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Aus der Forschung

SurgeryPad. Bild: Michael Müller, DKFZ

SurgeryPad. Bild: Michael Müller, DKFZ

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Dr. Jörn Krupa

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Technologietransfer 06/2012

Sechs neue Ausgründungsvorhaben für eine Förderung durch Helmholtz Enterprise ausgewählt

Auf der 15. Auswahlsitzung der Ausgründungsförderung Helmholtz Enterprise im Mai 2012 hat der Gutachterausschuss sechs neue technologiebasierte Ausgründungsvorhaben für eine Zuwendung aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds empfohlen. Damit erhalten die Projekte im Rahmen des Förderinstruments Helmholtz Enterprise jeweils bis zu 100.000 Euro, um die kritische Startphase der Ausgründung zu unterstützen. Mit der Kofinanzierung in gleicher Höhe aus den jeweiligen Helmholtz-Zentren stehen den Gründern bzw. ihren Instituten für ein Jahr Finanzmittel vornehmlich für Personalkosten zur Verfügung. Folgende Vorhaben werden gefördert:

Projekt Peicuris — Wirkstoffentwicklung Herz-Rhythmus-Störungen

Das Projekt Peicuris vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) wird sich auf die vorklinische und frühe klinische Entwicklung von niedermolekularen Wirkstoffen zur Behandlung und Prävention von Vorhofflimmern konzentrieren. Dabei baut der neue Therapieansatz  auf einer Entdeckung aus der MDC-Forschung auf, mit der die positive Wirkung von Omega-3-Fettsäuren wesentlich verstärkt werden konnte.  Durch den neuartigen Wirkansatz der Substanzen werden Vorteile gegenüber herkömmlichen Antiarrhythmika erwartet.

FastLoc - Hochpräzises Mikroseismisches Echtzeit-Monitoring

Im Vorhaben FastLoc werden die Gründer aus dem Helmholtz-Zentrum Potsdam – Deutsches GeoForschungsZentrum GFZ eine marktfähige Dienstleistung auf Basis einer innovativen Software entwickeln, mit der in Echtzeit mikroseismisch die induzierten Brüche beim so genannten Fracking verfolgt werden können. Mit dem Fracking werden gezielt Mikrorisse in geologischen Gesteinsformationen erzeugt, um Schiefergas, Erdwärme oder flüssige Kohlenwasserstoffvorkommen zu erschließen.

mProbes - Nano-Mikroskopie mit dem Koala-Drive

Die künftige mProbes GmbH, eine Ausgründung aus dem Forschungszentrum Jülich, hat mit dem KoalaDrive einen neuartigen Antrieb für Rastersondenmikroskope entwickelt, mit dem man Mikrowerkzeuge im Nanometerbereich positionieren kann. Dadurch kann bei einem Rastersondenmikroskop die Auflösung erhöht  und auf teure Schwingungsdämpfung verzichtet werden. Außerdem lassen sich mehrere Sonden gleichzeitig einsetzen, wodurch perspektivisch auch Anwendungen in der Nanoelektronik und in der Qualitätskontrolle für die Halbleiterindustrie möglich werden. Aufgrund ihrer geringen Größe können KoalaDrive Mikroskope einfach in andere Apparaturen integriert werden.

SurgeryPad - Darstellung der Patientenanatomie auf Tablet-PC

Die Ausgründer des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) möchten mit dem SurgeryPad ein computergestütztes Navigationssystem anbieten, das eine gezielte Gewebepunktion (Biopsie) und Therapie (zum Beispiel von Nierentumoren) ermöglicht. Bei Gewebepunktionen benötigt der Operateur eine möglichst exakte, räumliche Vorstellung von der Patientenanatomie einschließlich Tumor- und Risikostrukturen. Das SurgeryPad bietet diese mit Hilfe von erweiterter Realität (Augmented Reality, AR) auf einfache Weise zum Beispiel auf gewöhnlichen Tablet-PCs. Die Gefahr der Punktion einer Risikostruktur wird verringert, Instrumente werden genauer und gezielter eingeführt, wodurch Eingriffe sicherer, schonender und günstiger werden.

MarNaS - Marine Naturstoff-Synthese

Gefördert werden im Projekt MarNaS – Marine Naturstoff-Synthese am Alfred-Wegener-Institut (AWI) Gründungsvorbereitungen für ein kommerzielles Syntheselabor naturidentischer Stoffe aus dem Meer für Pharmakologie, Wirkstoffforschung und physiologische Forschung. Eines der ersten Produkte ist ein neuartiger Farbstoff, Ageladine A, der sehr leicht in lebende Zellen und Gewebe eindringt und dort pH-abhängig fluoresziert. Der Farbstoff zeigt bisher keine Nebenwirkungen an Zellen und Tieren und ist deshalb besonders für in-vivo Färbungen und Messungen geeignet. Zur einfachen Anwendung soll der Stoff im gebrauchsfertigen Kit angeboten werden. Darüber hinaus sollen weitere hochwirksame Naturstoffe, deren Wirkungen am AWI beschrieben wurden, hergestellt und der Forschung, Pharma- und Wirkstoffindustrie angeboten werden.

