Helmholtz-Gemeinschaft

19. Juli 2006 Helmholtz-Geschäftsstelle

Grußwort des Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren zum 50-jährigen Bestehen des Forschungszentrums Karlsruhe am 19.7.2006 in Karlsruhe

Grußwort zum 50-jährigen Bestehen des Forschungszentrums Karlsruhe

Grußwort des Präsidenten der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, Prof. Jürgen Mlynek.

 

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, sehr geehrte Damen und Herren, lieber Herr Popp,

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Einem Freund würde ich zum 50sten Geburtstag wünschen, dass er nicht aufhört, sich zu verändern. Das gilt erst recht für ein Forschungszentrum. In 50 Jahren hat sich das Themenspektrum im Forschungszentrum Karlsruhe gewandelt, Generationen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben hier ihre Ideen umgesetzt. Diese Frischzellenkur ist lebenswichtig! Sie sorgt dafür, dass ein Forschungszentrum eine lebendige Einrichtung bleibt, die sich an den drängenden Forschungsfragen der Gegenwart und Zukunft ausrichtet. Genau das ist unser Auftrag in der Helmholtz-Gemeinschaft, dem Zusammenschluss der großen nationalen Forschungseinrichtungen.

Das Forschungszentrum Karlsruhe verfügt heute über einen jährlichen Haushalt von eindrucksvollen 316 Mio. Euro, davon sind 75 Mio. im Wettbewerb eingeworbene Mittel und 241 Mio. Grundfinanzierung. Diese Grundfinanzierung setzt sich zusammen aus 90% vom Bund und 10% vom Land und gerade deshalb freue ich mich, dass heute mit Ihnen, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin und Ihnen, sehr geehrter Herr Ministerpräsident beide Eltern unseres Geburtstagskindes anwesend sind. Und ich möchte diese Gelegenheit nutzen, Ihnen beiden für die kontinuierliche Unterstützung in den letzten Jahrzehnten ganz herzlich zu danken!

Das heutige Jubiläum fällt in eine Zeit, in der in Deutschland Forschung und Innovation ganz oben auf der Agenda stehen. Mit dem Pakt für Forschung und Innovation werden die Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen vom Bund und den Ländern jährlich einen Aufwuchs von 3% erhalten, die Exzellenzinitiative hat einen nicht geahnten Schwung in die Universitäten gebracht und mit der geplanten High-Tech-Strategie der Bundesregierung haben Forschungseinrichtungen, Universitäten, Unternehmen und Politik nun die Chance, gemeinsam etwas für den Technologiestandort Deutschland zu tun und damit auch zu Wirtschaftswachstum und neuen Arbeitsplatzen beizutragen.

Gerade an Baden-Württemberg sieht man, wie erfolgreich es für ein Land sein kann, auf Wissenschaft und Forschung als Motor für die Entwicklung zu setzen. Baden-Württemberg investiert jährlich mehr als 3% in Wissenschaft und Forschung und kann einige der besten Universitäten und Forschungseinrichtungen zu seinen Landeskindern zählen. Auch bei der Exzellenzinitiative haben die Universitäten Ihres Landes, Herr Ministerpräsident, hervorragend abgeschnitten. Da sieht man mal wieder: Sie können in Baden-Württemberg einfach alles, außer Hochdeutsch!

Es gibt aber noch einen weiteren Erfolgsfaktor für den Forschungsstandort Baden-Württemberg: die Kooperation von Universitäten und Forschungseinrichtungen, nicht nur hier in Karlsruhe! Für die Helmholtz-Zentren ist die Vernetzung mit Universitäten deutschlandweit seit langem gelebter Alltag. In dieser guten Tradition steht auch das jüngste Projekt des Forschungszentrums Karlsruhe mit der Universität Karlsruhe: Geplant ist ein Joint Venture zu ausgewählten Themen gemeinsamen Interesses, wie der Nano- und Mikrosystemtechnologie.

Zurück zur Bundesrepublik Deutschland und der Bedeutung von Forschung und Entwicklung für die Zukunft unseres Landes: In Zeiten knappen Geldes ist es nicht selbstverständlich, dass gerade für Wissenschaft und Forschung mehr Geld in die Hand genommen wird.

Die Bundesregierung hat sich dazu entschieden, 6 Mrd. Euro zusätzlich in Forschung und Technologie zu investieren und dies war sicher, angesichts der anderen drängenden Probleme unseres Landes, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, keine einfache Entscheidung. Daraus erwächst für die Forschung aber auch eine Verpflichtung - nämlich eine Verpflichtung, für das zusätzliche Geld etwas als Gegenleistung zu liefern!

Was bedeutet dies für die Helmholtz-Gemeinschaft und für das Forschungszentrum Karlsruhe? Dies möchte ich Ihnen an einem Thema  verdeutlichen, das national extrem wichtig ist und für das Forschungszentrum Karlsruhe eine zentrale Rolle spielt, nämlich dem Thema Energie. Unter Mitwirkung unserer Bundeskanzlerin wurde auf dem G8-Gipfel in St. Petersburg in den vergangenen Tagen ein Energie-Aktionsplan für weltweite Energiesicherheit beschlossen. Die Frage nach der Energieversorgung der Zukunft eine der größten Herausforderungen für die Menschheit und damit ganz eindeutig eine der drängenden Fragen im Sinne der Mission der Helmholtz-Gemeinschaft. Denn wir betreiben programmatisch-strategische Spitzenforschung auch in den Bereichen Energie und Schlüsseltechnologien.

In der Helmholtz-Gemeinschaft wird heute die Hälfte der öffentlich finanzierten Energieforschung betrieben und dem Forschungszentrum Karlsruhe kommt hier als nationaler Forschungseinrichtung eine wesentliche Rolle zu. So hat auch kürzlich eine international besetzte Expertenkommission für das Helmholtz-Zentrum Karlsruhe die Empfehlung ausgesprochen, sich künftig stärker als bisher auf die Energieforschung zu konzentrieren. Ich bin sicher, dass das Forschungszentrum Karlsruhe sich dieser großen Herausforderung mit allen Kräften erfolgreich stellen wird.

Helmholtz, der Begründer des Energieerhaltungssatzes, hat einmal gesagt: "Energie geht nicht verloren", das gilt für das Helmholtz-Zentrum hier in Karlsruhe im direkten wie auch im übertragenen Sinne des Wortes. Daher nochmals Herzlichen Glückwunsch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forschungszentrums Karlsruhe zum 50. Geburtstag und Glück auf für die nächsten Jahrzehnte!

12.01.2013