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Aus der Forschung

Ein Forscherin mit dem GEOMAR-Tauchroboter JAGO im Roten Meer. Bild: GEOMAR

Ein Forscherin mit dem GEOMAR-Tauchroboter JAGO im Roten Meer. Bild: GEOMAR

 
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Expedition im Roten Meer

Bunte Korallen, umschwärmt von ebenso farbenfrohen Fischen in glasklarem Wasser – so werben viele Reisekataloge für Tauchurlaub im Roten Meer. Doch wie es den Korallenriffen in diesem faszinierenden Randmeer wirklich geht, ist nur schwer zu beantworten. Aktuelle, grundlegende Untersuchungen dazu fehlen weitgehend. Forscher des GEOMAR | Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel wollen dies zusammen mit Kollegen der King Abdulaziz University im saudi-arabischen Jeddah ändern. Dazu haben sie bereits 2011 mehrere Expeditionen entlang der saudi-arabischen Küste durchgeführt und von Land aus an verschiedenen Küstenabschnitten Korallenriffe beprobt. Während einer Expedition mit dem niederländischen Forschungsschiff PELAGIA vom 1. bis 23. April 2012 haben die Kieler Forscher die Untersuchungen jetzt in größere Wassertiefen ausgedehnt. Dazu nutzten sie JAGO, Deutschlands einziges wissenschaftliches Tauchboot, das am GEOMAR stationiert ist.

Ursprünglich war JAGO Ende der 1980er Jahre von dem Verhaltensforscher Prof. Dr. Hans Fricke und dem Techniker Jürgen Schauer gebaut worden, um im Indischen Ozean den legendären Quastenflosser zu finden und zu beobachten. Mittlerweile hat das Tauchboot, das bis in 400 Metern Tiefe eingesetzt werden kann und einem Piloten sowie einem Wissenschaftler Platz bietet, Einsätze rund um den Erdball absolviert. Darunter waren Untersuchungen zu Meeresspiegelschwankungen vor Tahiti, Tauchgänge zu Kaltwasserkorallen am Kontinentalhang vor Nordnorwegen, aber auch Bergungseinsätze im Bodensee.

Steinkorallen bis in 100 Meter Tiefe untersucht

Bei der jetzt abgeschlossenen Expedition im Roten Meer beobachteten und beprobten die Wissenschaftler mit JAGO Steinkorallen (Leptoseris spp.; Ordnung Scleractinia) und andere Lebensformen in 40 bis 100 Metern Wassertiefe. Die Experten aus Kiel und Jeddah hatten sich dafür drei Tauchplätze ausgewählt: die Farasan-Inseln im südlichen Roten Meer, Korallenriffe bei Jeddah im zentralen Roten Meer sowie Riffe bei Al-Wajh im nördlichen Roten Meer. Alle drei Orte weisen unterschiedliche Umweltbedingungen auf, weil die Nährstoffdichte im Roten Meer von Süden nach Norden immer weiter abnimmt. Überraschenderweise war ausgerechnet bei den Farasan-Inseln im Süden, die produktivste Region im Roten Meer, die Riffbildung stark reduziert. Eine mögliche Erklärung dafür ist eine hohe Sedimentationsrate in den nährstoffreichen Gewässern. Vor Jeddah und vor Al-Wajh fand die JAGO-Besatzung dagegen auch in 75 bis 95 Metern Wassertiefe Steinkorallen, von denen vorsichtig einige Proben mit auf die PELAGIA genommen wurden.

Weitere Untersuchungen der Proben sowie eine genaue Auswertung des Foto- und Videomaterials erfolgen nun am GEOMAR in Kiel. „Es war aber schon faszinierend, sich mit JAGO einen eigenen Eindruck von den tieferen Stockwerken der Korallenriffe zu machen. Dieser persönliche Augenschein ist kaum ersetzbar“, resümiert nach der Fahrt Dr. Yvonne Sawall vom GEOMAR.

Dr. Warner Brückmann

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11.01.2013
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