Hermann

Aus der Forschung

Bild: Maksim Shebeko/ Fotolia

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Unser Blut verrät die passende Therapie

Heutzutage erhalten Patienten mit einer bestimmten Erkrankung meist die dafür vorgesehene Standardtherapie – für Tumoren beispielsweise eine Bestrahlung oder Chemotherapie. Bei jedem Menschen äußert sich eine Krankheit aber auf eine etwas andere Weise, und jeder reagiert auf eine bestimmte Therapie anders. Die Gründe dafür liegen in der genetischen Ausstattung, in Stoffwechseleigenheiten, dem Lebensstil oder dem Alter der Patienten. Genau hier setzt die personalisierte Medizin an: Sie versucht anhand sogenannter Biomarker schon vor der Behandlung festzustellen, welche Therapie für den einzelnen Patienten am besten geeignet wäre.

Biomarker zeigen Körpereigenschaften an

Biomarker sind Substanzen, die über den Körper und seine individuellen Eigenschaften Auskunft geben: Dazu gehören Gene, Proteine, Stoffwechselprodukte oder Zellen. Sie lassen sich in einem Tropfen Blut oder einer Gewebeprobe untersuchen und zeigen an, ob ein erhöhtes Risiko für eine bestimmte Krankheit vorliegt, wie eine bereits eingetretene Erkrankung ausgeprägt ist und welche Eigenschaften sie bei diesem Patienten aufweist. Anhand der Biomarkeruntersuchung ordnen die Mediziner ihre Patienten in Gruppen mit gleichen oder ähnlichen Eigenschaften ein und wenden dann die Therapie an, die für diese Patientengruppe am vielversprechendsten ist. So minimieren sie das Risiko erfolgloser Behandlungen und von Unverträglichkeiten.

Die Medizin der Zukunft?

Besonders bei einigen Krebserkrankungen ist die personalisierte Medizin bereits gut vorangeschritten – auch dank der Pionierarbeit des Deutschen Krebsforschungszentrums. In der Behandlung von Herz-Kreislauf-, Nerven-, Infektions- oder Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes steckt sie noch in den Kinderschuhen, ist aber erklärtes Ziel der Mediziner.

Trotz aller Erfolgsaussichten ist die personalisierte Medizin nicht unumstritten: Weckt dieser Ansatz zu große Hoffnungen bei den Patienten? Wie geht man mit Informationen über andere Krankheiten aus der Biomarkeruntersuchung um? Wo und wie lange sollten die Patientendaten gespeichert werden? Wann ist eine psychologische Betreuung der Patienten notwendig? Und wer trägt die Kosten?

Viele Fragen zur personalisierten Medizin stehen in der Diskussion. Die Helmholtz-Gemeinschaft widmet sich diesem Thema in ihrer nächsten Veranstaltung „Fokus@Helmholtz“ am 12. Juni 2013 in Berlin.

Andreas Fischer

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