Helmholtz-Gemeinschaft

13. September 2006 Helmholtz-Geschäftsstelle

Ansprache des Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Mlynek, auf der Jahrestagung 2006 der Helmholtz-Gemeinschaft am 13. September 2006 in Berlin

Eröffnungsrede zur Jahrestagung 2006: Wissen schafft Wirkung – Helmholtz und die Wirtschaft

Ansprache des Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Mlynek, auf der Jahrestagung 2006 der Helmholtz-Gemeinschaft am 13. September 2006 in Berlin.

 

Sehr geehrte Frau Ministerin, liebe Frau Schavan,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

Herzlich willkommen zu unserer Jahrestagung! Viele von Ihnen sind von weither angereist, um heute dabei zu sein und ihre Helmholtz-Kontakte zu pflegen. Die Reden und Ansprachen lässt man dann einfach über sich ergehen, bevor es gesellig wird. Der Spötter Kurt Tucholsky drückte das so aus: "Wenn einer eine Ansprache hält, müssen die anderen schweigen - das ist deine Gelegenheit. Missbrauche sie!"
 
Die Gelegenheit will ich ergreifen, missbrauchen will ich sie nicht. In einem akademischen Viertel bin ich fertig, und hoffe, dass meine Botschaften deutlich sind.

Unsere Jahrestagung steht unter dem Motto "Wissen schafft Wirkung!" Wissen hat die Macht, etwas zu verändern. Aber nur dann, wenn es nicht in den berühmten Elfenbeintürmen archiviert wird, sondern auch in die Anwendung gelangt.

"Wissen schafft Wirkung", dieser Ausspruch ist auch Teil unserer Helmholtz-Mission, die ich Ihnen kurz in Erinnerung rufen will:

1.) Wir betreiben programmatisch-strategische Spitzenforschung zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft.

2.) Wir erforschen Systeme hoher Komplexität unter Einsatz von Großgeräten und wissenschaftlichen Infrastrukturen gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern.

Und 3.) Wir transferieren Wissen und Technologien zur Sicherung unseres Wohlstands, unserer Gesundheit und unserer langfristigen Lebensqualität.

Das ist unsere Mission, zu diesen Zielen stehen wir und richten unser Handeln danach aus. Und als größte Forschungsorganisation in Deutschland sind wir auch bestens gerüstet, um diese Herausforderungen zu meistern. Unser Geschäftsbericht, der frisch aus der Druckerei gekommen ist, legt davon Zeugnis ab.

Dies ist auch eine gute Gelegenheit, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, allen Kolleginnen und Kollegen in der Helmholtz-Gemeinschaft für ihre großartige Arbeit und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zu danken. Sie sind diejenigen, die das Gesicht unserer Gemeinschaft prägen.

Unser Namensgeber, Herrmann von Helmholtz, steht als Person für unsere gemeinsamen Ziele. Helmholtz war nicht nur einer der größten Naturforscher des 19ten Jahrhunderts, sondern hat auch wesentlich dazu beigetragen, dass die Wirtschaft vom Fortschritt der Wissenschaft profitieren konnte. "Groß denken und groß handeln", kurz "think big!", war seine Devise. So betreibt er gleich nach seiner Berufung nach Berlin den Aufbau des damals größten physikalischen Instituts des wilhelminischen Reichs. Wenige Jahre später, 1876, ist es soweit: Das 1,5 Millionen Reichsmark teure Institut wird eingeweiht, im frechen Berliner Volksmund heißt es "Palast der Physik".

Helmholtz hat mit dem Bau des Instituts erreicht, dass eine kritische Masse an brillanten Köpfen zusammenkommt, die dort mit den besten Instrumenten an aktuellen Fragen der Grundlagenforschung arbeiten kann. "Erstklassige Leute ziehen erstklassige Leute an", lautet dieses Universalgesetz.

