Aus der Forschung

Die Ecosphere visualisiert die Twitterdebatte rund um den Rio+20-Gipfel. Bild: Screenshot
Weitere Informationen:
Livestreams & Videos:
Offizielle Facebook-Seite zur Rio+20-Konferenz:
Offizielles Twitterprofil zur Rio+20-Konferenz:
UN-Website zu "Future we want"-Initiative:
www.un.org/en/sustainablefuture
Zahlen und Daten vom UN Social Media Team:
http://blogs.un.org/blog/2012/06/22/rio20-wrap-up-vital-stats
Rio+Social auf Facebook:
www.facebook.com/rioplussocial
Wikicurve:
www.earthsummit2012.org/resources/wikicurve
CNN Ecosphere:
Video zu Ecosphere:
Ecosphere auf Twitter:
Rio+20 und Social Media
Vom 20. bis 22. Juni 2012 tagte der UN-Nachhaltigkeitsgipfel in Rio de Janeiro, Brasilien. Tausende Veranstaltungen liefen dort bereits im Vorfeld, und auch zum Gipfel konnten die über 45.000 Besucher aus der ganzen Welt an mehr als 500 offiziellen und parallel organisierten Veranstaltungen teilnehmen. Viele Angebote in den sozialen Medien boten auch den Interessierten, die nicht vor Ort sein konnten, die Möglichkeit, die Debatten rund um Rio+20 zu verfolgen und an der Diskussion teilzunehmen.
Facebook, Twitter und Co. im Einsatz für den Erdgipfel
Die Veranstalter des Gipfels bieten verschiedene Möglichkeiten an, sich online zu informieren oder mitzudiskutieren. Im Internet wurden im UN-Webcast Pressekonferenzen, Runde Tische oder Plenarsitzungen von der Rio-Konferenz live übertragen. Diese können auch im Nachgang als Video on demand abgerufen werden. Seit April 2011 gibt es eine offizielle Facebook-Seite zur Konferenz mit über 26.000 Fans sowie ein Twitterprofil mit über 22.000 Followern. Unter Hashtags wie #rioplus20 oder #rio20 sendeten die Twitterer während der Konferenz täglich bis zu 1.500 Tweets und erreichten damit rund 6 Mio. Twitter-Nutzer.
Das Social Media Team der United Nation Blogs berichtet von über 50 Mio. Menschen, die sich seit dem Beginn der Online-Konversation zur „Future we want“ im November 2011 auf Social Media Plattformen beteiligen. Über eine Mrd. Tweets mit dem Hashtag #RioPlus20 wurden laut Auswertung des UN-Teams auf Twitter im englischen Sprachraum insgesamt gesendet.
Rio+Social
Am 19. Juni fand in Rio die Tagung “Rio+Social” statt, eine Initiative der UN gemeinsam mit verschiedenen Partnern. Ihr Ziel ist es, öffentlich zu diskutieren, welchen Beitrag Technologien, digitale und soziale Medien zur Nachhaltigkeit leisten können. Die Rio+Social-Facebookseite zählt über 25.000 Fans. Auf Twitter kann jeder unter dem Hashtag #rioplussocial an der Diskussion teilnehmen.
Wikicurve
Ein Tool namens Wikicurve wurde ebenfalls von der UN für den Erdgipfel eingesetzt. Es bildet Meinungen der Nutzer ab und zeigt, wie stark bestimmte Ereignisse von diesen wahrgenommen werden. Jeder einzelne kann Ereignisse auf einer Skala von eins bis zehn bewerten oder auch neue Ereignisse hinzufügen. Die Auswertung erfolgt in Echtzeit: In sechs Stufen, beginnend bei der „Entdeckung“ bis hin zur „Allgemeinen Akzeptanz/Mainstream“ wird der Grad der Wahrnehmung bestimmter Ereignisse und Themen in Politik und Öffentlichkeit abgebildet. Allerdings: Von den vier angelegten Themen – Biodiversität, Klimawandel, Grüne Wirtschaft und Nachhaltigkeitsziele – hat es noch keines in den Mainstream geschafft.
ECOSPHERE visualisiert Twitterdebatte
Die CNN Ecosphere visualisiert in Echtzeit Twitterdiskussionen: Tweets mit dem Hashtag #rio20 werden zusammengefasst und speziellen Themen oder Debatten zugeordnet. Jeder gesendete Tweet stimuliert das Wachstum einzelner Pflanzen. Größe und Geschwindigkeit des Wachstums hängen davon ab, wie sich das Gespräch entwickelt. Ähnliche Tweets sind gemeinsam auf Äste zu Gesprächen gruppiert, während neue Gedanken in Form gepflanzter Samen darauf warten, zu wachsen. Eine scrollbare Timeline bildet den täglichen Zustand der Diskussion von 1. Juni 2012 bis zum aktuellen Zeitpunkt (live) ab.
Kann Social Media die Welt retten?
Die Entscheidungsträger in der globalen Nachhaltigkeitsdiskussion setzen zunehmend auf das Potenzial sozialer Medien und das Engagement junger Menschen. Diese reagieren auf diese Botschaft zum Teil mit Unverständnis. Social Media hat das Potenzial einen großen mit internetfähigen Geräten ausgestatteten Personenkreis zu erreichen, für die Umweltprobleme zu sensibilisieren und zum Mitmachen anzuregen. Man darf aber nicht vergessen, dass dabei der Teil der Menschheit, der nicht über Internet und Computer verfügt – und das ist die Mehrheit – ausgeschlossen bleibt. Auch auf die freiwillige Initiative der Zivilbevölkerung und mit dem Konzept der Green Economy auf Unternehmen allein zu setzen, würde zu kurz greifen. Es bleibt die Aufgabe der Politik, die staatlichen Rahmenbedingungen für mehr Nachhaltigkeit zu setzen.