BioBASE - Biochemikalien zur Funktionalisierung von Oberflächen

Das Ausgründungsvorhaben BioBASE des Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) optimiert die Nutzungsmöglichkeiten nanoskaliger Materialien, die eine maximale reaktive Oberfläche ausbilden. Das Unternehmen wird biologisch basierte Beschichtungschemikalien anbieten. Kunden für die erste Anwendung der Technologie sind z.B. Betriebe in den Bereichen Kunststoffveredelung und kunststoffbasierte Medizinprodukte, die mit BioBASE-Chemikalien diese Materialien umweltfreundlicher und effizienter beschichten können. Darüber hinaus, lassen BioBASE Chemikalien eine universelle Beschichtung nahezu eines jeden Kunststoffs zu. Die Art der Beschichtung reicht dabei von dekorativen bis hin zu funktionellen Beschichtungen.
Mit diesen aussichtsreichen Gründungsvorhaben erhöht sich die Anzahl der durch Helmholtz Enterprise seit 2005 geförderten Projekte steigt auf 73. Bislang führten über 40 der geförderten Gründungsideen dann auch zu Unternehmensgründungen, allein 10 der 14 Gründungen im letzten Jahr wurden zuvor durch Helmholtz Enterprise gefördert.

Die nächste Auswahlsitzung findet Ende des Jahres statt. Anträge aus den Helmholtz-Zentren können bis zum 15. Oktober 2012 eingereicht werden.

Weitere Informationen:

www.helmholtz.de/enterprise

www.helmholtz.de/enterprise-foerderprogramm

Helmholtz-Gründerseminar 2012

Verbunden mit der Auswahlsitzung von Helmholtz Enterprise fand am 9./10. Mai 2012 in Berlin das Helmholtz-Gründerseminar statt. In Fortsetzung eines Vernetzungstreffens Ende 2009 trafen sich diesmal über 40 Gründerinnen und Gründer aus 14 Helmholtz-Zentren. Es war eine beeindruckende Bandbreite von Technologien und Geschäftsmodellen vertreten, die auch die mannigfaltigen Kompetenzbereiche der Helmholtz-Gemeinschaft verdeutlichten. Ebenso waren alle Gründungsphasen vom Projektstatus bis hin zum etablierten Unternehmen mit 30 Mitarbeitern vertreten.

Die Veranstaltung ermöglichte einen fruchtbaren Austausch zwischen den Gründern, die sich an den Zentren noch allzu oft als Einzelkämpfer mit sehr ähnlichen Problemen beschäftigen. Neben Erfahrungsberichten standen Informationen über Förderung und Finanzierung im Mittelpunkt der Veranstaltung, weiterhin wurde in parallelen Workshops wichtiges Know-How von der Erstellung des Business Plans über IP-Strategien bis hin zu Verhandlungen mit Venture Capital-Gesellschaften vermittelt.

Forschungs- und Innovationsworkshops mit Industrieunternehmen

Auch 2012 setzt die Helmholtz-Gemeinschaft die Reihe von Vernetzungsveranstaltungen mit Industrieunternehmen fort. Anfang Mai 2012 fand am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf der Helmholtz-Zeiss-Industrieworkshop statt, bei dem Wissenschaftler aus verschiedenen Helmholtz-Zentren gemeinsam mit Forschern der Carl Zeiss AG Ideen generierten. Im September wird ein Forschungsworkshop zwischen Helmholtz und der Siemens AG im Bereich Energieforschung folgen. Im Anschluss an die Innovation Days 2012 in München ist Ende November schließlich ein Helmholtz-Roche-Forschungstag vorgesehen, zu dem interessierte Helmholtz-Wissenschaftler über einen Ideenwettbewerb eingeladen sind.

Neue Validierungsvorhaben ausgewählt

Auf der dritten Entscheidungsboardsitzung im Juni 2012 wurden drei weitere Hauptanträge zur Förderung durch den Helmholtz-Validierungsfonds (HVF) empfohlen. Es handelt sich um ein Vorhaben des Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY zur Kommerzialisierung elektronischer Systeme auf Basis des MTCA.4 Standards, ein Projekt aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) zur Wirkstoffentwicklung im Bereich Angiogenesehemmung und ein Vorhaben des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zur Validierung einer Gastankstruktur in Wabenbauweise zur Anwendung im Fahrzeugbau. Seit dem Start des HVF erhalten mit den drei neuen Projekten nun 9 Validierungsvorhaben aus ebenso vielen Helmholtz-Zentren eine Zuwendung, um anwendungsnahe Forschungsergebnisse bis zur Kommerzialisierbarkeit weiterzuentwickeln.

Jörn Krupa/Helmholtz

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