Helmholtz denkt aber weiter, er erkennt, dass Universitäten nicht für alle Forschungsfragen der richtige Ort sind. Gleichzeitig fällt ihm auf, dass die Industrie zunehmend auf präzise Messungen von physikalischen Größen angewiesen ist. Daher will er eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung für das Eich- und Messwesen aufbauen. Zusammen mit Werner von Siemens, der dafür einen Teil seines Privatvermögens zur Verfügung stellt, beantragt er beim Kaiser den Bau einer "Physikalisch-Technischen Reichsanstalt", der heutigen PTB. Ursprünglich also eine erste Public-Private Partnership.

Helmholtz sorgte damit für die ersten Schritte hin zu einer leistungsfähigen, außeruniversitären Forschung. Auch deshalb ist er unser Namensgeber. Heute sind die außeruniversitären Forschungseinrichtungen unverzichtbar geworden, rund die Hälfte der öffentlich finanzierten Forschung findet hier statt, die andere Hälfte in den Hochschulen.

Deutschland verwandelte sich zu Helmholtz' Lebzeiten in eines der innovativsten Länder Europas. Heute stehen wir jedoch unter ganz anderem Konkurrenzdruck: Deutschland muss sich anstrengen, um seinen Bürgern den Wohlstand zu sichern, den viele noch für selbstverständlich halten. Vor 25 Jahren wurden noch 11 Prozent aller Ausgaben weltweit für Forschung und Entwicklung in Deutschland getätigt, heute sind es nur noch 6 Prozent, Tendenz fallend. Denn die großen Staaten Asiens, China und Indien, holen auf. Schwellenländer wie China haben ihre Ausgaben von bescheidenen 0,6 Prozent im Jahr 1995 auf 1,2 Prozent im Jahr 2002 gesteigert und werden ihre Investitionen weiter steigern.

Wenn China und andere Länder reicher werden, muss dies nicht bedeuten, dass unser Wohlstand sinkt. Wir brauchen aber dafür Innovationen, also neue Produkte, intelligentere Herstellungsverfahren und neue Dienstleistungen. Und das erfordert mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung, aber auch deutlich mehr Anstrengungen, um Grundlagenforschung in die Anwendung umzusetzen.

Was tut die Politik?

Die Politik hat das Problem erkannt und reagiert darauf. Trotz angespannter wirtschaftlicher Lage werden die staatlichen Investitionen in Forschung und Entwicklung jährlich um drei Prozent steigen. Das ist die Zusicherung der Politik im Pakt für Forschung und Innovation, den sie im letzten Jahr mit den großen Forschungsorganisationen Deutschlands geschlossen hat. Dass auch die neue Bundesregierung, und Sie persönlich,  Frau Ministerin, dazu stehen, dafür sind wir dankbar! Auch freuen wir uns sehr, dass Sie liebe Frau Schavan, unserer Einladung gleich und gerne gefolgt sind.

Bis 2010 sollen in Deutschland drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung fließen, ein ehrgeiziges Ziel. Ich darf Sie daran erinnern, dass es zurzeit nur 2,5 Prozent sind, also weniger als in den USA (2,6 Prozent), deutlich weniger als in Japan (3,25 Prozent), in Finnland und Schweden. In absoluten Zahlen ausgedrückt beträgt der Mehraufwand etwa 10 Milliarden Euro jährlich, ein Drittel davon müssen Bund und Länder, also der Steuerzahler, finanzieren, zwei Drittel aber sollen durch Mehrinvestitionen der Wirtschaft in Forschung und Entwicklung zusammenkommen.

Die Bundesregierung hat nun unter der Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, und damit durch Sie, Frau Ministerin, eine Strategie vorgelegt, um Deutschlands Position als Hochtechnologie-Schmiede zu stärken: Die High-Tech-Strategie zeigt 17 Zukunftsfelder auf, in denen Deutschland weltweit ganz vorne mitmischen will. Erfreulich, dass wir in der Helmholtz-Gemeinschaft in allen diesen Zukunftsfeldern mit unseren Forschungsbereichen Energie, Gesundheit, Erde und Umwelt, Schlüsseltechnologie, Verkehr und Weltraum sowie Struktur der Materie sehr gut positioniert sind.

