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Biomasse bislang überschätzt

Die lebende Biomasse auf der Erde ist deutlich geringer als bisher angenommen. Bisherige Annahmen über die Menge an lebenden Organismen auf unserem Planeten müssen um etwa ein Drittel reduziert werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine deutsch-amerikanische Gruppe von Geoforschern um Dr. Jens Kallmeyer vom GFZ.

Die früheren Abschätzungen beruhten auf der Untersuchung von Bohrkernen, die hauptsächlich aus Bohrungen in der Nähe von Küsten oder in sehr nährstoffreichen Gebieten gewonnen wurden. „Etwa die Hälfte der Weltmeere sind aber extrem nährstoffarm, daher wurde schon seit etwa 10 Jahren vermutet, dass die Biomasse im Meeresboden stark überschätzt wird“, erklärt Kallmeyer. Er hat daher zusammen mit Kollegen von der Universität Potsdam und der University of Rhode Island, USA, Proben aus Sedimentbohrkernen fernab von Küsten und Inseln gesammelt. Die sechsjährigen Forschungsarbeiten zeigen, dass in diesen Meeresgebieten, die aufgrund ihrer Nährstoffarmut auch „Wüsten der Meere“ genannt werden, bis zu hunderttausendmal weniger Zellen gefunden werden als in vergleichbaren Bohrkernen in Küstennähe.

Mit diesen frischen Daten berechneten die Wissenschaftler die Biomasse in marinen Sedimenten neu und kamen auf drastisch niedrigere Werte.

Jens Kallmeyer et al.: “Global distribution of microbial abundance and biomass in subseafloor sediment”, PNAS, www.pnas.org/cgi/doi/10.1073/pnas.1203849109

 

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11.01.2013
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