Personalia

Oben links: Prof. Dr. Nikolaus Rajewsky (MDC), unten links: Prof. Dr. Ulf Riebesell (GEOMAR), unten rechts: Prof. Dr. Peter Sanders (KIT).
Leibniz-Preise 2012
Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis ist der höchst dotierte deutsche Wissenschaftspreis und gilt als deutscher Nobelpreis. In diesem Jahr wurde er an elf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – darunter drei Helmholtz-Wissenschaftler - verliehen. Das Preisgeld von in der Regel jeweils 2,5 Millionen Euro können die Preisträger in einem Zeitraum von bis zu sieben Jahren nach ihren eigenen Vorstellungen und ohne bürokratischen Aufwand für ihre wissenschaftliche Arbeit ausgeben.
Nach vielen Anfragen ist das Medieninteresse inzwischen etwas abgeflaut und die Wissenschaftler sind zu ihrer Forschung zurückgekehrt. Die „hermann“-Redaktion hat nachgefragt, was für die Helmholtz-Preisträger Prof. Dr. Nikolaus Rajewsky (MDC), Prof. Dr. Ulf Riebesell (GEOMAR) und Prof. Dr. Peter Sanders (KIT) anders geworden ist:
Was hat sich für Sie nach der Verleihung des Leibniz-Preises verändert?
Rajewsky: Es gab eine Interviewwelle, die mittlerweile zum Glück wieder abgeebbt ist. Ansonsten hat sich nicht viel verändert, worüber ich sehr froh bin.
Riebesell: Meine Kinder nennen mich jetzt Leibniz-Cookie.
Sanders: Ich schreibe weniger Projektanträge und suche stattdessen, nach "dicken Brettern die ich bohren kann". Gleichzeitig überlege ich, wie ich meine Gruppe wachsen lassen kann, ohne den Überblick zu verlieren.
Wie wollen Sie das Preisgeld für Ihre Forschung einsetzen?
Rajewsky: Ich arbeite noch an einigen Ideen.
Riebesell: Das Preisgeld verschafft mir die Freiheit, risikoreichere Forschung zu wagen, neue Kooperationen außerhalb der existierenden Förderprogramme aufzubauen und mich in Forschungsgebiete vorzutasten, in denen ich bislang nur wenig Fachkenntnis habe.
Sanders: Vor allem für die Finanzierung von Mitarbeitern. Die Themen lassen sich nur schwer in einem Satz beschreiben: Grob gesagt geht es um die effiziente Verarbeitung großer Datenmengen in wichtigen Anwendungen wie z.B. Unternehmensdatenbanken, Suchmaschinen, Straßenverkehr, Energieversorgungsnetzwerke, Bioinformatik ... Dabei sollen Theorie und Praxis in Einklang gebracht werden.
Können Sie die mit dem Preis verbundene Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für Ihr Forschungsziel nutzen?
Rajewsky: Nein.
Riebesell: Die mediale Aufmerksamkeit trägt dazu bei, die Problematik der Ozeanversauerung und -erwärmung und deren mögliche Konsequenzen für die Organismen und Ökosysteme im Meer stärker in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken.
Sanders: Das ist schwer zu sagen. Ich könnte mir vorstellen, dass der Leibniz-Preis ein Türöffner zur Gewinnung von Kooperationspartnern ist. Inwieweit die breite Öffentlichkeit dafür wichtig ist, ist mir aber nicht klar.


