Genau das tun wir. Das ist unsere große Chance.
Meine Damen und Herren: Mit exzellenten Brains und Tools mehr zu erreichen, das ist auch das Ziel des Berkeley Lab, des ältesten der großen Nationallaboratorien in den Vereinigten Staaten. Sein Gründer, Ernest Orlando Lawrence, hat in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts das erste Zyklotron gebaut und dafür den Nobelpreis erhalten. Er hat schon damals in Berkeley eingeführt, was heute kurz und griffig Teamscience genannt wird, die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Physikern, Biologen, Chemikern und Ingenieuren. Das ist auch heute noch das Erfolgsrezept des Berkeley Lab, dessen weites Spektrum von der Astrophysik über die Lebenswissenschaften bis zur Materialforschung reicht. Ich freue mich besonders, dass der langjährige Direktor dieses Zentrums, Dr. Shank, heute bei uns ist und zu uns redet.

