Aus der Forschung

Grasnadel im Aquarium. Foto: Uli Kunz, www.kunzgalerie.de
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Der Beitrag der Väter
Eine Stärkung des Immunsystems vor der Geburt ist nicht mehr allein Sache der Mütter: Forscher des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel haben bei der Grasnadel, einer mit den Seepferdchen verwandten Fischart, erstmals nachgewiesen, dass auch die Väter einen Einfluss auf das Immunsystem ihrer Nachkommen haben.
Bei Wirbeltieren gibt die Mutter Antikörper über die Eier oder die Plazenta an den Nachwuchs weiter – zumindest in den meisten Fällen, wie wir jetzt wissen. Bei der Grasnadel brütet jedoch das Männchen die Embryonen in einer Tasche aus, in der die Nachkommen über eine Plazenta-ähnliche Struktur mit dem Vater verbunden sind. „Es ist spannend, dass die Evolution bei Menschen und bei Fischen völlig unabhängig voneinander sich ähnelnde Lösungen hervorgebracht hat, mit denen die Eltern zum Immunsystem der Nachkommen beitragen“, sagt Dr. Olivia Roth vom GEOMAR.
Die Wissenschaftler untersuchten 18 Grasnadel-Familien für ihre Studie und impften vor der Brutphase entweder beide Partner, nur die Mütter, nur die Väter oder keines der Elterntiere. Nach fünf Wochen und nach vier Monaten zeigten Analysen, dass für spezielle Reaktionen des Immunsystems allein der Vater ausschlaggebend war, während andere Funktionen durch das Zusammenwirken von Vater und Mutter gesteigert wurden.