Die Hightech-Strategie ist eine Steilvorlage für mehr Innovation: Forschungsprämie, Förderung von F&E in kleinen und mittleren Unternehmen, mehr Freiheit für die Forschung. Das sind hervorragende Stichworte. Nun müssen diesen Worten auch Taten folgen.

Insbesondere wünsche ich mir, dass das Regelungskorsett gelockert wird, das uns einengt und unbeweglich macht. Bill Gates wäre in Deutschland schon allein daran gescheitert, dass nach der deutschen Bauordnung keine Fenster in Garagen eingebaut werden dürfen. Talente und kluge Köpfe, daran fehlt es nicht in Deutschland, vielleicht aber in Zukunft, wenn man den gestern erschienenen OECD-Zahlen Glauben schenkt. Umso mehr brauchen wir geeignete Rahmenbedingungen, damit sich diese Talente optimal entfalten können.

Wir haben in Deutschland immer noch viel zu viele Regeln, an die wir uns brav halten. Nur mit einer deutlichen Lockerung und Entbürokratisierung, Frau Ministerin, wird die Hightech-Strategie den gewünschten Erfolg erzielen! Und diese Lockerung ist vor allem eine Frage des politischen Willens.

- Wir brauchen mehr Flexibilität auf allen Ebenen und mehr Freiräume in allen Bereichen, denn wir müssen unternehmerischer handeln können.

- Wir brauchen endlich ein zeitgemäßes Vergütungssystem - der Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes ist für uns nicht geeignet. Wir brauchen die Möglichkeit, individuell leistungsgerechte Gehälter anbieten zu können.

- Auch die Befristungsregelung ist für uns nicht sinnvoll, es gibt viele Fälle, in denen solche Zwangsregelungen die Weiterbeschäftigung verhindern.

- Wir brauchen klare und effiziente Entscheidungsstrukturen in autonomen Organisationen mit entsprechenden "checks and balances".

- Was wir nicht brauchen sind Detailsteuerung und Mikromanagement durch äußere Vorgaben.

Was uns helfen würde, wäre der Rückzug des Staates auf seine eigentlichen Aufgaben: Die Rechtsaufsicht und die ordnungspolitische Rahmensetzung. Um nicht missverstanden zu werden: Die Helmholtz-Gemeinschaft setzt auf eine starke Partnerschaft mit der Politik. Wir ziehen an einem Strang, um Deutschland als Standort für Forschung und Innovation zu stärken.

Frau Ministerin, ich weiß mich in vielen dieser Punkte mit Ihnen im Grundsatz einig. Ich darf Sie nur eindringlich bitten, ja geradezu beschwören, auch Ihre Kolleginnen und Kollegen in der Bundesregierung davon zu überzeugen, dass Jonathan Swift, der Autor von "Gullivers Reisen" ganz recht hat mit seinem Ausspruch, der da lautet: "Was nützt die Freiheit des Denkens, wenn sie nicht zur Freiheit des Handelns führt?"

Auch für Helmholtz waren Autonomie und Freiheit zentrale Begriffe. Seine Einführungsrede als Rektor der Berliner Universität hatte den Titel: "Über die akademische Freiheit der deutschen Universitäten." Sehr lesenswert, seine Rede. Und wir haben sie als kleines Helmholtz-Präsent neu aufgelegt und binden lassen. Wenn Sie mich demnächst einmal einladen, verehrte Gäste, bringe ich Ihnen gerne das kleine, aber feine Buch als Geschenk mit!

Mehr Freiheit, weniger Regeln, das brauchen wir aber auch, um in Deutschland die "Wachstumsmärkte zu entfesseln", die in der Hightech-Strategie angesprochen werden. Und damit komme ich zum nächsten Punkt:

Was tut die Wirtschaft?

