Aus der Forschung

Dr. Martin Sandhop, Leiter des Moskauer Helmholtz-Büros, vor dem Namensbanner für das neue gegründete Skolkovo Institute of Science and Technology (SkolTech) bei Moskau. Bild: Helmholtz-Gemeinschaft
Helmholtz international - Meldungen aus den Helmholtz-Büros in Brüssel, Moskau und Peking
Nachrichten aus dem Büro in Moskau:
Internationale Forschergruppen gründen Forschungszentren an Skolkovo Tech
Das Skolkovo Institute of Science and Technology (SkolTech) ist ein nichtstaatliches Ausbildungs- und Forschungsinstitut, das 2011 unter aktiver Beteiligung des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Skolkovo bei Moskau gegründet wurde. SkolTech ist ein neues Modell der russischen technischen Universität, das eine neue Generation junger innovationsorientierter Forscher und Unternehmer ausbildet. Obwohl der Campus erst 2014 fertig gestellt sein soll, begann bereits am 6. August 2012 eine Pilotgruppe aus 34 Studierenden ihr dreijähriges Master-Studium. Nach einem Einführungskurs in Skolkovo werden sich die Studierenden zwischen dem Imperial College London, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich), der Hong Kong University of Science and Technology und dem MIT entscheiden, um dort das erste Studienjahr zu verbringen.
Das SkolTech wird Programme in fünf thematischen Richtungen anbieten: Informationstechnologien, Energie, Biomedizin, Raumfahrt und zivile Kernforschung. Bis zu 15 Forschungszentren werden aufgebaut, um Grundlagenforschung und angewandte Technologien in diesen für Russland strategischen Bereichen voranzutreiben. Jedes Zentrum soll mit 6 bis 12 Millionen US-Dollar pro Jahr für die Dauer von fünf Jahren finanziert werden. Die zweite Runde der Ausschreibung läuft bis Ende November 2012. Teilnehmen können bilaterale Forscherteams aus Vertretern einer russischen Einrichtung und einer ausländischen Partnerorganisation.
Teilnahmebedingungen und Dokumentation für Antragsteller:
web.mit.edu/sktech/initiatives
Russische “Megagrants” werden verlängert
Die russischen Megagrant-Projekte aus der ersten Ausschreibung können nach einer Laufzeit von drei Jahren verlängert werden, teilt das russische Forschungsministerium mit. Im Rahmen einer neuen Ausschreibung im Oktober dieses Jahres können außerdem bis zu 40 neue Grantees ausgewählt werden. Neu ist allerdings, dass bei Anträgen nunmehr eine Kofinanzierung durch den Antragsteller nachzuweisen ist.
2010 haben 40 Spitzenforscher mit internationalem Ruf je 150 Millionen Rubel erhalten, um an einer russischen Universität bis 2013 ein Forschungslabor aufzubauen und zu leiten. Im Oktober 2012 kann eine Verlängerung der Finanzierung beantragt werden. Jedoch muss die russische Universität dazu eigene Mittel in Höhe von 100 Prozent der Fördersumme ein Jahr nach der Verlängerung bereitstellen. Aus den Anträgen soll hervorgehen, wie die jeweiligen Projekte in die Zukunftskonzepte der Universitäten eingebunden sind, und wie sie die russische Wissenschaftslandschaft prägen werden. Die Auswahlkommission ist mit internationalen Experten besetzt.
Auch Anträge für neue Megagrants können im Oktober eingereicht werden. Die Förderung kann nicht nur über Universitäten, sondern nun auch über Institute der Russischen Akademie der Wissenschaft (RAS) beantragt werden. Das Stipendium beträgt nur noch 90 Millionen Rubel (ca. 2,2 Millionen Euro) pro Projekt für drei Jahre. Wichtige Teilnahmebedingung ist der Nachweis von außenbudgetären Mitteln in Höhe von mindestens 25 Prozent des Regierungsgrants.
