Hermann

Aus der Forschung

Die russische Weltraumbehörde Roskosmos und die Europäische Weltraumorganisation ESA planen gemeinsam eine unbemannte Mission zum Mars. Bild: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

Die russische Weltraumbehörde Roskosmos und die Europäische Weltraumorganisation ESA planen gemeinsam eine unbemannte Mission zum Mars. Bild: ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

 
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Internationales

Roskosmos und ESA planen eine gemeinsame Marsmission, berichtet das Moskauer Helmholtz-Büro. Russland schafft außerdem Arbeitsstellen für junge Forscher und will die Unis stärken. Das Büro Brüssel startete in diesem Jahr eine Workshopreihe zum Thema "Zukunftstechnologien" und beging unter dem Motto "Big Science" im Mai seine diesjährige Jahresveranstaltung. Unser Büro in Peking meldet die Verabschiedung einer nationale Roadmap für Forschungsinfrastrukturen in China.

Büro Moskau

Russland schafft Arbeitsstellen für junge Forscher

Das russische Ministerium für Bildung und Forschung will talentierte Postdoktoranden aus Russland und dem Ausland verstärkt unterstützen. Das neue föderale Zielprogramm für 2014 bis 2020, „Wissenschaftler und Pädagogen des innovativen Russland“, sieht vor, neue zeitlich befristete Stellen für junge, bereits promovierte Forscher aus allen Fachrichtungen an russischen Universitäten und Forschungseinrichtungen zu schaffen. Dieses Format ist neu für Russland.

Erste Postdoktorandenstellen werden 2014 eingerichtet – zunächst etwa 200, im Jahr 2015 könnten es schon 1.500 neue Stellen sein. Geplant ist, dass jede Position mit 3 Mio. Rubel (75.000 Euro) pro Jahr über einen Zeitraum von höchstens drei Jahren finanziert wird. Die anstellende Universität oder Forschungseinrichtung bestimmt Projektthemen und Betreuer und kümmert sich um die Unterbringung sowie den Aufenthalt der Forscher. Zuvor soll die Institution aber selbst an einer Ausschreibung teilnehmen: Ausgewählt werden die Einrichtungen mit exzellenter Infrastruktur und guten Bedingungen für die Aufnahme der Postdoktoranden.

Roskosmos und ESA: gemeinsame Mars-Missionen

Die russische Weltraumbehörde Roskosmos und die Europäische Weltraumorganisation ESA haben am 14. März 2013 einen Vertrag über die Entsendung unbemannter Missionen zum Mars im Rahmen des Projektes ExoMars unterzeichnet. Der Vertrag, in dem die gleichberechtigte Beteiligung beider Parteien verankert ist, ermöglicht auch Kooperationen zur Erforschung des Mondes und des Jupiters.

Die Marsmission soll zunächst Methan und andere Gase auf der Planetenoberfläche aufspüren. Später wird dann ein Rover ausgesetzt, der bis zu zwei Meter tief in den Marsboden bohren kann und Proben sammelt, die auf Spuren von Leben schließen lassen könnten.

Roskosmos stärkt aktuell auch die Aus- und Weiterbildung von Raumfahrt-Experten in Russland: Zusammen mit dem russischen Ministerium für Forschung und Bildung, der Russischen Akademie der Wissenschaften, führenden russischen Universitäten und Raumfahrtunternehmen wurde eine Initiative zum Aufbau eines wissenschaftlich-ausbildenden Konsortiums im Bereich der Weltraumforschung ausgearbeitet. Ziel ist es, Projekte zur Forschung und Entwicklung im Bereich der Raumfahrt durchzuführen und Standards in der beruflichen Ausbildung zu schaffen.

Russische Superunis werden ausgewählt

Unter der Leitung des russischen Forschungsministers Dmitry Livanov fand am 18. April 2013 die erste Sitzung des interinstitutionellen Beirates zur Stärkung der exzellenten Universitäten Russlands statt. Der Beirat besteht aus sechs russischen und sechs ausländischen Mitgliedern. Sein Ziel ist es, die Position führender russischer Universitäten im internationalen Wettbewerb und das Image des russischen Ausbildungssystems zu stärken. Dafür möchte die russische Regierung etwa 225 Mio. Euro bereitstellen. Die beteiligten Universitäten müssen bereit sein, eine Reihe von Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen – etwa in den Ausbildungsprogrammen, der Verwaltung und in den Forschungsaktivitäten. Insgesamt werden dafür voraussichtlich 15 bis 18 Unis ausgewählt und gefördert. Die russische Regierung erhofft sich von diesem Projekt, dass bis 2020 mindestens fünf russische Universitäten zu den Top 100 der Welt gehören werden.