Deutschland ist mit Japan eine der stärksten Exportnationen der Welt. Qualität "made in Germany" ist immer noch ein bisschen mehr wert, so dass wir uns höhere Lohnkosten noch leisten können. Und das Rückgrat der Wirtschaft bildet der Mittelstand: Kleine und mittlere Unternehmen beschäftigen die meisten Arbeitnehmer, sind besonders innovativ und flexibel. Eine an sich stabile und erfreuliche Situation.

Trotzdem sind wichtige Entdeckungen, die hier in Deutschland gemacht und mit deutschen Steuergeldern finanziert wurden, nicht hier in Deutschland umgesetzt worden. Das Geld wird in diesen Fällen anderswo verdient, die Arbeitsplätze entstehen woanders.

Zum Beispiel wurden die Grundlagen für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Gebärmutterhalskrebs am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg entdeckt. Dazu hören wir später mehr. Aber es gelang nicht, ein deutsches Unternehmen für die Umsetzung zu begeistern. Jetzt wird der Impfstoff von Sanofi-Pasteur in den USA produziert.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene F&E-Abteilung ist es oft schwierig, auf Forschungseinrichtungen mit ihren Anliegen zuzugehen. Wir müssen noch aktiver als bisher über unsere Aktivitäten informieren, Kontakte knüpfen und pflegen. Das ist unsere Bringschuld als Wissenschaftler.

Aber es gibt auch eine Holschuld. Manche Unternehmen wenden sich automatisch an Forschungseinrichtungen der USA, obwohl wir das gleiche Wissen anzubieten haben und oft genauer auf die Bedürfnisse unserer Partner eingehen könnten.

Und hier sind Menschen und ihre berufliche Flexibilität gefragt; Führungskräfte, die aus der Wirtschaft wieder zurück in die Wissenschaft kommen, und Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler, die Aufgaben in der Wirtschaft anpacken, schlagen die Brücke zwischen den beiden Welten. Wir brauchen mehr solcher Seitenwechsel.

Meist erfordert es viel Arbeit und Engagement, bis überhaupt erkennbar ist, wo eine Kooperation sinnvoll wäre. Hier wünschen wir uns mehr Engagement, Neugier und Risikobereitschaft von unseren Partnern aus der Wirtschaft. Wenn Forschung und Entwicklung nicht als Investition in die Zukunft gesehen wird, sondern nur als Kostenpunkt, dann haben wir in Deutschland ein großes Problem.

Wo ist der Masterplan der deutschen Wirtschaft, um ihren Beitrag zu dem ehrgeizigen Lissabon-Ziel zu leisten - drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für F&E - und Deutschland zur Hightech-Schmiede Europas zu machen? Vielleicht ist die Frage falsch gestellt, vielleicht gibt es die "deutsche Wirtschaft" gar nicht, sondern nur mehr global agierende Unternehmen, die sich die einfache Frage stellen: "Wo in der Welt siedeln wir unsere F&E-Kapazitäten am besten an, wo ist das Entwicklungspotenzial am größten?"

Da, wo wir Talente finden und flexibel agieren können, lautet die Antwort der Wirtschaftsvertreter. Dies führt wieder zurück auf das Thema: Flexibilität. Denn Talente haben wir in Deutschland auch!

Was aber tut die Helmholtz-Gemeinschaft?

Es ist immer leicht, Forderungen an die anderen Partner und Mitspieler zu stellen. Aber natürlich müssen auch wir als Helmholtz-Gemeinschaft uns kritisch fragen: Was tun wir, um unseren Beitrag zum Wohlstand zu leisten?

Im Pakt für Forschung und Innovation haben wir uns selbst verpflichtet: Wir wollen mehr Leistung erbringen, indem wir auf effiziente Strukturen setzen und unsere Mittel zielgerichtet einsetzen. Und wir wollen Talente noch umfassender fördern. Und das bedeutet heute auch, aktiv bei den Jugendlichen für die faszinierenden Arbeitsfelder in Naturwissenschaft und Technik zu werben. Wir tun das zum Beispiel mit den Schülerlabors, die inzwischen immer langfristig ausgebucht sind: Ein toller Erfolg! Gut ausgebildete Menschen sind ein wichtiger Standortfaktor, auch für die Wirtschaft.

