In Kürze
Erinnerung schneller als gedacht
Das Team um Prof. Emrah Düzel vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) hat herausgefunden, dass das Gehirn Erinnerungen schneller abrufen kann als bislang angenommen. In einem Gedächtnistest sollten Probanden zuvor gezeigte Wörter identifizieren. Wurde ihnen ein Wort ein zweites Mal gezeigt, setzte das Erinnerungsvermögen bereits in weniger als einer halben Sekunde ein. Bisherige Untersuchungen hatten auf eine längere Reaktionszeit hingedeutet.
Darüber hinaus untersuchten die Forscher, ob die zentrale Schaltstelle im Gehirn – der Hippocampus – nur für kontextbehaftete Erinnerungen zuständig ist oder auch ein Gefühl von Bekanntheit erzeugt. Dazu testeten sie Probanden mit gesundem und mit geschädigtem Hippocampus.
Alle Versuchsteilnehmer konnten Wörter gleich gut wiedererkennen, unterschieden sich also nicht im Empfinden von Bekanntheit. An Hintergrundbilder, die im Zusammenhang mit den Wörtern gezeigt wurden, konnten sich jedoch die Personen mit einem gesunden Hippocampus deutlich besser erinnern. Offenbar ist der Hippocampus allein für Erinnerungen zuständig, die mit einem Kontext verknüpft sind, erzeugt aber kein Gefühl von Bekanntheit.


