Hermann

Aus der Forschung

AWI-Forscher beim Messen der Eisdicke auf der 26. Arktisexpedition der Polarstern. Foto: Stefan Hendricks, Alfred-Wegener-Institut

AWI-Forscher beim Messen der Eisdicke auf der 26. Arktisexpedition der Polarstern. Foto: Stefan Hendricks, Alfred-Wegener-Institut

From Knowledge to Action

Occurring at a pivotal time for the environment of our planet, the International Polar Year (IPY) 2012 Conference draws international attention to the Polar Regions, global change, and related environmental, social and economic issues. From Knowledge to Action will bring together over 2,000 Arctic and Antarctic researchers, policy- and decision-makers, and a broad range of interested parties from academia, industry, non-government, education and circumpolar communities including indigenous peoples. The IPY 2012 Conference will contribute to the translation of new polar scientific findings into an evidence-based agenda for action that will influence global decisions, policies and outcomes over the coming years.

www.ipy2012montreal.ca

 
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Forschung für die Arktis

Die Arktis ist eine Schlüsselregion, die durch Klimawandel und geopolitische Entwicklungen zunehmend in den Mittelpunkt politischer und wirtschaftlicher Interessen rückt. Schutz und nachhaltige Entwicklung dieses einzigartigen Lebensraums sind große Herausforderungen und werfen vielfältige Fragen auf, für deren Lösung die Polarforschung eine Wissensbasis schafft.

Über Atmosphäre und Meeresströmungen ist die Arktis mit dem Rest der Welt verbunden und spielt eine wichtige Rolle für das globale Klima. Veränderungen, wie der rasche Rückgang des Meereises, das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes oder die Ausbreitung des Ozonlochs über der nördlichen Hemisphäre, die mit der überdurchschnittlich starken Erwärmung des hohen Nordens einhergehen, wirken sich weit über die arktische Region hinaus aus. So zeigen neue Ergebnisse, dass die geringe Meereisausdehnung im arktischen Ozean im Sommer die Wahrscheinlichkeit für kalte Winter in Mitteleuropa erhöht, wie wir sie in den letzten Jahren erlebt haben. 

Lebensraum Arktis schützen

In Anbetracht der zunehmenden menschlichen Aktivitäten in der Arktis, wie der Erschließung neuer Schifffahrtsrouten und Ressourcen, sind Schutz und nachhaltige Entwicklung des Lebensraums Arktis eine vorrangige Aufgabe. Bessere wissenschaftliche Beobachtungen und Vorhersagen werden dazu dringend benötigt. Die bisherigen Forschungen, vor allem die vielen Projekte im Rahmen des Internationalen Polarjahrs (IPY) 2007/2008, haben hierfür eine gute Grundlage geschaffen. 

Helmholtz baut Tiefsee-Observatorium aus

Die Helmholtz-Gemeinschaft wird ebenfalls neue Impulse für die Arktisforschung liefern, z.B. durch den geplanten Ausbau eines Ozean- und Tiefsee-Observatoriums in der Framstraße zwischen Spitzbergen und Grönland, wo der hauptsächliche Wasseraustausch zwischen dem Nordatlantik und der Arktis stattfindet. Hochauflösende Messungen und Beobachtungen an dieser marinen "Pulsader" werden bessere Rückschlüsse auf das Verhalten und die Entwicklungen im gesamten Arktischen Ozean ermöglichen.

Es gilt nun, auf nationaler und internationaler Ebene die Arktisforschung weiter zu stärken. "From Knowledge to Action", dies ist auch das Motto der IPY Konferenz, die im April 2012 in Montreal stattfinden wird.

Prof. Dr. Karin Lochte, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung

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Lieber Herr Hoffmann, ich habe Ihre Frage an das AWI weitergeleitet und bin auch gespannt auf die Antwort. Mir fällt dazu ein: Wissenschaft kann zwar zeigen, was passiert und eventuell auch die Gründe für Umweltveränderungen erkunden, aber Handeln muss die Politik. Und da gibt es Interessengegensätze, schon in jedem einzelnen Land, noch viel mehr unter den einzelnen Nationen. Das zeigt sich schon an ganz einfachen Fragen wie den Fischfangquoten, langfristig sind alle die Verlierer, wenn die Meere überfischt werden, kurzfristig gewinnen die großen Fischfangflotten einiger Länder. Aus der Erkenntnis, dass sich viele Fischarten durch Überfischung nicht mehr ausreichend reproduzieren, sind immerhin erste Regeln abgeleitet worden. Beim Klima ist diese Entwicklung noch nicht richtig in Gang gekommen und auch bei der Nutzung der arktischen Ressourcen bin ich persönlich skeptisch, ob sich die Anrainerstaaten angesichts enormer Gewinne auf die nötigen Schutzzonen verständigen können. Vielleicht funktioniert es aber doch. Dazu gab es in Nature ein gutes Opinion Editorial: 

www.nature.com/nature/journal/v482/n7383/full/482005b.html

Mit freundlichen GrüßenAntonia Rötger, hermann-Redaktion
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