Nähere Informationen im Oktober 2012:
Nachrichten aus dem Büro in Peking:
China und Deutschland verstärken Forschungskooperation
Ende August traf Bundesforschungsministerin Annette Schavan bei den 2. deutsch-chinesischen Regierungskonsultationen in Peking auf Minister Wan Gang (Ministry of Science and Technology, MoST) und Minister Yuan Guiren (Ministry of Education, MoE) und vereinbarte eine stärkere Zusammenarbeit auf dem Gebiet der LED-Technologien und der Meeresforschung. Außerdem tauschten sich die Minister über bereits vereinbarte Maßnahmen wie die Gründung eines Chinesisch-Deutschen Wissenschaftskollegs aus. Dazu gehört auch die Einrichtung einer deutsch-chinesischen Plattform für Innovation, für deren Gründung Fachleute beider Länder im vergangenen September in Peking zusammentrafen. Eine Folgekonferenz ist für den 26. und 27. November 2012 in Berlin geplant.
Fortschritte verzeichnet auch die Zusammenarbeit für die deutsch-chinesische Innovationsplattform Lebenswissenschaften, zu der bereits Experten-Workshops stattfanden. Zu den eingeladenen Helmholtz-Experten zählten Prof. Dr. Andreas Lendlein, Leiter des HZG-Instituts für Polymerforschung am Standort Teltow und Vizedirektor des Berlin-Brandenburgischen Centers für Regenerative Therapien und Prof. Dr. Rolf Müller, Direktor des Helmholtz-Instituts für Pharmakologie in Saarbrücken. Lendlein hat bereits ein deutsch-chinesisches Labor an der Tianjin-Universität gegründet, das von BMBF und MoST unterstützt wird, auch Müller wird mit seinen Kooperationspartnern in China ein gemeinsames Labor aufbauen.
Quellen: Büro Peking/Dr. He Hong und Presseinformation des BMBF www.bmbf.de/de/818.php
Nachrichten aus dem Büro in Brüssel:
EERA: Neue Person an der Spitze
Die „European Energy Research Alliance“ (EERA) hat einen neuen Vorsitzenden. Der Finne Erkki KM Leppävuori (Präsident und CEO des VTT Technical Research Centre of Finland) führt seit September 2012 das EERA-Exekutivkommittee (ExCo), das für die Leitung der Forschungsallianz verantwortlich ist. Ziel der EERA ist es, europaweit die Kooperation in der Energieforschung zu verbessern – und damit die Entwicklung effizienter Technologien voranzutreiben. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist zurzeit durch Vorstandsmitglied Prof. Ulrich Wagner (DLR) im ExCo repräsentiert und tritt in drei EERA Joint Programmen als Koordinator auf. Das Sekretariat der EERA wird von Helmholtz in Brüssel koordiniert. Es ist unter anderem über ein EU-Projekt ko-finanziert.
Weitere Informationen:
ERC-Beratung des Brüsseler Büros
Derzeit können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Förderanträge beim European Research Council (ERC) einreichen. Im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (FRP) ist dies die letzte Ausschreibungsrunde.
Das Büro Brüssel unterstützt die Antragstellenden aus der Helmholtz-Gemeinschaft während des gesamten Verfahrens, etwa durch Antragsprüfung und Beratungsgespräche. Seit 2011 bietet das Büro zusätzlich ein individualisiertes Interview-Training an. Es bereitet die Kandidaten in der Programmlinie „Starting Grants“ gezielt auf die Auswahlgespräche in Brüssel vor. Um noch besser auf (mögliche) Antragstellende eingehen zu können, haben das Büro Brüssel und die Zentren vor kurzem einen ERC-Erfahrungsaustausch für Multiplikatoren gestartet. Positiver Ausblick: Die ERC-Förderlinie soll im nächsten EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizont 2020“ nicht nur fortgesetzt, sondern deutlich stärker finanziert werden.
Erste Ansprechpartnerin für ERC-Fragen im Büro Brüssel:
Dr. Angela Richter, angela.richter(at)helmholtz.de, Tel.: 0032 2 5000 973
Fristen für die ERC-Antragstellung :
Starting Grants: bis 17.10.2012
Advanced Grants: bis 22.11.2012
Consolidator Grants: 07.11.2012 - 21.02.2013
Synergy Grants: 10.10.2012 - 10.01.2013


