Aus der Forschung

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), im Bild das Flüssigmetalllabor KALLA, gilt als Vorbild für die Fusion von Universität und Forschungszentrum. Foto: KIT/ M. Lober
Partnerschaften für die Zukunft
Die deutsche Forschungspolitik steht in den kommenden Jahren vor wichtigen Entscheidungen: Im Jahr 2017 wird die Exzellenzinitiative auslaufen. Außerdem ist noch unklar, wie der Pakt für Forschung und Innovation und der Hochschulpakt fortgeführt werden. Diese Förderinstrumente sind zurzeit wesentliche Bestandteile im Budget der Forschungsorganisationen sowie vieler Universitäten und haben daher großen Einfluss auf unsere Forschungslandschaft.
Aufgrund der bevorstehenden Veränderungen hat die Bundesregierung den Wissenschaftsrat dazu aufgefordert, gemeinsam mit den Universitäten sowie den Forschungs- und Forschungsförderorganisationen neue Ideen zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems auszuarbeiten. Unser Beitrag zu diesem Diskussionsprozess ist das Positionspapier „Helmholtz 2020 – Zukunftsgestaltung durch Partnerschaft“, das unsere Überlegungen zu einer möglichen Beteiligung der Helmholtz-Gemeinschaft an der geforderten Weiterentwicklung formuliert. Es ist als Angebot an die Universitäten, die anderen großen Forschungsorganisationen sowie die Zuwendungsgeber aus Politik und Wirtschaft gedacht, gemeinsam Perspektiven und Strategien für die Zukunft des Wissenschaftsstandortes Deutschland zu entwerfen.
Das Zusammenführen von Kompetenzen und Ressourcen ist für uns dabei der wichtigste Prozess. Konkret bedeutet es, dass wir unsere Forschungsthemen gemeinsam in enger Kooperation mit anderen Wissenschaftseinrichtungen und der Wirtschaft bearbeiten. Vor allem die Universitäten sind für uns privilegierte Partner, da sie neben der Forschung auch die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses betreiben. Der Zusammenschluss des Forschungszentrums Karlsruhe mit der Universität Karlsruhe zum Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist hierfür ein gutes Beispiel: Gemeinsame Nachwuchsförderung in Graduiertenschulen sowie die Bereitstellung und der Ausbau modernster Großgeräte schaffen einen äußerst attraktiven Forschungsstandort, der international herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern optimale Forschungsmöglichkeiten bietet. Jedoch lassen sich nicht immer genügend Kompetenzen an einem einzigen Standort bündeln. Ein dezentrales institutionelles Netzwerk wie das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) oder projektbezogene Netzwerke unter Einbeziehung zusätzlicher Helmholtz-Projektförderaktivitäten sind in diesem Fall zukunftsweisende Partnerschaftskonzepte.
Eine solche qualitative Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems ist notwendig, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die Voraussetzungen hierfür sind sehr gut, das Potenzial dafür vorhanden. Es kann aber aus unserer Sicht nur durch die enge Zusammenarbeit aller Akteure voll ausgeschöpft werden und uns so für die großen gesellschaftlichen und technologischen Herausforderungen der Zukunft wappnen.