Was leisten wir aber ganz konkret für die Wertschöpfung und den Wohlstand? Ein Beitrag sind unsere Nachwuchskräfte, zum Beispiel die rund 3400 Doktoranden, die jährlich in Helmholtz-Zentren ausgebildet werden und zum großen Teil dann Aufgaben in der Wirtschaft übernehmen. Wissenstransfer über Köpfe ist hier das Stichwort.

Ein weiterer Beitrag ist die Entwicklung von teilweise weltweit einzigartigen Großgeräten für die Spitzenforschung. Damit geben wir einerseits Forschern aus aller Welt die Möglichkeit, noch tiefere Einblicke in die Natur zu gewinnen. Das ist wichtig und unverzichtbar, der erste Punkt unserer Mission.

Großgeräte vom Kaliber des geplanten Röntgenlasers XFEL in Hamburg oder des Beschleunigers FAIR in Darmstadt mit Kosten von jeweils rund einer Milliarde Euro sind aber nicht nur Leuchttürme der Grundlagenforschung, die die Rolle Deutschlands als eine der führenden Wissenschaftsnationen unterstreichen, sondern das sind auch Technologietreiber: Um solche einzigartigen Geräte zu realisieren, werden große technische Hürden genommen, viele neue technische Kniffe und Tricks erfunden.

Mehr tun müssen wir als Helmholtz-Gemeinschaft ganz klar beim Thema Technologietransfer. Mit dem Thema "Helmholtz und die Wirtschaft" gehen wir jetzt ausdrücklich auf Unternehmen zu, wir wollen die Kooperationen ausbauen und den Wissenstransfer verbessern. Denn auch wenn es in jedem der 15 Helmholtz-Zentren bereits viele interessante Kooperationen mit Partnern aus der Wirtschaft gibt, - hier müssen wir noch besser werden.

Was ist unsere Agenda für die Zukunft?

Die Situation in Deutschland für Bildung, Wissenschaft und Forschung ist besser als es die allgemeine Stimmung widerspiegelt. Das ist die Chance zum Aufbruch!

Es gibt Expertengremien, Initiativen und Ideen, aber wie schon der Computerpionier Michael Dell sagte: "Ideen sind Allgemeingut, die Umsetzung leider nicht." Um Wissen in die Anwendung zu bringen, müssen wir auch neue Wege suchen, ein Patentrezept gibt es nicht.

Bei aller Bemühung um Spin-offs und Innovation dürfen wir nicht vergessen, dass echte Innovationen aus einer starken und freien Grundlagenforschung kommen. Wenn wir nur auf sichere Pferde setzen, auf schnelle Erfolge, dann versiegt in wenigen Jahren die Quelle, aus der die wirklich neuen Ideen kommen.

Wir brauchen daher eine starke Grundlagenforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft, aber wir brauchen auch Menschen, die sehen, wo sich eine Entdeckung umsetzen lässt. Hier denken wir auch an strategische Allianzen mit Partnern aus der Wirtschaft, die über einen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren mit langem Atem und der nötigen kritischen Masse Zukunftsthemen bearbeiten. Bei den von Ihnen, Frau Ministerin, geplanten Innovationsclustern, können Sie auf Helmholtz zählen!

Beim Thema Wissens- und Technologietransfer brauchen wir auch einen Mentalitätswechsel, ja geradezu einen Kulturwechsel. Unternehmergeist und Mut zur beruflichen Selbständigkeit im "Land der Ideen" müssen auch unter Wissenschaftlern den Respekt bekommen, den sie verdienen!

Und das, meine Damen und Herren, führt zurück zu dem Motto unserer Jahrestagung: Wissen schafft Wirkung. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist fest entschlossen, hierzu ihren Beitrag zu leisten.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

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12.01.2013