Aus der Forschung

In den Keimzentren des Immunsystems lernen Immunzellen, sich auf Erreger einzustellen. Bild: Dinis Calado/MDC
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Tumore aus Immunzellen
Bei der häufigsten Tumorform im Lymphgewebe, dem B-Zell-Lymphom, ist ein bestimmtes Gen überaktiv, da es sich an einer falschen Stelle im Erbgut befindet. Forscher vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch haben herausgefunden, wie es dazu kommt. In den Keimzentren der Lymphorgane vermehren sich B-Zellen, die Antikörperproduzenten des Körpers. Außerdem verändern sie dabei ihr Erbgut, um gezielt neue Krankheitserreger bekämpfen zu können.
Dr. Dinis Calado und Prof. Dr. Klaus Rajewsky vom MDC haben in diesen Keimzentren nun zwei Untergruppen von B-Zellen identifiziert, in denen das besagte Gen mit der Bezeichnung MYC aktiv ist. Normalerweise reguliert dieses Gen wichtige Schritte in der Zellteilung und ist auch für die Bildung und Aufrechterhaltung der Keimzentren notwendig, eine Aktivität in B-Zellen war bislang aber nicht bekannt. Die nun entdeckten B-Zell-Gruppen mit MYC-Aktivität bergen ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Tumoren, da bei ihrer schnellen Vermehrung und Veränderung in den Keimzentren leicht Fehler auftreten können.


