Aus der Forschung

Hans von Storch, Werner Krauß: Die Klimafalle. Die gefährliche Nähe von Politik und Klimaforschung. Carl Hanser Verlag, München, 2013
Die Autoren:
Hans von Storch ist Leiter des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Professor am Meteorologischen Institut der Universität Hamburg und Mitautor des Klimaberichtes des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der Vereinten Nationen.
Werner Krauß ist Ethnologe am Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Von 2005 bis 2010 war er als DAAD-Professor an der Universität von Texas in Austin. Er forscht, lehrt und schreibt über den Klimawandel und andere Umweltthemen.
Die Blogplattform:
Zusammen betreiben Hans von Storch und Werner Krauß den Blog „Die Klimazwiebel“:
Buchtipp: "Die Klimafalle"
Die Klimadebatte ist festgefahren: Das Begrenzungsziel des Temperaturanstiegs auf zwei Grad ist wissenschaftlich umstritten, der Streit zwischen Skeptikern und Warnern lähmt die Debatte und erschwert die Handlungsfähigkeit der Politik. Der Klimaforscher Hans von Storch und der Ethnologe Werner Krauß konstatieren: „Wir sitzen in der Klimafalle“. Das ungewöhnliche Autorenduo wirft in seinem Buch einen neuen Blick auf die wesentlichen Etappen der Klimaforschung und -politik. Die Autoren zeigen, wie die Klimawissenschaft ihrer Meinung nach in die „Falle“ geraten ist, und wie sie dort wieder herauskommen könnte.
Viele Wissenschaftler, Politiker und Bürger sehen im Klimadiskurs klar verteilte Rollen: Die Wissenschaft erkennt das Problem und leitet Lösungsansätze an die Politik weiter – die Politik setzt entsprechende Maßnahmen um. Tatsächlich aber kommt es zur Vermischung von Wissenschaft, Politik und öffentlichem Diskurs. Die Wissenschaft agiert nicht außerhalb der Öffentlichkeit. Nach Meinung der Autoren lässt sich im Nachhinein kaum mehr feststellen, wer die Debatte über das Klima am meisten beeinflusst.
Viele Akteure der polarisierten Klimadebatte rücken dabei ihre eigene Auslegung der Fakten in den Vordergrund. Sie blenden die wissenschaftlich kontrovers geführte Diskussion um die richtige Interpretation dieser Fakten aus und geben konkrete globale Handlungsanweisungen. Von Storch und Krauß, die an dem menschgemachten Klimawandel in keiner Weise zweifeln, raten zu mehr Vorsicht bei der Politikberatung durch die Wissenschaft. Die Klimaforschung sei komplex und erlaube keine einfachen Schlussfolgerungen. Entsprechend lassen sich keine einfachen Handlungsanweisungen geben, und schon gar nicht, wie so häufig in der Klimadebatte, globaler Art. Stattdessen empfehlen die Autoren im Umgang mit dem Klimawandel differenzierte, regional bezogene Strategien, die auch gesellschaftliche und kulturelle Dimensionen einbeziehen.


