Aus der Forschung

Helgoländer Forschungstaucher verkabelt einen Sensor an der Datensteckdose. Bild: Philipp Fischer/AWI
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Mehrfachsteckdose in der Nordsee
Meeresbiologen des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) haben im September 2012 den ersten Datenknoten 700 Meter nördlich von Helgoland in der Nordsee verankert. Er gleicht einer Mehrfachsteckdose, die über Anschlüsse für bis zu zehn Messgeräte verfügt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) haben den Datenknoten konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem AWI entwickelt.
Durch ein 600 kg schweres Trägergestell können, unabhängig von Wetterbedingungen und Jahreszeit, regelmäßig Messdaten zu Strömungen, Salzgehalt und Sauerstoff sowie weitere Parameter ermittelt werden. Nun ist erstmals eine lückenlose Datenerhebung möglich, die im Gegensatz zu den bisherigen punktuellen Messungen eine eindeutige Unterscheidung von natürlichen und künstlichen Veränderungen erlaubt.
Die Vor-Ort-Betreuung des Knotens übernimmt die Biologische Anstalt Helgoland, die zum AWI gehört. Zunächst wurde der Datenknoten in einer Tiefe von zehn Metern verankert, er ist jedoch für Tiefen bis zu 300 Metern geeignet. Eine Leitung von Helgoland versorgt die Steckdose mit Strom, während die angeschlossenen Messgeräte über das Internet gesteuert werden. Ein Glasfaserkabel wiederum leitet die gewonnenen Messdaten nach Helgoland zurück.
Der Datenknoten ist Teil des Beobachtungs- und Analysesystems COSYNA und dient der Überwachung des küstennahen Bereichs der Nordsee und der arktischen Meere. Die in COSYNA erfassten Daten sind öffentlich zugänglich, sodass sich Forscher aus aller Welt an ihrer Auswertung beteiligen können.


