In Kürze
Pflanze gegen Hepatitis-C
Marrubium peregrinum L sieht aus wie eine Mischung aus Katzenminze und Salbei: krautig, silbrig, haarig und unscheinbar. Aber diese Pflanze enthält das Flavonoid Ladanein, das das Hepatitis-C-Virus daran hindert, in Leberzellen einzudringen. Dies hat ein Forschungsteam am TWINCORE, einer gemeinsamen Einrichtung von HZI und MHH, entdeckt.
"Daraus könnte sich eine neue Option entwickeln, um in Zukunft das Problem der Reinfektion von transplantierten Lebern in den Griff zu bekommen", sagt Dr. Sibylle Haid, Wissenschaftlerin in der Arbeitsgruppe Experimentelle Virologie. Für diese Arbeit hat das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Sibylle Haid kürzlich mit dem "Paper of the Month" April geehrt.
Etwa 160 Millionen Menschen tragen das Virus in sich, in Deutschland leben allein etwa eine halbe Million Menschen mit Hepatitis-C. Die Infektion verläuft meist unbemerkt, führt jedoch bei etwa 70 Prozent der Infizierten zu einer chronischen Leberinfektion, die inzwischen einer der häufigsten Gründe für Lebertransplantationen ist. Erhält aber ein Hepatitis-C-Patient eine neue Leber, scheint das Virus irgendwo im Körper nur darauf zu warten und befällt sie erneut im Eiltempo.
"Unser Ansatz ist, dass mit der neuen Leber gleich der Naturstoff - oder eine eng verwandte Substanz - verabreicht werden könnte, denn das Ladanein verhindert, dass die Viren in die Leberzellen eindringen", erklärt Sibylle Haid. "Damit wäre die neue Leber vor dem Virus geschützt."
Weitere Informationen:
Presseinfo des HZI "Ein neuer Naturstoff schützt vor Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus"