Büro Brüssel

Workshop-Reihe zur „Zukunftstechnologien“-Förderung der EU

Mit der Förderung des Human Brain Projects durch die Europäische Kommission ist in diesem Jahr das „Future Emerging Technologies“-Programm der EU sehr präsent. Es dient dazu, bahnbrechende, risikoreiche Forschung zu fördern, die außerdem bedeutende technologische Neuerungen erwarten lässt. Neben den prominenten Flaggschiff-Förderungen für das Human Brain Project und Graphene gibt es noch weitere Förderlinien innerhalb des FET-Programms. Thematisch waren diese in der Regel auf Informations- und Kommunikationstechnologien beschränkt. In Zukunft sollen sie jedoch themenoffen sein – und damit für mehr Helmholtz-Antragsteller interessant.

Das Helmholtz-Büro Brüssel widmet dem FET-Programm deshalb in der ersten Jahreshälfte 2013 eine vierteilige Workshop-Reihe für jeweils rund 30 Gäste. Ziel des Formats ist es, die Möglichkeiten des Programms mit seinen Adressaten und den verantwortlichen Kommissionsbeamten aus der Generaldirektion CONNECT zu diskutieren. Gleichzeitig bietet es Vertretern verschiedener Wissenschaftsorganisationen, Universitäten und der Kommission ein Forum zum Austausch. Beim Auftaktworkshop im März ging es zunächst um die grundlegenden Förderprinzipien des Programms. Ulrich Schurr vom Forschungszentrum Jülich verdeutlichte aus Forschersicht, worin Vor- und Nachteile des Programms liegen. Im April ging es um die Frage, inwiefern es möglich ist, Anträge zu stellen, die über das Thema Informations- und Kommunikationstechnik hinausgehen.

Am 28. Mai soll das Thema „FET vs. ERC: duplication of instruments?“ diskutiert werden – und damit die Frage, ob nicht beide EU-Programme das Gleiche fördern, nämlich exzellente, in Kleingruppen durchgeführte Wissenschaft, und ob dies nicht im Widerspruch zu einer stets angestrebten Vereinfachung der Programme steht. Am 25. Juni endet die Reihe mit einem Fokus auf die Verbindungen zur Industrie: „FET’s linkage to KET: expectations from industry“. Gemeinsam mit zwei Direktoren der Kommission soll erörtert werden, ob es Synergieeffekte mit EU-Programmen zur Förderung von Schlüsseltechnologien geben kann. Was erhofft sich an dieser Stelle die Industrie – und wie kann eine Zusammenarbeit aussehen?

Anmeldungen zu den letzten beiden Workshops sind noch möglich bei:
kristine.august(at)helmholtz.de

Weitere Informationen zum FET-Programm:
http://cordis.europa.eu/fp7/ict/programme/fet_en.html

Ansprechpartner im Helmholtz-Büro Brüssel:
david.kolman(at)helmholtz.de

Brüsseler Jahresveranstaltung

“Big Science, Big Data – Big Challenges, Big Solutions?” – zu diesem Thema fand am 14. Mai 2013 die Brüsseler Jahresveranstaltung statt. Ausgangspunkt: In der Forschung werden immer größere Datenmengen produziert. Die damit einhergehenden Herausforderungen reichen von Verarbeitung, Aufbereitung und Analyse über den Zugang bis hin zur Interoperabilität von Daten. Welche technologischen Voraussetzungen sind hierfür notwendig? Vertreter des CERN, des Max-Planck-Instituts Nijmegen, des KIT, des Forschungszentrums Jülich sowie des Helmholtz Zentrum München brachten dazu ihre verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven ein. Diskutiert wurde auch, welche europäischen Ansätze sicherstellen können, dass die Datenflut das System nicht überrollt. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, plädierte dafür, die Datenmengen als Chance für weiteren Erkenntnisgewinn zu begreifen: „Daten sind wie Gold, das man schürfen muss“, sagte Mlynek. Günstige Rahmenbedingungen hierfür zu schaffen, sei Anliegen mit europäischer Reichweite. Unterstrichen wurde dies von dem großen Interesse an der Veranstaltung: Rund 170 Gäste nahmen teil.

Büro Peking

China verabschiedet nationale Roadmap für Forschungsinfrastrukturen

Am 23. Februar 2013 hat Chinas Staatsrat eine Roadmap für Forschungsinfrastrukturen bis zum Jahr 2030 veröffentlicht. Darin spricht er sich für den Ausbau der großen Forschungseinrichtungen und -infrastrukturen aus, um den globalen Herausforderungen wie Klimawandel oder Umweltschutz begegnen und gleichzeitig im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Auf dem Weg zu einer international innovativen Nation möchte China die Qualität seiner Forschungseinrichtungen, des Managements und des Datenzugangs auf weltweites Spitzenniveau bringen. Sieben Forschungsbereiche haben dabei höchste Priorität im nationalen Interesse: Energie, Gesundheit und Lebenswissenschaften, Erde und Umwelt, Materialforschung, Teilchen- und Nuklearphysik, Weltraum und Astronomie sowie technische Ingenieurwissenschaften.

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