Hermann

Aus der Forschung

Puntarenas SKutterolf-GEOMAR WEB

Die Forschungsfahrt endet in Costa Rica unter Palmen. Doch davor arbeiteten die Wissenschaftler zwei Monate lang sieben Tage die Woche im Schichtbetrieb auf hoher See. Foto: S. Kutterolf, GEOMAR

Weitere Informationen:

Video zum Projekt

Presseinformation des GEOMAR

Berichte von Bord der JOIDES

Blog der Kieler Forscher

Das "Integrated Ocean Drilling Program"

IOPD-Expeditionen

Presseinformation "Neue Teile für das Erdbebenpuzzle"

Hintergrundinfo zum Integrated Ocean Drilling Program (IODP):

Erdbeben, Vulkanismus, Plattentektonik – der Planet, auf dem wir leben, ist äußerst aktiv und ein extrem komplexes System. Um mehr über die Dynamik der Erdkruste unter den Ozeanen und ihre Funktionsweise herauszufinden, haben sich 2003 über 20 Nationen unter Führung der USA, Japans und eines europäischen Konsortiums zum Integrated Ocean Drilling Program (IODP) zusammengeschlossen. Mit Hilfe von tiefen Bohrungen in die ozeanische Erdkruste wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einige grundlegende Geheimnisse der Erde entschlüsseln. Hauptforschungsgeräte sind das 143 Meter lange amerikanische Bohrschiff JOIDES RESOLUTION sowie das 210 Meter lange japanische Bohrschiff CHIKYU.

 
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Tief bohren, um die Erde zu verstehen

Zwei Monate waren Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel mit dem amerikanischen Bohrschiff JOIDES Resolution vor der Westküste Costa Ricas im Einsatz. Dort erforschten sie die Auslösemechanismen von Erdbeben und Vulkanismus in der seismisch sehr aktiven Region. Vor wenigen Tagen kehrten sie von ihrer Fahrt zurück.

Das Bohrschiff JOIDES Resolution, eines der größten Forschungsschiffe der Welt, ist auf allen Weltmeeren im Einsatz, um mehr über den äußeren Mantel der Erde und die Prozesse im Erdinneren zu erfahren. An der international besetzten Expedition vom 23. Oktober bis 11. Dezember 2012 nahmen auch drei Wissenschaftler des GEOMAR teil. Die Forscher führten Bohrungen entlang so genannter Subduktionszonen durch. Das sind Gebiete, in denen die ozeanische unter die kontinentale Erdkruste gleitet.

Das Projekt, für das die GEOMAR-Forscher Dr. Steffen Kutterolf, Dr. Michael Stipp und Dr. Ken Heydolph während der Fahrt Proben nahmen, heißt „Costa Rica Seismogenesis Project“, kurz CRISP. Im Zielgebiet ereignete sich 2002 ein großes Erdbeben. Durch viele Voruntersuchungen, die die Kieler in dem Gebiet bereits durchgeführt hatten, konnten die Forscher gut einschätzen, wo die besten Bohrpunkte liegen. Und so war die Fahrt auch ein voller Erfolg: Durch die Bohrungen und die multidisziplinäre Zusammenarbeit gelangten die Forscher zu neuen Erkenntnissen über die zeitliche Entwicklung und Veränderung der Subduktionszone. Möglicherweise tragen die Ergebnisse auch zum besseren Verständnis von Erdbeben in anderen Erdteilen bei. Das verheerende Beben vor der Ostküste Japans am 11. März 2011 trat beispielsweise an einer Subduktionszone auf, die eine ähnliche Struktur wie die vor Costa Rica aufweist. „Bisher galten andere Typen von Subduktionszonen als viel gefährlicher“, sagt Stipp. „Offensichtlich müssen wir einige Modelle zur Entstehung von Erdbeben korrigieren.“

33 Wissenschaftler aus zehn Nationen waren an der Expedition beteiligt. Sie diente als Vorbereitung für den noch ausstehenden Höhepunkt von CRISP: Eine fünf Kilometer tiefe Bohrung in die seismogene Zone.

fr

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