In Kürze
Weltweite Energieversorgung
Im Auftrag von Greenpeace International haben Experten des DLR ein Szenario für eine nachhaltige Energieversorgung der Welt erstellt. Die Studie Energy [R]evolution zeigt Wege auf, wie Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2050 eine sichere und nachhaltige Versorgung gewährleisten können. Dabei sollen über 80 Prozent der Primärenergie aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden, 2030 können es bereits über 40 Prozent sein. Gelingt dies, kann der Ausstoß an energiebedingtem CO2 von knapp 28.000 Millionen Tonnen im Jahr 2009 auf etwa 3.080 Millionen Tonnen im Jahr 2050 reduziert werden. Zurzeit basiert die Energieversorgung noch zu über 80 Prozent auf fossilen Energien. 94 Prozent der elektrischen Energie weltweit könnten bis 2050 aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Allein mit Windkraft, Photovoltaik und Geothermie können 60 Prozent des Strombedarfs weltweit gedeckt werden. Dazu kommen die Emissionen aus dem internationalen Flug- und Schiffsverkehrs, die im Szenario bis 2050 bei etwas über 410 Millionen Tonnen liegen. Ein Vergleichsszenario, basierend auf dem World Energy Outlook der International Energy Agency (IEA), geht von einem Anstieg des CO2 Ausstoßes um 62 Prozent bis 2050 aus.
"Mit unserem Szenario 2012 konnten wir zeigen, dass es gelingen kann – wie von Greenpeace als Ziel vorgegeben - noch schneller auf Öl- und Gas-Ressourcen zu verzichten als in unseren Berechnungen 2010", erläutert Thomas Pregger vom DLR-Institut für Technische Thermodynamik, Projektleiter des Szenarios. Greenpeace wollte in dem Szenario darstellen, dass eine sichere Energieversorgung auch ohne Ölbohrungen in der Arktis und Ausbeutung von Ölschiefern und Schiefergas möglich ist. Die Berechnungen für den Verkehrssektor wurden vom DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte erstellt. Weiterhin waren die Universität Utrecht, die Ludwig-Bölkow Systemtechnik in München und die University of
Positive Effekte für Volkswirtschaften
Die erforderlichen weltweiten Investitionen in neue Kraftwerke beziffern die Forscher bis 2050 im Durchschnitt mit 1.260 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Damit sollen vor allem die alten Kraftwerke in den OECD-Mitgliedsländern (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) ersetzt und neue Kraftwerke in Entwicklungsländern gebaut werden. Das Vergleichsszenario sieht jährliche Ausgaben von 555 Milliarden US-Dollar vor. Die für das Energy [R]evolution Szenario zusätzlichen Investitionskosten werden jedoch bei den Kosten für fossile Energieträger um mehr als das Doppelte eingespart: Weil im Energy [R]evolution Szenario die Kosten für fossile Energieträger nahezu komplett wegfallen, können die Volkswirtschaften in jedem Jahr im Mittel 1.320 Milliarden US-Dollar einsparen.
Weitere Informationen:
Deutsche Zusammenfassung der Studie
Komplette Studie in englischer Sprache
DLR-Pressemeldung 'Roadmap für eine weltweite nachhaltige Energieversorgung'


